Freitag, 4. Mai 2012

dahoam

Wir schreiben den 19. April 2012. Nun ist es 195 Tage her, dass ich meine Reise über mehr als 20.000 Kilometer antrat. Nun ist es 4680 Stunden her, dass ich von München nach Auckland geflogen bin. In den knapp 28 Wochen habe ich viel von dem Land Neuseeland gelernt und gesehen. Ja, ich habe sogar den seltenen und lustigen Kiwi gesehen, der vom Aussterben bedroht ist. Alle meine Abenteuer habe ich hier auf diesen Seiten für die Erinnerung festgehalten. Alle meine Abenteuer, Eindrücke und Erlebnisse. Ich habe die Kultur dieses fernen Landes kennengelernt, ich habe eine einzigartige Natur gesehen und erkundet, ich habe viele viele neue Kontakte geknüpft, ich habe viele neue und gute Erfahrungen gesammelt, die mich auf meinem Weg weiter begleiten werden. Ich hatte sehr viel Spaß und habe auch mal eine ganz andere Seite der Welt des Laufens entdeckt (nicht nur geographisch ;-) ).
Auf der anderen Seite der Erde war ich, dort wo die Sommersonne das Land in Wärme taucht, während in der fernen Heimat in Bayern der Winter das Land mit seiner frostigen eisernen Hand in dunkle und stille Zeiten hüllt. Ich war dort, wo man zu keinem Kontinent gehört. Neuseeland brach vor Millionen von Jahren von dem Urkontinent Gondwana ab und führte danach, isoliert vom Rest der Welt, sein Dasein, unbemerkt, unentdeckt, bis Inselmenschen aus dem Pazifikraum ins Unbekannte vordrungen und ihr Mut mit der Entdeckung Neuseeland bezahlt wude. Das Land litt unter den Menschen. Der Mensch beutete aus, beanspruchte, nahm und gab nichts zurück. Das, was von der wunderbaren und durch ewige Isolation einzigartig gewordenen Natur heute noch übrig ist, ist einfach faszinierend und atemberaubend. Kaum vorstellbar, wie es damals gewesen sein muss, als noch kein menschlicher Fuß diesen Ort betrat.
An manchen Plätzen Neuseelands kann man gerne denken, man befände sich in einer anderen Welt. In der Welt eines fantastischen Buches. Man muss sich nur weit genug aus den Zentren der Zivilisation hinauswagen...

Auch in Zukunft werde ich Aotearoa, das Land der langen weißen Wolke, noch - wenn es geht - ein paar mal besuchen gehen.
Nun aber blättere ich die Seite einstweilen um und ein neuer Wind weht mir ins Gesicht. Ein den Horizont erweiternder, akademischer Wind weht mir entgegen. So hisst die Segel und nehmt Fahrt auf in unbekannte Gebiete. Wir werden sehen, was uns der nächste Morgen bringen wird...

Haere ra, ka kite ano
Christian

Donnerstag, 19. April 2012

Stop-over Singapore

Gestern Abend bin ich gut in Singapur gelandet. Meine Tasche konnte ich am Flughafen lassen und dann habe ich ein Taxi zu meinem Hotel am Robertson Quay, direkt am Singapore River gelegen, genommen. Auf der Fahrt erlangte ich erste Eindrücke von Singapur. Es war schon dunkel. Um kurz nach 19.00. Das, was ich sah gefiel mir.
Alles, was ich wollte, war schnell ins Bett zu gehen. Ich war hundemüde. In Auckland war ich um 6.00 morgens aufgestanden, der Flug hat 8,5 Stunden gedauert und die Uhren wurden um 4 Stunden zurückgestellt. Ergo war das ein insgesamt 16,5 Stunden-Tag für mich.
Ich schlief gut und wachte mit den ersten Sonnenstrahlen um 7.30 auf.
Das intercontinentale Frühstück war sehr lecker und füllend (Toast, Spiegeleier, Rühreier, Würstchen, baked beans...) und dann plante ich erstmal meinen bevorstehenden Tag. Ich hatte alle Zeit der Welt - mein Flug war erst um 23.55 dieses Abends...
Im Hotel war es noch einigermaßen angenehm kühl. Als ich dann nach draußen trat, haute es mich um. Ja, hier ist man sehr sehr nahe am Äquator UND es ist grad malayischer Hochsommer! 33°C und drückende 90% Luftfeuchtigkeit sollten mir die Stadterkundung nicht leicht machen. Es machte dennoch Spaß. Diese Stadt ist nämlich absoluter Hammer. Super Modern steht hier im Kontrast mit sehr alter Kultur aus Singapur. Hohe Wolkenkratzer, in deren Glasfronten sich die Stadt und die Sonne spiegeln, geschwungen Brücken, künstlerisch moderne, architektonische Meisterleistungen, das höchste Riesenrad der Welt (mit dem ich gefahren bin) und auf der anderen Seite kleine, alte Bootshäuser, auf weiße Säulen gestützte, altehrwürdige Gebäude etc. Das ist beeindruckend. Jedoch musste ich am heutigen Tage mehrere Pausen einlegen. Um genau zu sein circa alle 30 Minuten. Denn nur vom langsamen Spazieren rann der Schweiß wie von der Tarantel gestochen. Insgesamt habe ich heute etwa 3,7 Liter Wasser getrunken und war nur EINMAL auf der Toilette... Mein Hemd war so nass, als wäre ich damit eine Stunde flott laufen gewesen. Die Luft ist schwer zu atmen. Die Beine fühlen sich schwer an. Wow. Das würde ich auf Dauer nicht aushalten.
Auf meinem langen Rundgang durch die große Innenstadt sehe ich allerlei Menschen, allemöglichen Kulturen, und bin begeistert. Gegen Ende des Nachtmittags geht mir langsam die Puste aus. Viele Kilometer sind zurückgelegt, die Füße sind heißgelaufen, die Kamera wird langsam zu schwer, um damit alle paar Ecken Fotos zu schießen.
Schließlich kehre ich zu meinem Hotel zurück, hole meinen Rucksack ab und schreibe nun an diesem Text. Sehr bald werde ich mein Taxi nehmen und dann geht es endgültig nach Hause.

