Donnerstag, 19. April 2012

Stop-over Singapore

Gestern Abend bin ich gut in Singapur gelandet. Meine Tasche konnte ich am Flughafen lassen und dann habe ich ein Taxi zu meinem Hotel am Robertson Quay, direkt am Singapore River gelegen, genommen. Auf der Fahrt erlangte ich erste Eindrücke von Singapur. Es war schon dunkel. Um kurz nach 19.00. Das, was ich sah gefiel mir.
Alles, was ich wollte, war schnell ins Bett zu gehen. Ich war hundemüde. In Auckland war ich um 6.00 morgens aufgestanden, der Flug hat 8,5 Stunden gedauert und die Uhren wurden um 4 Stunden zurückgestellt. Ergo war das ein insgesamt 16,5 Stunden-Tag für mich.
Ich schlief gut und wachte mit den ersten Sonnenstrahlen um 7.30 auf.
Das intercontinentale Frühstück war sehr lecker und füllend (Toast, Spiegeleier, Rühreier, Würstchen, baked beans...) und dann plante ich erstmal meinen bevorstehenden Tag. Ich hatte alle Zeit der Welt - mein Flug war erst um 23.55 dieses Abends...
Im Hotel war es noch einigermaßen angenehm kühl. Als ich dann nach draußen trat, haute es mich um. Ja, hier ist man sehr sehr nahe am Äquator UND es ist grad malayischer Hochsommer! 33°C und drückende 90% Luftfeuchtigkeit sollten mir die Stadterkundung nicht leicht machen. Es machte dennoch Spaß. Diese Stadt ist nämlich absoluter Hammer. Super Modern steht hier im Kontrast mit sehr alter Kultur aus Singapur. Hohe Wolkenkratzer, in deren Glasfronten sich die Stadt und die Sonne spiegeln, geschwungen Brücken, künstlerisch moderne, architektonische Meisterleistungen, das höchste Riesenrad der Welt (mit dem ich gefahren bin) und auf der anderen Seite kleine, alte Bootshäuser, auf weiße Säulen gestützte, altehrwürdige Gebäude etc. Das ist beeindruckend. Jedoch musste ich am heutigen Tage mehrere Pausen einlegen. Um genau zu sein circa alle 30 Minuten. Denn nur vom langsamen Spazieren rann der Schweiß wie von der Tarantel gestochen. Insgesamt habe ich heute etwa 3,7 Liter Wasser getrunken und war nur EINMAL auf der Toilette... Mein Hemd war so nass, als wäre ich damit eine Stunde flott laufen gewesen. Die Luft ist schwer zu atmen. Die Beine fühlen sich schwer an. Wow. Das würde ich auf Dauer nicht aushalten.
Auf meinem langen Rundgang durch die große Innenstadt sehe ich allerlei Menschen, allemöglichen Kulturen, und bin begeistert. Gegen Ende des Nachtmittags geht mir langsam die Puste aus. Viele Kilometer sind zurückgelegt, die Füße sind heißgelaufen, die Kamera wird langsam zu schwer, um damit alle paar Ecken Fotos zu schießen.
Schließlich kehre ich zu meinem Hotel zurück, hole meinen Rucksack ab und schreibe nun an diesem Text. Sehr bald werde ich mein Taxi nehmen und dann geht es endgültig nach Hause.

PS: Achja. Mein Flug bis nach Singapur war exzellent. Vier gute Filme habe ich mir angeschaut (War Horse, Mission Impossible Ghost Protocol, Sherlock Holmes A Game of Shadows und Immortals) und so verflog die Zeit wie im Fluge.. war ja auch im Flugzeug unterwegs... welch gutes Wortspiel ;D

