Donnerstag, 29. Dezember 2011

Coromandel Peninsula


Meine Tante ist jetzt seit drei Tagen hier (um mich und dieses wunderbare Land zu besuchen) und für den 24. Dezember, Samstag (dem Vorweihnachtstag hier), hatten wir uns vorgenommen den Tag damit zu verbringen, die schöne Coromandel Halbinsel zu erkunden.
Es war ein sehr warmer Tag, die Sonne brannte vom azurblauen Himmel. Nach einer dreistündigen Fahrt machten wir unseren ersten Stop. Am Hot Water Beach, wo man, wenn man ein wenig im Sand gräbt, heißes Quellwasser aus der Tiefe direkt unter dem Strand zu Tage fördert und die Leute hier in 'Hot Pools' relaxen.

Das Wasser war ordentlich heiß teilweise!
Am Nachmittag begaben wir uns dann auf eine Rundfahrt bis nach Coromandel Town, wo wir zu Abend aßen und dann gegen 19.00 wieder Richtung Auckland aufbrachen und eine wunderschöne kleine, gewundene Straße an der Westküste der Coromandel Peninsula entlang fuhren und immer die untergehende Sonne, sich im ruhigen Meer spiegelnd, bei uns hatten. Wir kamen, wie schon den Tag über, nur an kleinen, süßen Orten fernab von irgendwas vorbei und fuhren durch üppige Urwälder, steil berghoch und steil bergrunter. Es glich teilweise alpinen Passstraßen.
Hot Water Beach

Auf jeden Fall war es ein sehr schöner Ausflug, bei dem wir viel gesehen haben und der Tag mir am Ende wie eine ganze Woche vorkam.
Hier ein paar Bilder dazu, denn die visuellen Eindrücke sprechen ja oft für sich...

Sydney (Teil 2)

Am nächsten Morgen gings wieder früh los. Diesmal machte ich mich aber in Richtung Westen zum Darling Harbour auf. Am Hydepark vorbei und durch die schönen Straßen Sydneys. Ich brauchte nicht wirklich einen Stadtplan. Ich hatte mir die Richtung auf der Karte bereits angeschaut und so erkundete ich alles nach Gefühl.

Schließlich war ich angekommen. Eine schöne Bucht lag vor mir. Viele kleine Segelboote, auch größere Schiffe lagen dort im Becken. Auf der gegenüberliegenden Seite sah man ein großes modern aussehendes Gebäude, wo sich das Maritime Museum drin befand. Auch das Hard Rock Café war dort. Und rund um die kleine halbkreisförmige Hafenbucht fand man unzählige kleine Restaurants und Cafés. Die Menschen gingen spazieren, joggten oder saßen einfach nur auf einer Bank und genossen die Atmosphere. Ich wollte für diesen Vormittag allerdings in das "Sydney Aquarium".

Ein kleines Auqarium nach dem anderen folgte. Die verschiedensten und buntesten Fischarten konnte man entdecken. Eine Art, die mich am meisten verwunderte, war eine Schildkröte, die aber einen langen Hals wie eine Giraffe besaß. Das sah sehr ulkig aus und so blieb ich eine Weile vor dem Glaskasten stehen. Weiter ging es durch die Gänge mit Fischen, Seesternen, Seepferdchen, Unterwasserpflanzen, Pinguinen, kleinen Haien ... und am Schluss musste man durch gläserne Tunnel unter großen Wasserbecken hindurch. In dem Becken konnte ich große Haie, riesige Schildkröten, Unterseekühe und Megafische beobachten. Sie schwammen direkt über einem entlang und man fühlte sich, als wäre man mitten im Aquarium drin. Über dem Becken befand sich teilweise freier Himmel und als die Sonne ein wenig aus den Wolken hervorbrach, wurde das Wasser von den Sonnenstrahlen durchflutet, und man konnte das Träumen anfangen.

Nach einem guten fischigen Erlebnis hockte ich mich in eines der Restaurants und bestellte mir - ich hatte Lust drauf - einen großen, leckeren, gesunden Salat. Das Wetter war ziemlich schwül-warm und so entschied ich mich für was leichtes, erfrischendes. Der Salat hieß "Docks Ceasar Salad" und wurde als grüner Salat mit Hähnchen und Ei, dazu Schinkenstückchen, Fisch und kleine Knoblauch-Croutons in Mayonnaisensauce serviert. Ausgezeichnet! .. Gut gesättigt begab ich mich auf Erkundungstour an der Waterfront entlang und schließlich wieder in Richtung Innenstadt, zum Hügel des Sternen-Observatoriums.
Dort angekommen hatte ich einen super Blick auf die Weststadt und auch die Harbour-Bridge. Ich setzte mich ein wenig auf eine Bank, aß ein bisschen dunkle Schokolade und machte ein paar Photos.
Langsam fühlte ich mich leicht müde und so entschied ich mich in mein Hostel zurückzukehren.