PS: Achja. Mein Flug bis nach Singapur war exzellent. Vier gute Filme habe ich mir angeschaut (War Horse, Mission Impossible Ghost Protocol, Sherlock Holmes A Game of Shadows und Immortals) und so verflog die Zeit wie im Fluge.. war ja auch im Flugzeug unterwegs... welch gutes Wortspiel ;D

Final Countdown

Es war Freitag der 13. und ich machte mir keinerlei Sorgen. Ich freute mich sogar. Denn am Abend würde ich mich mit ein paar Freunden aus Auckland, aus Barrys Läufergruppe, zum "Farewell-Dinner" treffen. Um 19.30 holte mich Josh in Hillsborough ab. Auch Asher saß schon im Auto. So fuhren wir Richtung Kohimarama Beach, wo wir Dan treffen würden, der dort ein deutsches Restaurant ausfindig gemacht hatte. Als wir ankamen - es war schon finster - war niemand zu sehen - außer natürlich die Restaurantgäste, die hinter den Glasfenstern saßen. Wir riefen Daniel an und weckten ihn anscheinend auf... Genial - typisch Daniel - verschläft ein Dinner! ;D Da er aber in der Nähe wohnt, war er innerhalb von 10 Minuten da.
Zu viert nahmen wir Platz und ich war sehr amüsiert. Das ganze Restaurant war in blau-weiß gedeckt, riesige Bierkrüge standen herum, Bilder aus Bayern hingen an den Wänden, Bierdeckel von verschiedensten Brauereien lagen auf den Tischen versträut und die Musik war das allerbeste - typisch bayerische bzw. auch ein wenig tiroler Musik. Unglaublich. Das es so etwas in dieser Gegend der Welt gibt.
Beim Blick auf die Karte versprach der Abend gut zu werden. Ja, das klang nach gutem heimischem Essen. Müncher Weißwirstl, Käsespätzle, Zigeunerschnitzel, Jägerschnitzel etc. War ich überhaupt noch in Neuseeland? Ich fragte die anderen. In der Tat. Ich war noch hier. Es standen zwar die Übersetzungen unter den Essensbezeichnungen drunter, aber das war natürlich oft nicht die wörtliche Übersetzung. So versuchte ich den anderen drei Jungs unser traditionelles Essen ein wenig wortgetreuer ins Englische zu fassen. Was schwierig war und oft kam nur wenig sinnvolles heraus. Wir hatten unseren Spaß. Die drei waren fasziniert von den deutschen Gerichten und von der Sprach, ich war allgemein von dem Lokal fasziniert. ... Ich hatte mir ein Championschnitzel bestellt - man hatte die Entscheidung zwischen "1 piece" oder "2 pieces" (für 28$).. ich nahm zweiteres. Ich hatte keine Vorstellung, wie groß das nun sein werden würde, aber ich war hungrig; die anderen auch. Gerade wurde das Essen an den Nachbartisch geliefert und ein breites Grinsen und leichte Unfassbarkeit machte sich auf unseren Gesichtern breit. ... MEGA-Portionen. Für den Preis!! Normalerweise isst man in Neuseeland für den Preis Speisen, die von der Größe her gerade mal als gute Vorspeise dienen würden. .. "Daniel!! Du hast mit diesem Restaurant eine verdammt gute Wahl getroffen!!" Unser Essen kam. Heiliges Bisschen. Zwei "pieces" Schnitzel... jedes so etwa 15-20cm im Durchmesser. Ein kleiner Haufen Kartoffelsalat und leckere Pilzsauce. Mhhh. Und zum Trinken gabs einen guten Ginger Ale.
Als unsere Teller leer waren, fühlten sich unsere Bäuche richtig schwer an. Verdammt voll! Und es war lecker. Das hat original wie daheim geschmeckt.
.. Nach weiteren guten und witzigen Unterhaltungen war es an der Zeit nach Hause zu gehen. Wir verabschiedeten Dan und Josh brachte mich und Asher wieder nach Hause. Das war ein genialer Abend! Danke dafür.

Am darauffolgenden Samstag konnte ich leider nicht schön lange ausschlafen. .. Um 9.15 nahmen ich und Daniela aus Chile, die auch mit bei meiner Gastfamilie wohnt, die Fähre am Hafen von Auckland. Es war ein wolkiger Morgen, doch es verspach äußerst gut zu werden. Unser Ziel war Rangitoto. Eine Insel, die vor etwa 600 Jahren als jüngste Insel Aucklands durch Vulkanismus aus dem Meer aufgestiegen ist. Niemand lebt dort. Nur die Touristen erkunden Tag für Tag die sehr schöne Insel. Sie ist dicht bewaldet. Grüne Natur und Urwald ragen hier empor und überall zwischen den Bäumen sind dunkle Lava-Stein-Felder. Zu Stein erstarrte Lava... Ich habe mir eine kleine Gesteinsprobe mitgenommen.
Der Aufstieg zum Gipfel dauerte in etwa eine Stunde. Die Wolken lichteten sich langsam und die Sonne fing an vom Himmel zu bruzzeln. Vom Gipfel aus hatte man einen wunderschönen Rundblick auf Auckland, auf die umliegenden Inseln und natürlich hinab in den großen gähnenden Krater. Diese Wanderung hier hoch schien jeder zu unternehmen, der auf die Insel kam. So entschieden Dani und ich eine große Runde bis in dem Nordwesten der Insel und dann zurück zur Werft zu machen und hofften so den Massen an Leuten (vor allem Asiaten) zu entgehen. Und in der Tat wurde es dann ruhig. Man hörte die Vögel zwitschern, das Meer rauschen, ab und zu einen Flieger fliegen oder in der Ferne nahm man das Motorgeräusch einens Bootes wahr. Die große Runde, die wir machten, dauerte knappe 3 Stunden und schließlich, müde und erschöpft, aber voller interessanter Eindrücke über die Lava-Felder, erreichten wir die Werft und warteten auf die Fähre. Die Möven kreisten am blauen Himmel und die weißen Segelbootchen cruisten in der Ferne durch die Inselwelt, während ich meine Füße ins nicht allzu kalte Wasser streckte.
In der Fähre war ein Nickerchen nötig. Auch wenn es nur für 15 Minuten sein würde.
Und dann gings mit dem Bus flott wieder nach Hause. Es war ein toller und interessanter Tag gewesen. Diese Unternehmung ist zu jedem zu empfehlen.

Sonntags machte ich gemütlich. Noch zwei Tage bis zu meinem Abflug. Zurück nach Hause. Kaum zu glauben. Die Zeit verging so rasend schnell. Knappe 28,5 Wochen vergingen wie im Flug.
Nachdem ich gut ausgeschlafen hatte, machte ich mich gegen Mittag auf in die Stadt, um ins Kino zu gehen. Ich hatte schon länger vor, diesen einen Film zu sehen und hatte den Plan irgendwie schon wieder verworfen. Doch schließlich überwand ich mich.
"The Hunter" (Der Jäger) mit Willem Defoe hatte richtig gute Kritiken bekommen. Es schien lohnenswert, sich den Film anzusehen.
Und in der Tat. Ein äßerst guter Film. Packend. "Gripping". "It stays on your mind for days". Willem Defoe auf der Jagd nach dem letzten tasmanischen Tiger. Diese Jagd, die zu einem Wettlauf wird und Opfer fordert...