Final Countdown

Es war Freitag der 13. und ich machte mir keinerlei Sorgen. Ich freute mich sogar. Denn am Abend würde ich mich mit ein paar Freunden aus Auckland, aus Barrys Läufergruppe, zum "Farewell-Dinner" treffen. Um 19.30 holte mich Josh in Hillsborough ab. Auch Asher saß schon im Auto. So fuhren wir Richtung Kohimarama Beach, wo wir Dan treffen würden, der dort ein deutsches Restaurant ausfindig gemacht hatte. Als wir ankamen - es war schon finster - war niemand zu sehen - außer natürlich die Restaurantgäste, die hinter den Glasfenstern saßen. Wir riefen Daniel an und weckten ihn anscheinend auf... Genial - typisch Daniel - verschläft ein Dinner! ;D Da er aber in der Nähe wohnt, war er innerhalb von 10 Minuten da.
Zu viert nahmen wir Platz und ich war sehr amüsiert. Das ganze Restaurant war in blau-weiß gedeckt, riesige Bierkrüge standen herum, Bilder aus Bayern hingen an den Wänden, Bierdeckel von verschiedensten Brauereien lagen auf den Tischen versträut und die Musik war das allerbeste - typisch bayerische bzw. auch ein wenig tiroler Musik. Unglaublich. Das es so etwas in dieser Gegend der Welt gibt.
Beim Blick auf die Karte versprach der Abend gut zu werden. Ja, das klang nach gutem heimischem Essen. Müncher Weißwirstl, Käsespätzle, Zigeunerschnitzel, Jägerschnitzel etc. War ich überhaupt noch in Neuseeland? Ich fragte die anderen. In der Tat. Ich war noch hier. Es standen zwar die Übersetzungen unter den Essensbezeichnungen drunter, aber das war natürlich oft nicht die wörtliche Übersetzung. So versuchte ich den anderen drei Jungs unser traditionelles Essen ein wenig wortgetreuer ins Englische zu fassen. Was schwierig war und oft kam nur wenig sinnvolles heraus. Wir hatten unseren Spaß. Die drei waren fasziniert von den deutschen Gerichten und von der Sprach, ich war allgemein von dem Lokal fasziniert. ... Ich hatte mir ein Championschnitzel bestellt - man hatte die Entscheidung zwischen "1 piece" oder "2 pieces" (für 28$).. ich nahm zweiteres. Ich hatte keine Vorstellung, wie groß das nun sein werden würde, aber ich war hungrig; die anderen auch. Gerade wurde das Essen an den Nachbartisch geliefert und ein breites Grinsen und leichte Unfassbarkeit machte sich auf unseren Gesichtern breit. ... MEGA-Portionen. Für den Preis!! Normalerweise isst man in Neuseeland für den Preis Speisen, die von der Größe her gerade mal als gute Vorspeise dienen würden. .. "Daniel!! Du hast mit diesem Restaurant eine verdammt gute Wahl getroffen!!" Unser Essen kam. Heiliges Bisschen. Zwei "pieces" Schnitzel... jedes so etwa 15-20cm im Durchmesser. Ein kleiner Haufen Kartoffelsalat und leckere Pilzsauce. Mhhh. Und zum Trinken gabs einen guten Ginger Ale.
Als unsere Teller leer waren, fühlten sich unsere Bäuche richtig schwer an. Verdammt voll! Und es war lecker. Das hat original wie daheim geschmeckt.
.. Nach weiteren guten und witzigen Unterhaltungen war es an der Zeit nach Hause zu gehen. Wir verabschiedeten Dan und Josh brachte mich und Asher wieder nach Hause. Das war ein genialer Abend! Danke dafür.

Am darauffolgenden Samstag konnte ich leider nicht schön lange ausschlafen. .. Um 9.15 nahmen ich und Daniela aus Chile, die auch mit bei meiner Gastfamilie wohnt, die Fähre am Hafen von Auckland. Es war ein wolkiger Morgen, doch es verspach äußerst gut zu werden. Unser Ziel war Rangitoto. Eine Insel, die vor etwa 600 Jahren als jüngste Insel Aucklands durch Vulkanismus aus dem Meer aufgestiegen ist. Niemand lebt dort. Nur die Touristen erkunden Tag für Tag die sehr schöne Insel. Sie ist dicht bewaldet. Grüne Natur und Urwald ragen hier empor und überall zwischen den Bäumen sind dunkle Lava-Stein-Felder. Zu Stein erstarrte Lava... Ich habe mir eine kleine Gesteinsprobe mitgenommen.
Der Aufstieg zum Gipfel dauerte in etwa eine Stunde. Die Wolken lichteten sich langsam und die Sonne fing an vom Himmel zu bruzzeln. Vom Gipfel aus hatte man einen wunderschönen Rundblick auf Auckland, auf die umliegenden Inseln und natürlich hinab in den großen gähnenden Krater. Diese Wanderung hier hoch schien jeder zu unternehmen, der auf die Insel kam. So entschieden Dani und ich eine große Runde bis in dem Nordwesten der Insel und dann zurück zur Werft zu machen und hofften so den Massen an Leuten (vor allem Asiaten) zu entgehen. Und in der Tat wurde es dann ruhig. Man hörte die Vögel zwitschern, das Meer rauschen, ab und zu einen Flieger fliegen oder in der Ferne nahm man das Motorgeräusch einens Bootes wahr. Die große Runde, die wir machten, dauerte knappe 3 Stunden und schließlich, müde und erschöpft, aber voller interessanter Eindrücke über die Lava-Felder, erreichten wir die Werft und warteten auf die Fähre. Die Möven kreisten am blauen Himmel und die weißen Segelbootchen cruisten in der Ferne durch die Inselwelt, während ich meine Füße ins nicht allzu kalte Wasser streckte.
In der Fähre war ein Nickerchen nötig. Auch wenn es nur für 15 Minuten sein würde.
Und dann gings mit dem Bus flott wieder nach Hause. Es war ein toller und interessanter Tag gewesen. Diese Unternehmung ist zu jedem zu empfehlen.