..Ich lag auf meinem Bett und las alle möglichen Broschüren und Sydneyguides durch. Und schließlich entdeckte ich etwas cooles. Etwas sehr cooles! Wow. Und sofort war der Entschluss gefasst, dies zu unternehmen.. heute abend noch. Ich fragte die Elisa und Miko, ob sie mit mir mitkommen wollten. Leider hatte Miko etwas anderes vor und so waren wir dann nur zu zweit. Gegen 19.00 machten wir uns auf, wieder in Richtung Darling Harbour, um vor unserer Unternehmung noch gut Abendzuessen. Um 21.00 standen wir dann vor dem IMAX Sydney. Unsere Mission war die Mission Impossible. .. Äh, nein. Der Film hieß Mission Impossible. Ghost Protocol!! Das war aber nicht alles. Denn das eigentliche Highlight war das Kino selbst.
.. Wir kauften die Karten, gingen in den Kinosaal und befanden uns vor der größten verdammten Kinoleinwand der Erde!! So etwas habe ich noch nie gesehen. Mega beeindruckend. Das Filmformat ist zehnmal größer als üblich, projiziert in 15perforation/70mm film frame (wer damit was anfangen kann... ich nicht...), acht mal höhere Bildauflösung als bei herkömmlichen digital-Kino-Systemen, kristallklare Bilder, atemberaubende Eindrücke, mit digitalem Mega-Dolby-Surround-Sound und das alles auf gigantischen 29,4 auf 35,7 Metern Bildschirmfläche. Alter Falter!
Und dann gings los. Zuerst gab es noch eine Vorschau auf einen nächsten Batman-Film. Diese Sequenz dauerte vielleicht zwischen fünf und acht Minuten. Aber das reichte schon, um verdammt schweißnasse Hände und einen erhöhten Puls von der absoluten Spannung und Action zu bekommen. Und man fühlte sich wie direkt dabei. Direkt in der Szene dabei..
Mission Impossible 4. Die Filmkritiken fielen nicht gerade schlecht aus. Und es sollte tatsächlich eine ausgezeichnet guter Film werden.
... Tom Cruise alias Ethan Hunt klettert den Burj Khalifa hoch. Unter ihm gähnende Leere. Und in der Ferne zieht ein Sandsturm auf. Dann, ein Saughandschuh funktioniert nicht mehr. Er wirft in die Tiefe. Nur mit einem Handschuh, der in an dem Glas hält klettert er Stockwerk für Stockwerk hoch...
...Das Seil reicht nicht bis zu dem Fenster, wo seine Kollegen warten. Er muss sich was einfallen lassen. Lange kann er sich nicht mehr halten, irgendwo 600m über dem Boden. Das Seil haltend rennt er wie ein Artist um das Gebäude an der Glasfront herum, dreht um, nimmt ordentlich anlauf, nimmt das offene Fenster in Visier, lässt sein Seil los und springt. Doch er klatscht ein wenig zu hoch gegen die Scheibe und fällt. Sein Kollege hechtet zum Fenster, greift nach Ethans Bein, erwischt es, und hält ihn. Boah, verdammt Glück gehabt. ... Die Kinobesucher atmen auf, geben erleichterte Laute von sich, ob der immensen Spannung.
... Nach Einer Stunde und 20 Minuten ist das Spektakel vorbei. Klasse. Das war mit Sicherheit eines der Highlights hier in Sydney für mich.
Auch Elisa war mächtig beeindruckt. Und mit diesen Eindrücken schlender wir durch eine warme Nacht mit leichtem Nieselregen zurück zum Hostel.

Der nächste Morgen ist verhangen und leicht regnerisch. Ganz gut. Denn ich hatte vor, zwei Museen zu besichtigen, um dann am späten Nachtmittag wieder Richtung Flughafen aufzubrechen.
Miko, der ungefähr zur selben Zeit wie ich seinen Flug nach Bangkok hatte, folgte mir. So sahen wir uns zu zweit das Australian Museum an, mit Skeletten, ausgestopften Tieren, Aborigine-Kunst, Dinosauriern und anderen interessanten Dingen an, um danach ein Tour durch die Art Gallery of New South Wales zu machen.