Montag: nun gehe ich in mein (vorerst) letztes Training in Neuseeland zum Cornwallpark. Nach ein paar harten 400ern auf dem Rasen, verabschiede ich mich und verspreche mich zu melden und über meine Leistungen zu berichten.
Am Abend wird dann Harry Potter Teil 7 angeschaut und dann - die Taschen fast fertiggepackt - trete ich die letzte Nacht in Neuseeland an. Gute Nacht. Morgen früh gehts zum Flughafen, dann nach Singapur, dann nach Frankfurt und schließlich nach München. Dann werde ich wieder zu Hause sein. Es fühlt sich nicht ganz so echt an. Es ist, als ob ich ein anderes zu Hause hier in Neuseeland gefunden hätte, es ist, als wäre ich gar nicht so lange von zu Hause in Amberg weggewesen, es ist, als ob alles ein Traum war. Eine 20.000 Kilometer lange Reise ist heutzutage nichts mehr...

Dienstag, 10. April 2012

Ostern

Manche Leute gehen an Ostern in die Kirche, manche unternehmen etwas mit der Familie. Andere machen es sich einfach nur gemütlich und wiederum andere nehmen Ostern kaum war.
Hier in Neuseeland konnte man Ostern schon vor vielen Wochen wahrnehmen, als die Supermärkte anfingen Schokohasen und Ostereier zu verkaufen.
Mein Ostern sollte diesmal ganz anders werden. Mein Ostersonntag war ein Abenteuer:
Um 7.20 morgens ging es mit dem Bus nach Waitomo, eine sehr schöne Region, etwa 3 Stunden von Auckland entfernt gelegen. Die Sonne schien schön warm vom wolkenlos blau schimmernden Himmel.

Wenige Stunden später ging es los. Ich wurde von Steven in einem kleinen Van von der i-Site abgeholt und zu dem großen Café gefahren, wo auch schon andere warteten. Wir bildeten schließlich ein Gruppe von 10 abenteuerlustigen Personen (eine Familie aus Australien, eine andere aus Neuseeland und ein Pärchen aus Hongkong und ich), die ihren Ostersonntag damit verbringen wollten, die spektakulären und berühmten Waitomo Caves, riesige wunderschöne Höhlen, zu erkunden. Aber nicht auf dem normalen Weg, wie es viele Touristen machen: über Brücken und Stege durch die dunklen, engen Hallen, die Glühwürmer beobachtend... Nein, für uns musste schon was besseres herhalten. So wurden wir in Neoprenanzüge eingepackt, bekamen einen Helm mit Stirnlampe aufgesetzt und mit eingeengtem Gefühl und etwas unbeholfen, stopften wir uns wieder in den kleinen Van. Nach 5 Minuten Fahrt erreichten wir einen Parkplatz. Dort stiegen wir aus und jeder durfte sich von einem großen Haufen einen großen, schwarzen Gummiring nehmen. Der Name unserer Tour hieß "Black Water Rafting" - Rafting durch schwarzes Wasser. Auf Gummiringen sitzend dunkle, unterirdische Flüsse entlang schwimmend. Das musste gut werden!
So ging es nach einigen Trockenübungen mit den Ringen auf einen kurzen Marsch zum Höhleneingang. Der Eingang war nicht gerade offensichtlich. Ein kleiner Bach plätscherte durch die Urwaldpflanzen hindurch und verschwand plötzlich in einem kleinen Loch, gerade so groß, dass man sich hindurch quetschen konnte. Da wollten wir hinein. Und da gingen wir hinein.
Dunkelheit erwartete uns. Wir hockten uns erstmal hin, auf das kalte, dunkle, uralte Gestein, jeder mit seinem "Gummifloß" in den Händen und mit den Lampen die Dunkelheit absuchend. Die beiden Führer erzähählten uns erstmal alle möglichen Geschichten über die Historie, die Entdeckung durch Maori und die Namensgebung der Höhlen. Waitomo ist der Name. "Wai" steht für "Wasser" und "tomo" für "Eingang" - dort wo das Wasser den Eingang in den Boden findet. Danach wurden erstmal ein paar Witze gerissen, da sowohl unsere Fürher, als auch die australische Familie ziemliche Spaßvögel waren. Dann gabs ein Foto und los gings.
Erst wanderten wir an den Felswänden entlang. Die Finger waren jetzt schon eiskalt und sollten aber noch kälter werden. Uns wurde über die Stalagtiten und Stalagmiten erzählt... Dann kam ein Absatz. Der kleine Bach sprudelte hier etwa eineinhalb Meter hinab und stürzte in ein Becken voller Wasser. Der Reihe nach stellten wir uns rückwärts - wie bei den Trockenübungen gelernt - an die Kante des Absatzes. Der große schwarze Gummiring hinter sich gehalten und in leicht gebückter Hockstellung, so als wollte man sich aufs Klo setzen, nur das man sich dann in den Ring setzen wollte, sprang einer nach dem anderen hinab und landete mit einem lauten Platscher auf dem dunklen Wasser.
Weiter gings. Wir hatten Spaß. Immer wieder wurde gescherzt, ein wenig geschubst etc.
Dann schien es nicht weiter zu gehen... Doch! Dort. Ganz niedrig. Wir setzten uns einer nach dem anderen in unsere Ringe, machten uns so flach wie möglich und ließen uns von der leichten Strömung durch eine äußerst niedrige Unterführung hindurchgleiten. Unter uns im oberschenkeltiefen, dunklen Wasser, begleitete uns ein langer, unheimlicher Aal.
Wenig später wateten wir durch hüfttiefes Wasser, dann ging es wieder mit einem Sprung einen kleinen Absatz hinab und schließlich machten wir Halt in einem kleinen Durchgang. Wir saßen uns gegenüber and den kalten Fels gekauert und die zwei Führer gaben uns Verpflegung in Form von Schokolade - in Fischform - anscheinend typisch neuseeländisch.
Dann sollten wir unsere Stirnlampen ausschalten. Dies taten wir. Und als es dunkel war, war es eigentlich nicht dunkel. Denn nur einen knappen halben Meter über uns leuchteten unzählige Glühwürmer, die an der Höhlendecke klebten. Die zwei Männer erklärten uns, dass die Würmer das Licht durch Abfallprodukte erzeugen und es zur Anlockung von kleinen Insekten dient. Jeder Glühwurm (die übrigens hässlich, unheimlich und glibbrig aussehen) kann viele kleine spinnenartige Fäden produzieren, die 10 Zentimeter von der Decke hinab hängen. Kaum sichtbar. Wenn sich nun ein Insekt hierher verirrt, von dem Licht des Wurms angelockt, bleibt es an einem der Fäden kleben und der Wurm saugt den Faden langsam duch einen winzigen Mund ein, bis das Insekt "da ist", und saugt schließlich auch das Insekt ein. Das mag recht eklig klingen, doch wir saßen dort im Dunkeln und fanden es gar nicht eklig, denn es war einfach nur faszinierend, die unendlich vielen glühenden Punkte, die wie ein Sternenhimmel an der Höhlendecke klebten, zu beobachten.
Weiter gings. Nun wurde das Wasser tiefer und wir bewegten uns, zusammengehakt und auf unseren Reifen sitzend, schwimmend wie ein großer Wurm fort. Weiter den unterirdischen Wasserweg entlang, weiter dem "Sternenhimmel" folgend.
Irgendwann sollten wir einander loslassen und uns treiben lassen und unsere Lichter ausschalten. Die Mission hieß: Finde zurück ans Tageslicht. Der Tipp dazu war: folge dem "Sternenhimmel". Jetzt wurde gedrängelt, geschubst, gelacht, geplatscht. Ich und auch die anderen wollten schneller vorwärts kommen. Doch diese Im-Reifen-Sitz-Position war recht unpraktisch. Wir konnten nur ein wenig mit unseren Händen und unseren Stiefeln im dunklen Nass herumwedeln und hoffen, dass einen das schneller machte.. Tat es nicht. Einige versuchten sich im Zick-Zack vorwärts zu bewegen. Sich von einer Höhlenwand zur gegenüberliegenden abstoßen und so weiter. Die annähernde Schwimmbewegung mit den Händen ließ ich bald bleiben, da dabei immer das eiskalte Wasser in die Ärmel meines Anzugs hineinlief.
Und nach einer Weile, es kam einem wie eine halbe Ewigkeit vor, schimmerte Tageslicht am Ende des Tunnels.... Ja, das Licht am Ende des Tunnels - Nein, tot waren wir zum Glück noch nicht - das war nur der Höhlenausgang.
Und die warme Sonne erwartete uns. Einer nach dem anderen kletterte aus der Höhle ins Freie hinaus. Der vollgesogene Neoprenanzug machte uns das Leben nicht leichter, da dieser nun circa 10 Kilogramm wog. Auch waren wir alle ein wenig eingefroren und deshalb nicht so beweglich.
Direkt am Höhlenausgang wurde ein glückliches Foto geschossen. Alle Augen strahlten über den Fakt, solch ein gutes Abenteuer erlebt zu haben. Eine zweieinhalbstündige Reise durch ein unterirdisches Labirinth. Ich fands auch klasse. Es war super. Fasziniernd. Das kann mal wieder gemacht werden, wenn ich irgendwann hierher zurückkomme!