Sonntags machte ich gemütlich. Noch zwei Tage bis zu meinem Abflug. Zurück nach Hause. Kaum zu glauben. Die Zeit verging so rasend schnell. Knappe 28,5 Wochen vergingen wie im Flug.
Nachdem ich gut ausgeschlafen hatte, machte ich mich gegen Mittag auf in die Stadt, um ins Kino zu gehen. Ich hatte schon länger vor, diesen einen Film zu sehen und hatte den Plan irgendwie schon wieder verworfen. Doch schließlich überwand ich mich.
"The Hunter" (Der Jäger) mit Willem Defoe hatte richtig gute Kritiken bekommen. Es schien lohnenswert, sich den Film anzusehen.
Und in der Tat. Ein äßerst guter Film. Packend. "Gripping". "It stays on your mind for days". Willem Defoe auf der Jagd nach dem letzten tasmanischen Tiger. Diese Jagd, die zu einem Wettlauf wird und Opfer fordert...

Montag: nun gehe ich in mein (vorerst) letztes Training in Neuseeland zum Cornwallpark. Nach ein paar harten 400ern auf dem Rasen, verabschiede ich mich und verspreche mich zu melden und über meine Leistungen zu berichten.
Am Abend wird dann Harry Potter Teil 7 angeschaut und dann - die Taschen fast fertiggepackt - trete ich die letzte Nacht in Neuseeland an. Gute Nacht. Morgen früh gehts zum Flughafen, dann nach Singapur, dann nach Frankfurt und schließlich nach München. Dann werde ich wieder zu Hause sein. Es fühlt sich nicht ganz so echt an. Es ist, als ob ich ein anderes zu Hause hier in Neuseeland gefunden hätte, es ist, als wäre ich gar nicht so lange von zu Hause in Amberg weggewesen, es ist, als ob alles ein Traum war. Eine 20.000 Kilometer lange Reise ist heutzutage nichts mehr...

Dienstag, 10. April 2012

Ostern

Manche Leute gehen an Ostern in die Kirche, manche unternehmen etwas mit der Familie. Andere machen es sich einfach nur gemütlich und wiederum andere nehmen Ostern kaum war.
Hier in Neuseeland konnte man Ostern schon vor vielen Wochen wahrnehmen, als die Supermärkte anfingen Schokohasen und Ostereier zu verkaufen.
Mein Ostern sollte diesmal ganz anders werden. Mein Ostersonntag war ein Abenteuer:
Um 7.20 morgens ging es mit dem Bus nach Waitomo, eine sehr schöne Region, etwa 3 Stunden von Auckland entfernt gelegen. Die Sonne schien schön warm vom wolkenlos blau schimmernden Himmel.