Schließlich nahmen wir die sehr moderne und schöne U-Bahn zum International Airport und verabschiedeten und dort. Nach dem Check-in und allerlei Sachen, bummelte ich noch ein wenig durch die Dutyfree-shops, um die restlichen 3 Australien-Dollar-Münzen, die ich übrig hatte, los zu werden und langweilte mich dann am Gate, weil der Flug 45 Minuten Verspätung hatte.
Nach einen guten und sehr abenteuerreichen Wochenende kam ich dann um halb zwei Uhr Nachts in Auckland an, nahm den Air-Bus, stieg in der Hillsboroughroad aus, lief 10 Minuten zum Haus, und machte mich so leise wie möglich in Richtung meines Zimmers, um sofort ins Land der Träume abzutauchen.
.. Es war in der Tat ein starkes Wochenende. Schön, dass ich diese Stadt im Februar nocheinmal besuchen werde.

cheers,
Christian

Donnerstag, 22. Dezember 2011

Sydney

Nach genau drei Stunden Flug, steuerten wir Sydney Airport an. Die Abendsonne strahlte, etwas wolkig war es auch. Gold-gelb verbreitete sich das Licht über der Stadt. Ich war in großer Vorfreude! .. Zum ersten Mal nach Australien!.. Und Sydney.. Wahnsinn.
Nach der Landung und den ganzen Sicherheits- und Einreisekontrollen kaufte ich mir in der Arrival Hall erstmal drei Burger bei McD. Danach begab ich mich auf die Suche nach dem Shuttlebus, der mich zum Hostel bringen sollte. Aufgrund meines absolut genialen Killerinstinkts hatte ich schnell mein Zielobjekt gefunden.
Noch kurz auf weitere Mitfahrer gewartet, gings los. Wir cruisten kreuz und quer durch die Innenstadt, und es war absolut geil. Das hier ist ein Mega-City! In Auckland, drüben in NZ, gibts ein paar Haupteinkaufsstraßen wie Queensstreet, Parnellroad oder Broadway. Hier in Sydney gibt es solche Straßen in zehn-facher Ausführung. Hier findet man auch richtige Nobelgeschäfte. Und es war voll. Verdammt voll. Sowas habe ich selten zuvor gesehen. Okay, ich gebe ja zu, es war Freitag Abend - trotzdem, verdammt voll! Es erinnerte mich sofort ein wenig an Rom, was die Atmosphäre und das feeling hier betrifft. Auch immer wieder große, verglaste Hochhäuser; auch immer wieder alte, schöne, ehrwürdige Kirchen und sonstige Bauten. Und dann überall der Weihnachtsschmuck, der in der mittlerweile schon angebrochenen Nacht zusammen mit den vielen 1000 Lichtern der Stadt leuchtete. Und all die Menschen in Sommerbekleidung... leichte Brise und 22°C - das war der Stand der Dinge, was das Wetter an diesem Abend anging; um 21.00; am 16. Dezember!!...
Schnell hatte ich ins Wooduck Boomerang Hostel in der William Street eingecheckt und mein Zimmer bezogen. Es war im 3. Stock und beherbergte acht Betten. Vier davon waren zu Zeit besetzt. Drei Schweizer aus der Nähe von Bern und ein Deutscher. Mit den Schweizern verstand ich mich sofort sehr gut. Verstehen heißt in dem Fall nicht unbedingt auf Kommunikationsebene. Nicht, dass wir nicht viel miteinander gesprochen hätten, oder so, aber das Schweizer-Deutsch ist schon eine verdammt harte Nuss!
Das Hostel war sehr schlicht und einfach, aber gepflegt. Und für 90$ für drei Nächte (ungefähr 55€) absolut in Ordnung. Ich fühlte mich wohl.
Nachdem ich abends im Bett noch ein wenig meine Unternehmungen geplant hatte, gönnte ich mir einen neun Stunden andauernden, guten Schlaf.