Den Parkplatz erreichten wir nach einem kurzen Marsch wieder und setzten uns wieder in den kleinen Van. Zurück am Café gabs heiße Duschen (und die waren wirklich heiß - ich konnte mich kaum eine Sekunde drunterstellen) und anschließend warme Tomatensuppe. Die ganzen Fotos gabs zum kaufen, doch das Pärchen aus Hongkong, die den Fotostick schnell gekauft hatten, boten mir an, mir die ganzen Bilder per E-mail zu schicken, sodass ich kein Geld auszugeben brauchte. Äußerst nett. So tauschten wir die E-mail-adressen aus und ich bin nun gespannt, ob die Fotos jemals ankommen. Nicht, dass ich den zweien nicht getraut hätte - sie waren sehr nett und lustig - aber wer weiß... ;D Naja, wenn sie nicht ankommen, was ich schwer bezweifle, dann wäre das wirklich ein guter Grund, recht bald nochmal herzukommen und dieses wunderbare "Black Water Rafting" mitzumachen.

Gegen Abend kam dann wieder mein Bus und brachte mich heile zurück nach Auckland. Dort angekommen, kochte ich mir um halb 10 noch ein schnelles Abendessen und fiel schließlich hundemüde ins Bett. Das war ein guter, ein lohnenswerter Ostersonntag. Frohe Ostern allerseits!

Freitag, 6. April 2012

Letzte Schulwoche

Das war sie, meine letzte Woche an der Mount Roskill Grammar School, einer weithin auf Grund ihrer Auszeichnungen für die exzellente Arbeit mit Schülern aus über 65 Nationen bekannten Schule. Im Französischunterricht bei Miss Robertson haben wir die letzten paar Stunden eine französische Komödie angeschaut; auch habe ich den Schülern, mit welchen ich mich sehr gut verstehe, auf französisch über mein Leben erzählt, während ich Bilder von Deutschland gezeigt habe, die ich auf meinem Netbook gefunden habe. Am vorletzten Tag gabs für jeden ein Stück Bananenkuchen von Miss Roberston und gestern habe ich von der Klasse Schoko-Ostereier bekommen. Sehr süß! Auch hat mir Raymond, einer der lustigsten Schüler, zum Abschied eine Flasche neuseeländisches Ginger Beer geschenkt. .. Ja, die Klasse werde ich vermissen.

Mit einer Sportklasse ging es am Dienstag noch in die Waitakere Ranges zum Wandern. Ziemlich steil und matschig ging es die Urwaldpfade entlang und es hat Spaß gemacht. Allen. Drei Stunden hat es gedauert, bis die Jugendlichen, Ben und Connor (die zwei Lehrer) und ich eine 7 Kilometer-Runde bewältigt hatten. Da kann man erahnen, dass es ordentlich steil gewesen sein muss.
Gestern war dann mein letzter Tag und ich habe von den Sportlehrern ein cooles Neuseeland-"All Blacks"-T-shirt geschenkt bekommen und habe mich nach der Schule mit allen noch auf einen Drink getroffen.

Ja, diese Zeit war eine gute Zeit. Sie ging viel zu schnell vorüber. Da ich nun aber so vielen Leuten in dieser Woche versprochen habe, dass ich wieder kommen werde (und das nicht in allzu ferner Zukunft - hoffentlich), werde ich wohl wiederkommen (und die schöne Zeit wird fortgesetzt werden).

...

Nun ist es Ostern. Und es ist Herbst ... eigentlich. Auch der Wetterbericht scheint den Herbst haben zu wollen. Doch der in den letzten Monaten so faule Sommer, scheint endlich aktiv zu werden. Obwohl regnerisch angesagt ist - täglich - hatte es diese Woche immer zwischen 22 und 26°C, und die Sonne hat bei oft wolkenlosem Himmel ordentlich Feuer im Ofen gemacht. Unglaublich! Und da Neuseeland die Uhren umgestellt hatte, wird es nun schon gegen 19.00 dunkel, und um 20.00 ist es finster. So findet mein gut laufendes Training nun immer öfter bei Sonnenuntergang oder im Halbdunklen statt; die Temperaturen in angenehmen Bereichen, leichter Wind, am bunt beleuchteten Auckland Museum vorbei, unter den im schläfrig machenden, leichten Wind wiegenden Palmen entlang, all die vertrauten Straßen entlang.... Ja, das ist wunderbar!