Wenige Stunden später ging es los. Ich wurde von Steven in einem kleinen Van von der i-Site abgeholt und zu dem großen Café gefahren, wo auch schon andere warteten. Wir bildeten schließlich ein Gruppe von 10 abenteuerlustigen Personen (eine Familie aus Australien, eine andere aus Neuseeland und ein Pärchen aus Hongkong und ich), die ihren Ostersonntag damit verbringen wollten, die spektakulären und berühmten Waitomo Caves, riesige wunderschöne Höhlen, zu erkunden. Aber nicht auf dem normalen Weg, wie es viele Touristen machen: über Brücken und Stege durch die dunklen, engen Hallen, die Glühwürmer beobachtend... Nein, für uns musste schon was besseres herhalten. So wurden wir in Neoprenanzüge eingepackt, bekamen einen Helm mit Stirnlampe aufgesetzt und mit eingeengtem Gefühl und etwas unbeholfen, stopften wir uns wieder in den kleinen Van. Nach 5 Minuten Fahrt erreichten wir einen Parkplatz. Dort stiegen wir aus und jeder durfte sich von einem großen Haufen einen großen, schwarzen Gummiring nehmen. Der Name unserer Tour hieß "Black Water Rafting" - Rafting durch schwarzes Wasser. Auf Gummiringen sitzend dunkle, unterirdische Flüsse entlang schwimmend. Das musste gut werden!
So ging es nach einigen Trockenübungen mit den Ringen auf einen kurzen Marsch zum Höhleneingang. Der Eingang war nicht gerade offensichtlich. Ein kleiner Bach plätscherte durch die Urwaldpflanzen hindurch und verschwand plötzlich in einem kleinen Loch, gerade so groß, dass man sich hindurch quetschen konnte. Da wollten wir hinein. Und da gingen wir hinein.
Dunkelheit erwartete uns. Wir hockten uns erstmal hin, auf das kalte, dunkle, uralte Gestein, jeder mit seinem "Gummifloß" in den Händen und mit den Lampen die Dunkelheit absuchend. Die beiden Führer erzähählten uns erstmal alle möglichen Geschichten über die Historie, die Entdeckung durch Maori und die Namensgebung der Höhlen. Waitomo ist der Name. "Wai" steht für "Wasser" und "tomo" für "Eingang" - dort wo das Wasser den Eingang in den Boden findet. Danach wurden erstmal ein paar Witze gerissen, da sowohl unsere Fürher, als auch die australische Familie ziemliche Spaßvögel waren. Dann gabs ein Foto und los gings.
Erst wanderten wir an den Felswänden entlang. Die Finger waren jetzt schon eiskalt und sollten aber noch kälter werden. Uns wurde über die Stalagtiten und Stalagmiten erzählt... Dann kam ein Absatz. Der kleine Bach sprudelte hier etwa eineinhalb Meter hinab und stürzte in ein Becken voller Wasser. Der Reihe nach stellten wir uns rückwärts - wie bei den Trockenübungen gelernt - an die Kante des Absatzes. Der große schwarze Gummiring hinter sich gehalten und in leicht gebückter Hockstellung, so als wollte man sich aufs Klo setzen, nur das man sich dann in den Ring setzen wollte, sprang einer nach dem anderen hinab und landete mit einem lauten Platscher auf dem dunklen Wasser.
Weiter gings. Wir hatten Spaß. Immer wieder wurde gescherzt, ein wenig geschubst etc.
Dann schien es nicht weiter zu gehen... Doch! Dort. Ganz niedrig. Wir setzten uns einer nach dem anderen in unsere Ringe, machten uns so flach wie möglich und ließen uns von der leichten Strömung durch eine äußerst niedrige Unterführung hindurchgleiten. Unter uns im oberschenkeltiefen, dunklen Wasser, begleitete uns ein langer, unheimlicher Aal.
Wenig später wateten wir durch hüfttiefes Wasser, dann ging es wieder mit einem Sprung einen kleinen Absatz hinab und schließlich machten wir Halt in einem kleinen Durchgang. Wir saßen uns gegenüber and den kalten Fels gekauert und die zwei Führer gaben uns Verpflegung in Form von Schokolade - in Fischform - anscheinend typisch neuseeländisch.
Dann sollten wir unsere Stirnlampen ausschalten. Dies taten wir. Und als es dunkel war, war es eigentlich nicht dunkel. Denn nur einen knappen halben Meter über uns leuchteten unzählige Glühwürmer, die an der Höhlendecke klebten. Die zwei Männer erklärten uns, dass die Würmer das Licht durch Abfallprodukte erzeugen und es zur Anlockung von kleinen Insekten dient. Jeder Glühwurm (die übrigens hässlich, unheimlich und glibbrig aussehen) kann viele kleine spinnenartige Fäden produzieren, die 10 Zentimeter von der Decke hinab hängen. Kaum sichtbar. Wenn sich nun ein Insekt hierher verirrt, von dem Licht des Wurms angelockt, bleibt es an einem der Fäden kleben und der Wurm saugt den Faden langsam duch einen winzigen Mund ein, bis das Insekt "da ist", und saugt schließlich auch das Insekt ein. Das mag recht eklig klingen, doch wir saßen dort im Dunkeln und fanden es gar nicht eklig, denn es war einfach nur faszinierend, die unendlich vielen glühenden Punkte, die wie ein Sternenhimmel an der Höhlendecke klebten, zu beobachten.
Weiter gings. Nun wurde das Wasser tiefer und wir bewegten uns, zusammengehakt und auf unseren Reifen sitzend, schwimmend wie ein großer Wurm fort. Weiter den unterirdischen Wasserweg entlang, weiter dem "Sternenhimmel" folgend.
Irgendwann sollten wir einander loslassen und uns treiben lassen und unsere Lichter ausschalten. Die Mission hieß: Finde zurück ans Tageslicht. Der Tipp dazu war: folge dem "Sternenhimmel". Jetzt wurde gedrängelt, geschubst, gelacht, geplatscht. Ich und auch die anderen wollten schneller vorwärts kommen. Doch diese Im-Reifen-Sitz-Position war recht unpraktisch. Wir konnten nur ein wenig mit unseren Händen und unseren Stiefeln im dunklen Nass herumwedeln und hoffen, dass einen das schneller machte.. Tat es nicht. Einige versuchten sich im Zick-Zack vorwärts zu bewegen. Sich von einer Höhlenwand zur gegenüberliegenden abstoßen und so weiter. Die annähernde Schwimmbewegung mit den Händen ließ ich bald bleiben, da dabei immer das eiskalte Wasser in die Ärmel meines Anzugs hineinlief.
Und nach einer Weile, es kam einem wie eine halbe Ewigkeit vor, schimmerte Tageslicht am Ende des Tunnels.... Ja, das Licht am Ende des Tunnels - Nein, tot waren wir zum Glück noch nicht - das war nur der Höhlenausgang.
Und die warme Sonne erwartete uns. Einer nach dem anderen kletterte aus der Höhle ins Freie hinaus. Der vollgesogene Neoprenanzug machte uns das Leben nicht leichter, da dieser nun circa 10 Kilogramm wog. Auch waren wir alle ein wenig eingefroren und deshalb nicht so beweglich.
Direkt am Höhlenausgang wurde ein glückliches Foto geschossen. Alle Augen strahlten über den Fakt, solch ein gutes Abenteuer erlebt zu haben. Eine zweieinhalbstündige Reise durch ein unterirdisches Labirinth. Ich fands auch klasse. Es war super. Fasziniernd. Das kann mal wieder gemacht werden, wenn ich irgendwann hierher zurückkomme!