Der Morgen war leicht sonnig. Viele Wolken hingen am Himmel. Dennoch gut mit Sonnencreme gewappnet, kaufte ich mir erstmal ein kleines Frühstück (Ei-, Tomaten- und Schinken-Roll und ein Bananenbrot) und machte mich dann zusammen mit Freund Fotoapparat in Richtung Botanic Gardens auf.
Mich erwartete dort üppige Natur: Palmen, Büsche, Blumen, kleine Teiche und schöne Wiesen. Und überall auch alle Arten von Tieren. Bunte Vögel, Vögel mit Drachenaugen, komische Langschnabelvögel (Ibisse), Spinnen, Eulen, Kakadus, - und was mich am meisten faszinierte - süße Flughunde, die in ihre Lederflügel eingewickelt hoch oben in den Ästen hingen und ab und zu mit niedlichem Blick auf mich hinabguckten. Als ich durch den ganzen Park hindurch war, fand ich mich an der Uferpromenade der Farm Cove, einer wunderschönen Bucht rechts vom Opera House wieder. Und der Blick war fantastisch! Im Vodergrund das Opernhaus mit dem berühmten Muscheldach und dahinter die riesige und beeindruckende Harbour Bridge. Ein exzellentes Motiv. Und weiter links dann Sydney Skyline.
Langsam wurde es Mittag und die Wolken verzogen sich (offenbar eingeschnappt, da sich mich nicht von meiner guten Laune trennen konnten!), bis Sydney einen malerisch blauen Himmel über sich hatte. So ließen sich bessere Fotos schießen. Ich machte mich in Folge dessen auf den Weg, um das Opernhaus aus der Nähe zu inspizieren. Dort angekommen, erklomm ich die Treppenstufen (in Rocky Balboa - Manier) hinauf zum Wahrzeichen Sydneys und erkannte, dass das Muscheldach aus lauter kleinen Mosaikförmigen Teilen besteht.
Weiter ging es am Circular Quay entlang, einer sehr lebhaften Bucht links des Opernhauses. Hier war der Fährenhafen und eine Vielzahl an Restaurants und Cafés. So entschied ich mich, hier Mittagzuessen.
Nach einem guten Brunch erkundete ich 'the Rocks', den alten Teil des Hafens, der früher von Sträflingen und Arbeitern bewohnt wurde. Jetzt stehen dort sehr schöne kleine Häuser und beim Schlendern durch die Sträßchen, beim Bummeln durch den Wochenendmarkt, der Essen, Kleidung, Schmuck, Kunst, Souvenirs aller Art etc. anbot, fühlte ich mich ganz wie zu Hause. Vor allem wenn man in der Sonne bei 27°C sitzt, der Musik von Straßenmusikanten lauscht und all die Düfte und Gerüche aufnimmt. Nur schwer kann ich mich von diesem Ort trennen, doch mein nächstes Ziel ist es wert, sich hier loszureißen.
Auf auf, auf die Harbour Bridge. ... Die Aussicht ist genial und die Fotos werden super. Das weiße Muscheldach leuchtet in der Sonne. Viele kleine Segelyachten schippern vorm Opernhaus auf den Wellen. Dahinter das undurchdringliche Grün der 'Royal Botanic Gardens'.
Mittlerweile spüre ich auch schon die vielen zu Fuß zurückgelegten Tageskilometer. Ich bin müde mit anderen Worten. .. Wieder zurück durch die Gassen und den Markt in 'the Rocks' und am Circular Quay entlang treffe ich die Schweizer aus meinem Hostelzimmer. Sie erklären mir, dass sie in eine Jugendherberge umgezogen sind, da sie dort weniger bezahlen. So tauschen  wir Nummern aus, um uns vielleicht demnächst drüben in Neuseeland zu treffen. (Ich muss anmerken, dass ich es immer wieder erstaunlich finde, wen man so alles zufällig in Mitten einer Millionen-Einwohner-Stadt trifft!)

Zurück im Hostel lerne ich die neu angekommenen 'Roommates' kennen. Dreimal darf geraten werden, eine Deutsche; und auch ein Finne. später kommt dann noch ein Ami hinzu..
Gut entspannt und nach einem Viertelstunden-Nickerchen, gehe ich eine halbe Stunde laufen. Hinunter zur Woolloomooloo Bay und weiter, immer am Wasser entlang, bis ich schließlich wieder das Opera House erreiche. Der Sonnenuntergang kreiert ein warmes Licht, doch es ist gleichzeitig schon wieder kühl genug, um gut laufen gehen zu können und nicht wie ein Primelchen in der Wüste einzugehen.
Um 20.30 mache ich mich zusammen mit der Deutschen - Elisa aus Hamburg - und dem Finnen - Miko aus Helsinki - auf in Richtung Opernhaus/Harbour Bridge. Wir schießen einige fantastische Nacht-panorama-pics und gehen dann weiter um etwas zu essen. In den Straßen von Sydneys Stadtzentrum angekommen, ist es leider schon nach 22.00 und so realisierten wir, dass wir schrecklicherweise Probleme mit den Küchen-zeiten kriegen würden. Wie befürchtet, so geschehen. Nichts.. eine erfolglose Suche.. Mit verdammt müden und schmerzenden Füßen finden wir schließlich ein australisches Fastfoodrestaurant in einer Party- und Diksogegend. Um 23.15.. (Ja ich weiß, wir hätten längst einfach zu McD gehen können, aber uns war nach etwas 'gescheitem' zu Mute..  .. bis wir schließlich nachgaben und das erstbeste Fastfooddingens nahmen!). Hier war die Hölle los. Mit einem spät gefüllten Magen - aber wenigstens überhaupt gefüllt - beeilten wir uns, um uns in die Federn zu werfen und dann schnell einzuschlafen.