Montag, 2. April 2012

Schönes Auckland

Nun hat auch Neuseeland seine Uhren umgestellt...
Wir schreiben den 1.April 2012, es ist Sonntag in Auckland. Das Wetter des beginnenden Herbstes ist außerordentlich. Sonnenschein, leicht bewölkt; ein lauwarme Brise streicht bei angenehmen 19 bis 20°C durch die Blätter.
Der 25 Kilometer Morgenlauf war ein voller Erfolg, der entspannte Mittagsschlaf danach sehr erholsam.
Nun sitze ich im wunderschönen Albertpark dirket bei der Uni. Die Palmen über mir werden golden von der Abendsonne beleuchtet. Der große schwarze Brunnen plätschert fröhlich vor sich hin; das Licht bricht sich in den sprühenden Fontainen. Die Rosenbeete ringsherum bilden einen blutroten Kontrast zum dunkelfarbenen Brunnen. Leute gehen spazieren, Studenten liegen auf der Wiese und unterhalten sich; andere spielen Fußball oder versuchen sich meisterlich auf einer gespannten Slack-line. Lustig zu beobachten sind ein Student und eine Studentin, die sich den Ball gegenseitig zukicken. Er mit langen 80er-Jahre-BonJovi-Locken und recht ballgewandt. Sie etwas ungeschickt mit dem runden Leder. Ihr Rückpass geht nicht selten Meter daneben oder zu weit. So muss Er ständig durch die Büsche krabbel und klettern, um den Ball wiederzuholen.
Ich genieße den anrückenden Abend auf einer Bank sitzend. "Conquest of Paradise" summt in meinen Ohren.
Nun sind es noch zwei Wochen. Noch 16 Tage, Neuseeland zu genießen. Doch es wird nicht das Ende einer Geschichte sein, nein, es wird erst der Anfang gewesen sein, nur das allererste Kapitel. Ich meine, man sollte doch an den Ort, an welchem man 6 Monate 1 Woche und 3 Tage gelebt hat und super Sachen erlebt hat, nicht nur einmal wiederkehren...

Mittwoch, 21. März 2012

Mein alltägliches Leben

Es regnet seit drei Tagen. Ununterbrochen. Der Himmel ist trist und eintönig grau und nichts deutet auf Besserung hin.
Jeden Morgen gehts in die Schule. Der Bus fährt eine knappe halbe Stunde. Mein tägliches Ziel ist die Mt. Roskill Grammar School. Knappe 1500 Schüler aus allen möglichen Ländern der Welt gehen hier auf die Schule. Ich helfe, mache mit oder übernehme Klassen im Sportunterricht. Auch bin ich zuständig für einige Computer-Arbeiten. So tabelliere ich Jahrespläne mit allen möglichen sportlichen Events, oder drucke dies und jenes aus, kopiere Zeugs und hefte es dann ordentlich zusammen. Manchmal räume ich die Gerätekammern auf, pumpe nagelneue Rugby-bälle auf oder verwalte neu angekommene Sportuniformen. Es gibt auch viel Freiraum zwischendrin. Da langweile ich mich, lese Zeitschriften, esse etwas oder unterhalte mich mit einem der Sportlehrer. Vor allem mit Ben Horne, der übernehmende leitende Sportlehrer, verstehe ich mich gut.
Allerdings bin ich nicht nur im Sportbereich tätig. Auch in Französisch mit Miss Robertson's Year 12 Klasse bin ich so gut wie täglich. Die Schüler sind um die 16 Jahre alt und machen sich ganz gut. Oft habe ich nicht unbedingt viel zu tun und lausche einfach nur dem Unterricht und lerne selbst Neues oder kann in Gedanken vieles Gelerntes wiederholen. Dann und wann machen Miss Robertson und ich Hörverstehensübungen und lesen Dialoge vor, oder ich schreibe kurze Geschichten auf Französisch, lese diese vor und die Kids müssen Fragen dazu beantworten. In den letzten Tagen wurde ordentlich auf die Prüfung vorbereitet. So habe ich kleine kurze Gespräche mit den Schülern auf Französisch gehalten, damit typische Flosqueln einfach besser hängen bleiben. ... Schließlich war Prüfungstag und ich habe diejenige Sache entdeckt, die am Lehrer-Sein doch ganz cool ist. Die Kinder sitzen dort, es herrscht Stille, die Köpfe rauchen und man sitzt einfach da und lauscht den Regentropfen, die draußen aufs Dach fallen, schaut in die grübelnden, über die Bögen gesenkten Gesichter und denkt sich: "Ja, das kenne ich irgendwoher. Doch diese Betrachterseite gefällt mir eindeutig besser!"

Meistens um 15.00 gehts dann wieder heim. Im Zimmer angekommen, halte ich oft ein kleines Nickerchen, bin am PC, lese oder plane und buche Unternehmungen (oder schreibe das hier). Dann, etwas später, gehts zum Trainieren. Nicht jeden Tag, aber fast. Wenn ich dann wieder zurück bin, wird geduscht und dann auch schon das Abendessen gekocht. Meistens gibt es Pasta, aber oft auch Lachs. Danach machen wir (gemeint ist unsere kleine Gruppe von Volunteers, die alle mit der selben Organisation hier sind: Christian aus Connecticut, Olivia und Florence und Claire aus England und ich) es uns im Fernsehraum gemütlich und schauen gute Filme wie "Blood Diamond" oder wir sitzen zusammen in der Küche, reden über allen möglichen Quatsch, und, und, und...

An den Wochenenden ist eigentlich immer etwas los hier in Auckland. Kaum ein Wochenende vergeht ohne besondere Veranstaltung. Und es lohnt sich oft, diese zu besuchen.

Gerne schlendere ich nachmittags auch durch die Innenstadt, die Queenstreet hoch und runter. Alles ist schon so sehr vertraut. In die Bibliothek, in den großen Buchladen, in den Supermarkt oder in das Warenhaus etc. Fast fühle ich mich wie ein einheimischer.