Den Parkplatz erreichten wir nach einem kurzen Marsch wieder und setzten uns wieder in den kleinen Van. Zurück am Café gabs heiße Duschen (und die waren wirklich heiß - ich konnte mich kaum eine Sekunde drunterstellen) und anschließend warme Tomatensuppe. Die ganzen Fotos gabs zum kaufen, doch das Pärchen aus Hongkong, die den Fotostick schnell gekauft hatten, boten mir an, mir die ganzen Bilder per E-mail zu schicken, sodass ich kein Geld auszugeben brauchte. Äußerst nett. So tauschten wir die E-mail-adressen aus und ich bin nun gespannt, ob die Fotos jemals ankommen. Nicht, dass ich den zweien nicht getraut hätte - sie waren sehr nett und lustig - aber wer weiß... ;D Naja, wenn sie nicht ankommen, was ich schwer bezweifle, dann wäre das wirklich ein guter Grund, recht bald nochmal herzukommen und dieses wunderbare "Black Water Rafting" mitzumachen.

Gegen Abend kam dann wieder mein Bus und brachte mich heile zurück nach Auckland. Dort angekommen, kochte ich mir um halb 10 noch ein schnelles Abendessen und fiel schließlich hundemüde ins Bett. Das war ein guter, ein lohnenswerter Ostersonntag. Frohe Ostern allerseits!

Freitag, 6. April 2012

Letzte Schulwoche

Das war sie, meine letzte Woche an der Mount Roskill Grammar School, einer weithin auf Grund ihrer Auszeichnungen für die exzellente Arbeit mit Schülern aus über 65 Nationen bekannten Schule. Im Französischunterricht bei Miss Robertson haben wir die letzten paar Stunden eine französische Komödie angeschaut; auch habe ich den Schülern, mit welchen ich mich sehr gut verstehe, auf französisch über mein Leben erzählt, während ich Bilder von Deutschland gezeigt habe, die ich auf meinem Netbook gefunden habe. Am vorletzten Tag gabs für jeden ein Stück Bananenkuchen von Miss Roberston und gestern habe ich von der Klasse Schoko-Ostereier bekommen. Sehr süß! Auch hat mir Raymond, einer der lustigsten Schüler, zum Abschied eine Flasche neuseeländisches Ginger Beer geschenkt. .. Ja, die Klasse werde ich vermissen.