Fortsetzung folgt...

Mittwoch, 21. Dezember 2011

Bay of Islands

Wir alle, die mit der Organisation Travellers Worldwide hier sind und ein Volunteering absolvieren, hatten geplant für das Wochenende zu den Bay of Islands in den Norden zu fahren. Ich musste mich nicht um viel kümmern. Das Auto war gemietet und die Unterkunft war gebucht.
Am Freitag, den 09.12.11 gings gegen Mittag los. Die Sonne strahlte vom leicht bewölkten Himmel über Auckland und aus den Boxen unseres Vehikels dröhnten Sommersongs. Der Wind stricht durch die offenen Fenster durch unsere Haare und jeder trug eine coole Sonnenbrille. Wir waren zu acht. Robin aus Holland, Leah aus Australien, Wendy und Alyssa aus den USA, Adam und Jenny aus England, Greame aus Schottland und ich (aus Deutschland). Drei Stunden Fahrt standen uns bevor.
Schon kurz nach Auckland erstreckten sich wieder weite Wälder über eine hügelige Landschaft.
Ein wenig später kamen wir durch einen Ort, der mich an Fuerteventura erinnerte. Ein wunderschöner Strand, helle Straßen, viele Ferienhäuser und -anlagen und Palmen überall. Das einzige was aus dem Rahmen fiel, waren die roten Weihnachtsmänner, die an den Fassaden der Häuser hochkletterten…
Mit zunehmender Dauer unserer Reise nahm leider auch die Dichte an Wolken zu. Wir blieben optimistisch.
Gar nicht weit von unserem Ziel entfernt machten wir noch einmal einen Zwischenstopp, um ein paar Wasserfälle zu besichtigen. .. Sie seilten sich ungefähr 30 Meter in die Tiefe ab und das Wasser floss in einem wunderschönen Fluss aus dem kleinen Becken unterhalb der Fälle. Wir machten einige Fotos und setzten wenig später unsere Reise fort, hielten noch einmal in einem Ort, wo man ‘Hundertwasser-Toiletten’ nicht nur besichtigen, sondern auch frei benutzen konnte und erreichten schließlich am späten Nachtmittag Paihia. Der kleine Ort in einer der unzähligen Buchten der Bay of Islands gefiel mir recht gut. Unsere Unterkunft hieß Centabay-Lodge, war recht einfach gehalten, aber sehr ordentlich und sauber. Sogar ein kleiner Spa-Pool stand uns zur Verfügung und auch Fahrräder und Kajaks konnte man kostenlos ausleihen.

Am nächsten Morgen des Samstags, teilte sich unsere Gruppe ein wenig auf. Am Abend zuvor hatten wir zusammen die Unternehmungen geplant und auch gebucht. So wollte der Großteil eine Bootstour mitmachen, um Delphine zu beobachten und gegebenenfalls auch mit ihnen zu schwimmen. Leah und ich hatten uns für eine dreistündige geführte Kajaktour entschieden. Doch das Wetter war nicht hundertprozentig auf unserer Seite. Sehr windig war es und ziemlich bewölkt. Doch Abenteurern macht so etwas natürlich nichts aus!
Drei Zweier-Kajaks lagen am Ufer bereit und die nette Frau gab uns eine Einführung. Ich bin zwar schon oft Kanu gefahren, aber dies hier war doch ein wenig anders.
Nachdem wir eingesetzt hatten gings los. Ein wenig über die Wellen des unruhigen Meeres und dann einen breiten Fluss hinauf. Wir paddelten durch Mangrovenwälder an Nistplätzen hunderter einheimischer Vögel vorbei und stiegen bei einer ‘Kajakstation’ schließlich aus, um für eine Weile ‘Morningtea’ mit Keksen und Tee zu genießen. Es war nun schon später Vormittag und unser nächsten Ziel war ein Wasserfall. Wir fuhren ganz dicht heran, wurden schön nass und machten gute Fotos.

Auf unserem Rückweg hatten wir den Wind vom Meer her gegen uns. Das hieß: ordentlich paddeln! Und nicht aufhören, denn wenn man pausiert dreht der Wind das Kajak sehr leicht und es ist nicht einfach durch die Wellen hindurch wieder die richtige Richtung zu erlangen.
Gut gearbeitet hatten Leah und ich in unserem Boot und erreichten den Checkpoint als erstes. Die selbst gemachten Sandwiche warteten schon auf uns. Dieser Trip hat Spaß gemacht!!