Dienstag, 20. März 2012

Neuseeland - der Herbst kommt

Das Wetter ist regnerisch wie es den ganzen Sommer schon war. Der Wind fegt kräftiger durch die Straßen. Es wird etwas kühler. Die schwülen 22-23°C des Sommers wandeln sich in schwüle 19-20°C. Die Ahornblätter sind die ersten. Rot-braun verfärbt hängen sie an den Ästen, zum Abfallen bereit.
Doch es ist schön! Vor allem, weil Mum und Dad da sind.
Sie haben sich auf die lange Reise begeben um mich hier am Ende der Welt, knappe 4500 Kilometer vom Südpol entfernt, hinter der riesigen Landmasse Australiens und einen zwei-Stunden-Flug von der Datumsgrenze entfernt, zu besuchen. In der arabischen Wüste, wo blinkende, stählerne Glasriesen in den Himmel ragen, wo das Geld fließt wie das Öl, wo das Land von Scheichs regiert wird, haben sie übernachtet, danach in der Stadt der spannendsten Pferderennen und auch Formel-1-Rennen zwischengestoppt und sind schließlich in dem neulich auf Platz 3 der lebenswertesten Städte der Welt gewählten Auckland gelandet.
Für zwei Wochen bleiben sie und wir fahren zusammen los, um eine sehr sehr schöne Tour rund um die Nordinsel zu unternehmen. Es geht über Matamata, wo wir das Originalfilmset "Hobbingen" aus Herr der Ringe in einer wunderschönen Landschaft sehen. Dann geht es über Rotorua, wo in den Parks und an den Ufern des Sees nach Schwefel und faulen Eiern stinkende Dampfwolken aufsteigen. Auch aus dem ein oder anderen Kanaldeckel dampft es. Wir befinden uns hier in einer thermalen, vulkanischen Gegend. Der nächste Stop in Wai-o-tapu führt uns durch eine vulkanische Landschaft mit blubbernden und dampfenden Seen, die in rot, neongelb, weiß und grünen Farben (alles natürlich) leuchten. Es geht weiter durch grüne Lanschaften mit eigenartig kleinen spitzen Hügeln bis nach Taupo zum Lake Taupo, einem riesigen Kratersee, 40 Kilometer lang, 28 Kilometer breit, sein Umfang beträgt 193 Kilometer. Der See ist vor rund 23.000 Jahren durch die Explosion eines Supervulkans entstanden. Diese Explosion ist besagt als der größte Vulkanausbruch der Erd-Historie. Die Asche verteilte sich über riesige Gebiete und wird noch heute gefunden. Der See wird gesepeist durch mehrere Zuflüsse, die im zum Weltnaturerbe gehörenden Tongariro Nationalpark entspringen. Der Nationalpark erstreckt sich hinter dem See an seiner Südspitze und bei gutem Wetter, wie wir es hatten, kann man vom nördlichen Ende ein wunderschönes Panorama über den glasklaren See bis auf die drei schneebedeckten Vulkane genießen.
Die Hukafalls, die vom See Richtung Norden hin gespeist werden, sind gewaltige Wassermassen. Wir standen hier am Rande des Flusses und beobachteten die weiß schäumenden Fluten. Jede Sekunde donnern 200.000 Liter Wasser 9 Meter in die Tiefe, was genug wäre, um fünf olympische Schwimmbecken in einer Minute zu füllen.

Unsere Reise trägt uns weiter in wärmere Gegenden an der Ostküste der neuseeländischen Nordinsel. Hier stehen Apfel- und Weinplantagen über seichte Hügel verteilt. Die Art-Deko-Stadt Napier unterstreicht das Flair der klimatisch besonderen, sonnigen Gegend.

Auf dem Weg nach Süden Richtung der Hauptstadt Wellington entscheiden wir uns auf halbem Weg zu einem sponaten Halt beim Mt. Bruce National Wildlife Centre. Der Regenwald hier ist wunderschön und so saftig grün. Hier befindet man sich in einer anderen Welt. Das durch Menschenhand geschützte Waldgebiet wurde mit vielen Vogel- und Tierarten neu besiedelt. Alle Arten sind einheimisch und deren Populationen sollen hier neu heranwachsen. So wandern wir Pfade entlang, unter riesigen Farnen, Bäumen, Lianen und Schlingplanzen entlang. Ein kleiner Bach fließt durch die grüne Natur und wir können riesige Aale beobachten. Auch sehen wir die einheimischen Kiwis. Die berühmten kleinen, flugunfähigen Vögel. Erstaunlich schnell auf ihren Beinchen huschen sie in lustiger Gangart über den Waldboden und suchen mit ihren langen Schnäbeln nach Insekten im Boden.
Tolle Erfahrung.
Das schlechte Wetter, welches uns an diesem Tag begleitet, wird schließlich in Wellington von dem starken Wind hinfortgeweht. Der Himmel klart auf. Aber es ist frisch.
Wir verbringen einen schönen Abend beim Italiener.
Am nächsten Morgen gehts für mich mit dem Bus wieder nach Auckland zurück. 12 Stunden durch Panorama-Landschaften.

Mama und Papa setzen ihren Weg alleine fort. Ich bin wieder zurück, um wieder zur Arbeit zu gehen.
Meine Eltern entdecken den Tongariro Nationalpark von Nahem, sehen sternenhimmelartige Glühwirmchen-Kolonien in riesigen Höhlen, erkunden die Gegend bei der berühmten Cathedral Cove und begeben sich in den Inselreichen Norden, um große, wunderschöne Delphine in freier Wildbahn zu erleben.

Schließlich ist es Sonntag und ich laufe den wahrscheinlich größten Fun-Run der Welt mit. 8,4 Kilometer an den Buchten und Stränden Aucklands entlang, viel Gegenwind und schwül.
Ganz vorne an der Startlinie stand ich. Hinter mir über 70.000 Menschen, über einen Kilometer hingestreckt.
Los gings. Nach 32 Minuten bin ich im Ziel. 24. Platz. Und meine Eltern erwarten mich. Tolles Erlebnis!
Schließlich machen sich Mum und Dad auf den Weg zum Flughafen. Zwei Wochen sind vorüber. Der Heimflug steht an.

In vier Wochen geht es auch für mich wieder nach Hause. Irgendwie schade. Ich weiß nicht so recht, wie ich fühlen soll. Hab mich hier schon so eingelebt, dass ich so gerne noch viel länger bleiben würde. Andererseits freue ich mich auf daheim und alle, die ich lange nicht gesehen habe.
Doch mit mehr als hundertprozentiger Wahrscheinlichkeit werde ich hierher wieder zurückkehren. In nicht allzu entfernter Zukunft! ...

Aber was schreib ich denn da schon wieder?! .. Ich habe noch vier Wochen vor mir. Und das hier wird mit Sicherheit nicht der letzte Bericht... Das wird er definitiv nicht! Das war erst der Anfang. Die Geschichte geht weiter... :)

Mittwoch, 22. Februar 2012

SYDNEY

Freitag morgen, 4.20Uhr, der Wecker klingellt. Ich bin ganz leise, um Christian D. aus Connecticut nicht zu wecken. Mein Rucksack ist gepackt, frühes, kurzes Frühstück, und dann ab, um den Bus zum Flughafen zu nehmen.

