Freitag, 4. Mai 2012

dahoam

Wir schreiben den 19. April 2012. Nun ist es 195 Tage her, dass ich meine Reise über mehr als 20.000 Kilometer antrat. Nun ist es 4680 Stunden her, dass ich von München nach Auckland geflogen bin. In den knapp 28 Wochen habe ich viel von dem Land Neuseeland gelernt und gesehen. Ja, ich habe sogar den seltenen und lustigen Kiwi gesehen, der vom Aussterben bedroht ist. Alle meine Abenteuer habe ich hier auf diesen Seiten für die Erinnerung festgehalten. Alle meine Abenteuer, Eindrücke und Erlebnisse. Ich habe die Kultur dieses fernen Landes kennengelernt, ich habe eine einzigartige Natur gesehen und erkundet, ich habe viele viele neue Kontakte geknüpft, ich habe viele neue und gute Erfahrungen gesammelt, die mich auf meinem Weg weiter begleiten werden. Ich hatte sehr viel Spaß und habe auch mal eine ganz andere Seite der Welt des Laufens entdeckt (nicht nur geographisch ;-) ).
Auf der anderen Seite der Erde war ich, dort wo die Sommersonne das Land in Wärme taucht, während in der fernen Heimat in Bayern der Winter das Land mit seiner frostigen eisernen Hand in dunkle und stille Zeiten hüllt. Ich war dort, wo man zu keinem Kontinent gehört. Neuseeland brach vor Millionen von Jahren von dem Urkontinent Gondwana ab und führte danach, isoliert vom Rest der Welt, sein Dasein, unbemerkt, unentdeckt, bis Inselmenschen aus dem Pazifikraum ins Unbekannte vordrungen und ihr Mut mit der Entdeckung Neuseeland bezahlt wude. Das Land litt unter den Menschen. Der Mensch beutete aus, beanspruchte, nahm und gab nichts zurück. Das, was von der wunderbaren und durch ewige Isolation einzigartig gewordenen Natur heute noch übrig ist, ist einfach faszinierend und atemberaubend. Kaum vorstellbar, wie es damals gewesen sein muss, als noch kein menschlicher Fuß diesen Ort betrat.
An manchen Plätzen Neuseelands kann man gerne denken, man befände sich in einer anderen Welt. In der Welt eines fantastischen Buches. Man muss sich nur weit genug aus den Zentren der Zivilisation hinauswagen...

Auch in Zukunft werde ich Aotearoa, das Land der langen weißen Wolke, noch - wenn es geht - ein paar mal besuchen gehen.
Nun aber blättere ich die Seite einstweilen um und ein neuer Wind weht mir ins Gesicht. Ein den Horizont erweiternder, akademischer Wind weht mir entgegen. So hisst die Segel und nehmt Fahrt auf in unbekannte Gebiete. Wir werden sehen, was uns der nächste Morgen bringen wird...

Haere ra, ka kite ano
Christian