Den Abend verbrachten wir im Spa-Pool, mit Gitarrespielen und danach in einer guten Pizzeria.

Am Sonntag Morgen stand unser nächstes Abenteuer an. Zuerst mussten wir die Fähre nach Russell nehmen, einem anderen kleinen Buchtort. Dort stiegen wir aus und warteten am Pier. Und da kam sie an. Die “Lion New Zealand”. 80 Fuß lang, der Mast über 100 Fuß hoch. Eine wunderschöne Segelyacht! Sie hat bereits eine Weltumsegelung hinter sich und hat bei einigen Rennen sehr gut abgeschnitten! Und wir acht würden für heute die Crew sein. Die zwei Skipper Paul und Tom und Seemann Tom Nummer zwei erwarteten uns an Deck. Drei sehr freundliche und lustige Männer. Allesamt sehr jung. Sie machten uns gleich klar, dass das Wetter am heutigen Tag äußerst gut einzuschätzen ist. Stark bewölkt, viel Wind und ab und zu leichte Regenfälle. Die Wolken waren gut, um keinen Sonnenbrand zu bekommen (was die drei Segler satt hatten), der Wind war gut für eine gute Fahrt und der Regen war eigentlich nicht so gut. Aber was solls.
Gut gewappnet mit Regenjacke und Kappe saßen wir an Bord und liefen aus dem Hafen aus. Nach einer Weile, als wir weit genug draußen waren und den Wind einfingen, war es an uns die Segel zu hissen. Ein Hauptsegel und ein kleineres am Bug. Die drei Segler gaben uns Anweisungen und wir mussten ordentlich “grinden” (das ist das Kurbeln) um die Vielfalt an Seilen um die modernen Hydraulikwinden herum in Bewegung zu setzen und die Segel aufzuziehen. Schließlich waren sie oben.
Der Wind verfing sich in den riesigen Segeln und schob uns vorwärts. Wir nahmen an Fahrt auf. Bis zu 35 Knoten erreichten wir. Und da die Segel längs zum Boot gespannt sind, kann man ja nicht einfach geradeaus mit oder gegen den Wind fahren, sondern muss immer seitwärts segeln. Und so ging es die ganze Zeit im Zickzack durch die Buchten und zwischen den Inseln hindurch. Und so mussten wir jedes Mal, wenn ein “tag” (das Wenden) anstand - also alle paar Minuten - alles an den Kurbeln beim “grinding” geben, um die Segel auf die andere Bordseite zu bringen. Die Yacht hatte immer ordentlich Schieflage. So saßen wir immer auf der ‘oberen Seite’ des Boots und genossen den Wind in unseren Gesichtern. Später genossen wir dann eher weniger den leichten Regen in unseren Gesichtern.
Es war aber immer noch fantastisch. Und ich meine, bei gutem Wetter kann ja jeder segeln. Aber bei Regen segelt man nicht alle Tage…
Mittags gingen wir vor einer kleinen Insel vor Anker und sahen eine Gruppe Delphine durch die kleine Bucht schwimmen. Ganz nah kamen sie heran. Direkt unter dem Boot schwammen sie hindurch. Wunderschöne Tiere. Bis zu drei Meter lang. Und sie hatten gerade Junge bei sich, sodass das Schwimmen mit den Säugern zur Zeit nicht möglich war. Aber es war absolut faszinierend diese freundlichen, schönen Tiere in freier Wildbahn zu sehen.
Als die Gruppe vorübergezogen war, gingen wir an Land und erkundeten die Insel.
Wer wollte konnte auch eines der zwei mitgebrachten Kajaks benutzen und ein wenig durch die Bucht ‘cruisen’. Eine Stunde später gab es BBQ mit Chicken, Baguette und allerlei guten Salaten an Deck. .. Dann, als alle gut gesättigt waren, lichteten wir den Anker und machten uns auf den Heimweg. Diesmal ein wenig den Windschatten der Inseln nutzend, kamen wir nicht so schnell voran und konnten so mehr den (heute sehr diesigen und leicht regnerischen) Ausblick genießen und uns wurde auch nicht so mulmig, da die ‘Schwellwellen’ im Gegensatz zum Hinweg kaum vorhanden waren.
Auch nutzten wir das nun ‘entspanntere’ Segeln, um mit den Skippern zu schwätzen, mal selbst das Steuer zu übernehmen oder gute Musik an Deck anzuschmeißen.