Um 7.35, sehr pünktlich, fährt der Airbus A320 von der Kompanie Jetstar auf die Startbahn, bereit zum Abheben. Die Sonne ist gerade überm Horizont aufgegangen. Die Wolken ringsherum leuchten in rötlich-orangem Ton.
Zweidreiviertel Stunden später landet die Maschine auf dem Flughafen von Sydney, Australien, Ostküste.
Nun bin ich wieder hier, in der Stadt, die sich in meiner Liste der Lieblingstädte sehr weit oben eingelistet hat. Die Sonne strahlt, 26°C, leicht bewölkt. Und ich mache hier Urlaub, also kein Druck! Ich befinde mich in der Arrival Hall meines Terminals und sitze auf einem der bequemen Stühle, das freie Flughafen Wi-Fi nutzend.

Die U-Bahn bringt mich gut ins Stadtzentrum. St. James ist meine Destination. Vom Hyde Park aus gehts acht Minuten bis zum Boomerang Backpackers Hostel. Ja, jetzt, bei meiner zweiten Visite hier, kenne ich mich schon aus, als wäre ich hier zu Hause. Ich kenne die Wege blind. Das macht Spaß! ... Da mir in der U-Bahn - wohl als besondere Aktion - wie auch Anderen, anstelle des normalen U-Bahn-Tickets für 16$ ein Tages-Ticket für Züge, Busse und Fähren (im Wert von 60$) in die Hand gedrückt wurde, änderte ich direkt meine Planungen. So nehme ich dirket, nach einer kurzen Rast im Zimmer, den Bus Richtung Bondi Beach. 25 Minuten geht es durch Sydneys schöne Straßen. Dann erreiche ich die Bucht. Hunderte von Menschen sonnen sich hier, die Handtücher auf dem federweichen, goldfarbenen Sand ausgebreitet, das grün-bläuliche Mehrwasser glasklar. Viele Surfer sind hier auch. Gute Wellen für Beginner gibts hier!
Ich schlendere an der Promenade entlang und genieße die Wärme und die frische Luft.
Am linken Ende der Bucht gibt es einen Aussichtspunkt. Hier stehe ich nun, auf eigenartig bunten Felsformationen, hinausblickend auf das weite Meer. Irgendwo dort hinten muss Neuseeland sein...

Auf einmal macht sich eine dunkle, schleierhafte Riesenwolke am Himmel breit. Der Wind wird frischer. Viele Sonnenbadende packen zusammen. Ich pflanze mich in den weichen Sand und lese ein wenig. Dann mache ich in der Ferne Regenschleier aus. So packe auch ich ein. Besorge mir in einem Café die heißeste heiße Schokolade, die ich je bekommen habe (habe mir Zunge und Hand leicht verbrüht) und fahre dann mit der 333 zurück, die Oxford Street entlang, bis zur Williams Street.
Zurück im Zimmer...
.. Laufen tut gut. Nach der Woche Training, welches mich ermüdet hatte, kommt so ein auflockernder Run ganz gelegen. Es geht hinab die Bourke Street, bis zur Wooloomooloo Bay, dann entlang der Waterfront bis zum schönen Opernhaus. Von da entlang des Circular Quays und dann steil hinauf bis zur Harbour Bridge. Dann überquere ich die Harbour Bridge und schließlich alles zurück. Die Sonne kam dann auch wieder und die Skyline, Harbour Bridge und Opernhaus wurden in das rote Licht der sich schlafen legenden Sonne getunkt. Fantastisch!

Komplett müde und nach einem großen Ceasar Salad in einem der Restaurants am Darling Harbour (hier in Sydney gibts meiner Meinung nach die besten Ceasar Salads überhaupt - unglaublich lecker hmmm.) setze ich einen müden Fuß vor den anderen, die Freitag-abendlich vollen Straßen entlang schlurfend, die Flughunde mit ihren ledernen Flügeln wie Vampire am Nachthimmel kreisend...

und falle nicht lange später ins Bett...

Samstag, 18.02.2012. Das freie Frühstück im Hostel war gut und habe mich bei Wahnsinns-Wärme (Sonnenschein, 27°C) erstmal zur Staatlichen Bücherei von New South Wales aufgemacht (W-Lan... :D). Ein sehr schönes, altes Gebäude und teils mit Glasfassaden modernisiert. Gefällt mir.
Nun kaufe ich mir gerade ein Ticket an Werft Nummer zwei. Von hier geht drei Minuten später die Fähre an die Northshore zum Toranga Zoo. Einem sehr sehr tollen Zoo! ...
Die Sonne bruzzelt vom Himmel. Wir haben 28°C.
Vor allem die Vogel-Flug-Show und die Seehund-Show faszinieren mich. Super eintrainierte Vorstellungen und Wahnsinnserklärungen. Seehunde, die winken, den Kopf schütteln, mit dem Publikum "sprechen", alles auf Kommando. Eulen, die zentimeterknapp über die Köpfe der Zuschauer hinweg rauschen. Höchst intelligente Tiere. Papagaien, die Geldstücke von Zuschauern klauen und wieder zurückbringen... Wow. Und dann habe ich alle möglichen anderen Arten wie Spinnen, Quastenflosser, Giraffen, nepalesische Gämse, Tapire und viele mehr auf meinem viereinhalbstündigen Rundgang (ja, der Zoo ist groß!!) bestaunen dürfen. Man konnte sogar in ein paar Gehege hineingehen und nur Zentimeter von sich sonnenden Kängurus entfernt stehen und Fotos schießen. Schönes Erlebnis.
Wieder sehr müde und geschafft für den Tag.

...

Sonntag Morgen: Es geht auf einen Morgenlauf an der Waterfront entlang, bis zum Opernhaus, hoch zur Harbour Bridge, an der Northshor bis zu einem kleinen Park und einer Segelyachtenbucht und dann zurück. Der Sonnenaufgang ist noch jung. Doch die Kraft des Feuerballs ist schon enorm. Die Straßen sind noch spärlich belebt...

Nun sitze ich in der State Library, mich vor der Hitze draußen versteckend (es hat um die 30°C). Gut hatte ich gefrühstückt und dann ausgecheckt und nun verbringe ich den Tag noch in der Stadt bis ich nachher zum Flughafen muss, um dann schon wieder meinen Rückflug nach Neuseeland anzutreten.
Zuerst bin ich noch durch die mehr als belebten Straßen und Einkaufsgassen der Stadt geschlendert, habe hier und da in die Geschäfte hinheingeschaut und habe sensationellerweise auch eine "Lünerburger German Bakery" gefunden. Mit original deutschem Brot. Leider habe ich mir dann keins gekauft (Es werden dann also 6 Monate sein, die ich ohne normales Brot verbracht habe.. immer nur dieses Weißbrot und Toast... tststs).
Danach habe ich mich im Hyde Park in die Wiese gepflanzt und mein Buch gelesen bis ich 2 Stunden später aufgebrochen bin, um die (zunächst falsche, dann aber doch noch die richtige) U-Bahn zum International Airport zu nehmen.
Am Flughafen passierte es mir zum aller ersten Mal, dass die meine Tasche aufmachen wollten... Beim Röntgen waren sie irritiert von meinem Kamerastativ..