Mit einer Sportklasse ging es am Dienstag noch in die Waitakere Ranges zum Wandern. Ziemlich steil und matschig ging es die Urwaldpfade entlang und es hat Spaß gemacht. Allen. Drei Stunden hat es gedauert, bis die Jugendlichen, Ben und Connor (die zwei Lehrer) und ich eine 7 Kilometer-Runde bewältigt hatten. Da kann man erahnen, dass es ordentlich steil gewesen sein muss.
Gestern war dann mein letzter Tag und ich habe von den Sportlehrern ein cooles Neuseeland-"All Blacks"-T-shirt geschenkt bekommen und habe mich nach der Schule mit allen noch auf einen Drink getroffen.

Ja, diese Zeit war eine gute Zeit. Sie ging viel zu schnell vorüber. Da ich nun aber so vielen Leuten in dieser Woche versprochen habe, dass ich wieder kommen werde (und das nicht in allzu ferner Zukunft - hoffentlich), werde ich wohl wiederkommen (und die schöne Zeit wird fortgesetzt werden).

...

Nun ist es Ostern. Und es ist Herbst ... eigentlich. Auch der Wetterbericht scheint den Herbst haben zu wollen. Doch der in den letzten Monaten so faule Sommer, scheint endlich aktiv zu werden. Obwohl regnerisch angesagt ist - täglich - hatte es diese Woche immer zwischen 22 und 26°C, und die Sonne hat bei oft wolkenlosem Himmel ordentlich Feuer im Ofen gemacht. Unglaublich! Und da Neuseeland die Uhren umgestellt hatte, wird es nun schon gegen 19.00 dunkel, und um 20.00 ist es finster. So findet mein gut laufendes Training nun immer öfter bei Sonnenuntergang oder im Halbdunklen statt; die Temperaturen in angenehmen Bereichen, leichter Wind, am bunt beleuchteten Auckland Museum vorbei, unter den im schläfrig machenden, leichten Wind wiegenden Palmen entlang, all die vertrauten Straßen entlang.... Ja, das ist wunderbar!

Montag, 2. April 2012

Schönes Auckland

Nun hat auch Neuseeland seine Uhren umgestellt...
Wir schreiben den 1.April 2012, es ist Sonntag in Auckland. Das Wetter des beginnenden Herbstes ist außerordentlich. Sonnenschein, leicht bewölkt; ein lauwarme Brise streicht bei angenehmen 19 bis 20°C durch die Blätter.
Der 25 Kilometer Morgenlauf war ein voller Erfolg, der entspannte Mittagsschlaf danach sehr erholsam.
Nun sitze ich im wunderschönen Albertpark dirket bei der Uni. Die Palmen über mir werden golden von der Abendsonne beleuchtet. Der große schwarze Brunnen plätschert fröhlich vor sich hin; das Licht bricht sich in den sprühenden Fontainen. Die Rosenbeete ringsherum bilden einen blutroten Kontrast zum dunkelfarbenen Brunnen. Leute gehen spazieren, Studenten liegen auf der Wiese und unterhalten sich; andere spielen Fußball oder versuchen sich meisterlich auf einer gespannten Slack-line. Lustig zu beobachten sind ein Student und eine Studentin, die sich den Ball gegenseitig zukicken. Er mit langen 80er-Jahre-BonJovi-Locken und recht ballgewandt. Sie etwas ungeschickt mit dem runden Leder. Ihr Rückpass geht nicht selten Meter daneben oder zu weit. So muss Er ständig durch die Büsche krabbel und klettern, um den Ball wiederzuholen.
Ich genieße den anrückenden Abend auf einer Bank sitzend. "Conquest of Paradise" summt in meinen Ohren.
Nun sind es noch zwei Wochen. Noch 16 Tage, Neuseeland zu genießen. Doch es wird nicht das Ende einer Geschichte sein, nein, es wird erst der Anfang gewesen sein, nur das allererste Kapitel. Ich meine, man sollte doch an den Ort, an welchem man 6 Monate 1 Woche und 3 Tage gelebt hat und super Sachen erlebt hat, nicht nur einmal wiederkehren...