Nach sechseinhalb Stunden kamen wir wieder in Russell an, glücklich, dieses Abenteuer erlebt zu haben. Die drei Segler sagten uns, wir wären die beste und lustigste Gruppe in dieser Saison gewesen (was wohl am meisten an Wendy gelegen hat: Sie ist eine schwarze Amerikanerin mit viel viel Humor und einer Menge 'Gospel' und 'Soul' im Blut).. Und so verabschiedeten wir uns von Paul, Tom und Tom und kehrten zum Hostel zurück.

Montags gings bei miserablem Wetter wieder heim. Es war ein mega cooles Wochenende!

Grüße,

Chris aus NZ

.. Bilder folgen ;)

Mittwoch, 14. Dezember 2011

Laufend unterwegs

Auckland bietet ein sehr hügeliges Terrain. Vulkanische Erhebungen verursachen dies. So läuft mein Training hoch und runter. Besser gesagt, ich laufe hoch und runter. Eigentlich nicht schlecht. Das macht stark!
Da die Saison noch jung ist, zählt am Anfang der Grundlagenaufbau. So nutze ich die Chance und erkunde die Stadt und einige entlegene Winkel bei langen Dauerläufen. Entweder am Meer entlang, durch die Straßen, oder durch Parks, Urwälder und über Wiesen. Man kommt definitiv besser voran als mit dem Auto oder mit dem Bus. Die Ampelphasen sind die katastrophalsten, die ich je gesehen habe und über den Verkehr brauch ich erst gar nicht reden.
Aber zurück zum Training. Seit einigen Wochen trainiere ich jetzt auch mit dem Auckland City Athletics Club, für den eine Vielzahl an verschiedensten Trainern arbeitet. So auch ein gewisser Barry Magee, 77 Jahre alt und sehr lustig drauf!! Er selbst hat unter dem berühmten Arthur Lydiard trainiert und so 1960 bei den olympischen Spielen in Rom die Bronze-Medaille im Marathon in einer Zeit von 2:17h gewonnen. Seine Gruppe ist ein kleiner Haufen zwar, aber einer, der Kilometer frisst. Die Langstreckler. Treffen ist immer Montags, Dienstags und Donnerstags im Cornwall Park, One tree hill - einem sehr schönen Gelände - um 17.00. Ich kann mir aussuchen, wann ich vorbeischaue, denn alle Termine schaffe ich nicht. So laufen wir dann mal gut und gerne eineinhalb Stunden kreuz und quer durch den Park (meist 'off-road', was heißt über schöne Wiesen, über knubbelige Wiesen, steil hoch, und auch wieder runter, an Schafherden vorbei und über Zäune springend) und es macht viel Spaß. Josh, der beste in der Gruppe, der zufällig die selbe Haarfarbe wie ich hat und auch ungefähr gleich alt ist, scheint sehr fleißig zu sein. Letzten Donnerstag absolvierte er einen zwei-Stunden-Lauf [25Km] (von dem ich eine dreitviertel Stunde mitlief) und meinte nach dem Training, dass er jetzt "nur noch" fünf Trainings-lauf-Stunden in dieser Woche vor sich hat. Krass!

Mittwochs ist immer die sogenannte 'Clubnight'. Das ist eine Art Wettkampftag, den viele zum Überprüfen ihrer Form nutzen. So bin ich einfach mal die 3000m spontan vor zwei Wochen gelaufen. Nicht volle Kanne und als Steigerungslauf. So war der erste KM in 3:33, der zweite in 3:31 und der dritte in 3:11. Und die Waden haben mir dann eineinhalb Wochen gut wehgetan vom Spikes-Tragen (die Bahn trägt auch Mitschuld, da sie nicht aus Tartan, sondern irgendetwas anderem - fragt mich nicht! - ..auf jedem Fall aus einem härteren Belag besteht).

Zurzeit versuche ich auch ernsthafteren Kontakt mit einem gewissen Vaughan Craddock, einem jungen Trainer, der selbst ein guter Hindernisläufer war, aufzunehmen, um mit seiner Mittelstrecken-Gruppe zu trainieren. Da gerade aber Wettkampfzeit ist, scheint er ständig unterwegs zu sein und da er auch ein Physio ist und deswegen viel 'paperwork' hat, ist es irgendwie unmöglich, ihn zu erreichen. Naja, ich werde weiterhin mein Bestes geben! ;) .. Ich hoffe nur, dass ich noch vor April zum Erfolg komme, sonst bin ich schon wieder auf meinem Rückflug.. ;D

Soweit fühlt sich meine Form also gut an und ich werde mal schauen, ob ich demnächst für den Verein auch Wettkämpfe bestreiten kann und um diese dann auch ernsthafter anzugehen.
Das Laufen tut auch echt immer gut nach den langen Schultagen.

Mit sportlichen Grüßen aus Neuseeland,

Christian

Montag, 5. Dezember 2011

Anekdoten aus meinem neuseeländischen Alltag

Seit knapp drei Wochen ist mein Sprachkurs nun beendet, und seit knapp zwei Wochen arbeite und helfe ich in der Mt. Roskill Primary, Intermediate oder Grammar School. Hauptsächlich in der Intermediate, muss ich hinzufügen!
In der Primary war ich die wenigen Male bisher immer in der Musikklasse und habe die sechs bis zehn Jahre alte Kids beim Erlernen eines schwierigen Tango-Kanons auf Xylophonen, Metallophonen, Glockenspielen und einer Marimba auf der Gitarre begleitet. Mrs. Dawson, die Lehrerin, war sehr froh um meine Unterstützung.

Die Grammar School brauchte mich bisher noch nicht wirklich, da bisher Prüfungszeit war und jetzt nur noch ‘Zeit - totschlagen’ stattfindet, bis das Jahr in eineinhalb Wochen endet und alle in ihre Sommerferien entlassen werden.

In der Intermediate habe ich die ersten paar Tage ganz auf mich allein gestellt mit einem (kleinen) Haufen fremder Schüler alle möglichen Leichtathletikdisziplinen trainiert, um sie auf einen Schulwettkampf vorzubereiten. So zeigte ich den zehn bis vierzehn Jahre alten Teenagern wie man gescheit hochspringt, wie man die Kugel stößt, wie man den Diskus wirft etc. Auch ein wenig Sprinttraining habe ich gegeben. Erstaunlich, dass ich fähig war, dies alles vorzuführen und auch Tipps zu geben, da wo ich doch eigentlich ein Läufer bin. Ich war ein wenig erstaunt über mich selbst!
Schon nach kurzer Zeit kannte ich aber einige Schüler beim Namen und wir redeten viel über alle möglichen Dinge und verstanden uns sehr gut. Die meisten von ihnen sind Maori, auch einige afrikanische Kids.
Nach dem Schulwettkampf fünf Tage später (es lief einigermaßen erfolgreich für unsere Schule), sollte ich eigentlich hauptsächlich im Sportunterricht mithelfen. Da ich aber ein “Volunteer” bin, habe ich alle Freiheiten, zu entscheiden, wo zu helfen. So war ich fast ausschließlich im Science Room mit Sean Carroll und Jason Hornsby. Beide Lehrer sind unheimlich nett und auch lustig und ich verstand mich von Anfang an mit beiden sehr gut! Wir machten und machen mit den Schülern alle möglichen Experimente und Versuche aus der Chemie, Physik oder Biologie. Welche Unterrichtsmethode ich sehr gut finde, ist die Physik und Mechanik durch das Bauen von kleinen motorisierten LEGO-Maschinen zu erfassen und zu verstehen.
Im Allgemeinen kann man sagen, dass hier viel mehr Disziplin, aber gleichzeitig auch mehr Lockerheit und eine mehr relaxte Atmosphäre vorherrscht, als in Deutschland!

Mein Tag in der Schule fängt um 9.00 morgens an, um 10.15 ist 30 Minuten ‘Morning Tea Time’, um 12.45 bis 13.35 ist ‘Lunch-time’ und um 15.00 endet mein Tag.
Dann geht’s wieder mit dem Bus in die Stadt zu meinem ganz coolen Hostel. Am späten Nachmittag gehe ich trainieren oder fürs Abendessen einkaufen oder in die Bücherei, um ins Internet zu gehen etc. Jedenfalls sind meine Tage immer gut ausgefüllt!

Abends mache ich mir dann auch immer ein einfaches, aber verdammt gutes Abendessen.

Adventsgedicht Volume 2

Advent, Advent, zwei Lichtlein flackern,
Im Wind des Herrn Dezember.
Ob warm hier drunt, ob kalt dort oben,
Überall steht’s im Kalender…

..Weihnacht‘, Weihnacht‘, steht vorm Tor;
Die Städte bunt geschmückt!
Musik von Weihnachtskapell’ und -chor
Erfüllt die Ohren - bin sehr entzückt!

Gedanken ans Ski- und Schlittenfahren
Zucken durch meinen Kopf!
Doch Schnee ist fern, ich muss schon sagen,
Ich bin ein armer Tropf.

So geh’ ich halt surfen, schwimmen und baden,
Sankt Claus wird trotzdem kommen.
Weltweit ist er als Gast geladen,
Doch hier - welch Glückspilz - kann er sich sonnen!

Christian J. Amon