Mit Sonnenuntergang startete die Maschine und um 1.00 nachts war ich endlich im Bett.
Das war ein kurzer, aber guter Urlaub!

Christian

Sonntag, 12. Februar 2012

Wellington, Picton und Marlborough Sound TEIL 5

Nun bin ich in Wellington zurück und dem Wetter fällt auf einmal ein, mal wieder endlich schön zu werden.
Die Fähre hatte gut über die Cook Strait übergesetzt, wobei diesmal der Wellengang das enorme Schiff ein wenig hoch und runter geschaukelt hat.
Ich habe also wieder in mein Hostel eingecheckt und die erste Nacht (bin gestern abend erst spät angekommen) gut verbracht.
Heute ist ein guter Tag (Montag) und ich schlendere durch die Stadt, nutze mal wieder das kostenlose Stadt-Wi-Fi, um nach Hause zu skypen (ja, heutzutage skypt man nach Hause und telefoniert nicht nach Hause, wie es einst ET tat) und verbringe einen angenehmen Vormittag.
Am Nachmittag nehme ich den Bus Nummer 2 Richtung Stadtteil Miramar. Dort, wo die berühmten WETA-Caves, die Filmstudios Neuseelands sitzen. Es gibt dort eigentlich nichts spektakuläres: es ist ein kleines Haus mit Museum und Souvenir-shop (die "Hallen" sind natürlich nicht öffentlich). Aber es ist schon interessant, weil man hier alles mögliche über die Verfilmung nicht nur von der Herr der Ringe erfährt. Auch Avatar, auch Tintin (alias Tim und Struppi), auch Final Destination, auch KingKong wurden hier verfilmt. In und in Zusammenarbeit mit diesen Filmstudios. Alles Filme, die von Hollywood als zu teuer, zu unattraktiv oder zu vage abgehandelt wurden und hier gelandet sind.

Nein, und ich kann in diesen Tagen nicht genug von Herr der Ringe haben (Entschuldigung!). Für Dienstag hatte ich eine geführte Herr der Ringe Tour gebucht.
So werde ich von dem kleinen Van, mit einem sehr netten und coolen Guide abgeholt (wir sind insgesamt 5 Passagiere) und besuchen nun sieben verschiedene Original-Filmsets um Wellington herum, und stehen an den selben Flecken, wie es einst die Schauspieler taten. An Stellen, die wunderschön in der Natur gelegen sind. Entweder an Flussufern oder im Dickicht des schönen Waldes. Und es gibt immer Erklärungen zu den Drehtechniken (es wurde viel mit Miniaturen gearbeitet, weil die enormen Bauten, die im Film vorkommen, niemals hätten in Wirklichkeit erstellt werden können), und wir bekommen vor Ort die Filmszenen zum Verlgeich auf dem Laptop vorgeführt. Schließlich kriegen wir das verdiente Lunch, was in der Tour mit beinhaltet ist und erkunden noch ein wenig den Wald, bevor wir wieder nach Wellington City zurückcruisen.
Diese Tour war wirklich absolut interessant und hat sich gelohnt. Man muss sich allerdings mit den Filmszenen gut auskennen und alles gut im Gedächtnis haben, denn von den originalen Filmsets (wie Helmsklamm) steht natürlich nichts mehr. Das wurde alles wieder abgebaut. Nur noch "Hobbingen" (nördlich von Rotorua) steht noch, da die Filmcrew um Peter Jackson dieses Set gerade für den Dreh von dem "Hobbit" brauchen.

(In der Zwischenzeit sind neue Hostel-Zimmer-Mitbewohner angekommen: ein Holländer, zwei dänische Mädchen, die ein wenig deutsch sprechen und zwei schwedische Mädchen, die auch ein wenig deutsch sprechen. ... So gab es dann des öfteren sehr lustige Unterhaltungen)

Mittwoch Morgen: Früh bin ich aufgestanden und stehe nun vor dem Bus, der mich wieder nach Auckland zurückbringen soll. Um 8.45 gehts los. Es ist ein sonnig warmer Tag und die Aussichten und Landschaften, die ich vom Bus aus bestaunen kann, sind fabelhaft. Vor allem beeindruckend ist der zum Weltnaturerbe gehörende Tongariro National Park, eine Gesteinswüste, mit drei halb aktiven Vulkanen und einem normalen Berg, allesamt so hoch, dass auch im Hochsommer noch Schnee liegt. Unglaublich schön!
Nachdem wir die Reifenpanne auf der Hälfte der Heimfahrt behoben hatten und die Gepäckverwechslung kurz vor Auckland geklärt war, stehe ich nun müde am Busbahnhof in Auckland, aber froh wieder "daheim" zu sein. Das waren mal verdammt lange 12 Stunden Busfahrt. Nun schnell nach Haus und ab ins Bett! Gute Nacht.

Das war meine Reise. Ganz alleine habe ich sie unternommen und hatte viel Spaß dabei und habe sehr viel erlebt.
Nun sind es nur noch knapp 11 Wochen, bevor es wieder nach Hause, ins (bis dahin hoffentlich wärmere) Heimatland Deutschland geht. Time flies!

cheers,

Christian

Sonntag, 5. Februar 2012

Wellington, Picton und Marlborough Sound TEIL 4

Nach einer kalten Nacht (ich fror etwas), aber mit ausreichend Stunden an Schlaf, mache ich mich nach einem kurzen Frühstück um Punkt 9.06 auf den Weg. Die erste halbe Stunde geht erstmal nur bergauf. Das bringt einen ordentlich außer Atem. ...Warum so viel bergauf? Ganz einfach: der Wanderweg führt an dieser Stelle nun weg von den Buchten und den Stränden und schließlich glückerlicherweise auch raus aus dem dichten Urwald (so habe ich die Zirp-Viecher vom Hals) und schlängelt sich empor auf einen Sattel. Den Kenepuru Saddle. Von dort folgt der Weg heute weiter über die Bergrücken und über weitere Sättel mit wunderschönem Ausblick auf zwei Sounds, nach rechts und nach links. Es geht heute ordentlich profiliert zu. Einige steile Bergaufpassagen, einige steile Bergabstücke. Das ist heute nicht leicht, vor allem, da mein Gepäck auf den heutigen 25 Kilometern (dies ist die längste Etappe meiner Wanderung) immer schwerer und schwerer zu werden scheint. Aber ich halte das trozdem tapfer durch.
Der breite Pfad hat nun lehmig sandigen Boden und ab und zu eher Wiese und herrlichen, mit Nadeln bedeckten Waldboden als Untergrund. Das verrät auch schon die Umgebung. Kein dichter, dunkler, grüner Urwald mehr, sondern lichter Nadelwald. Und es duftet wieder so wunderbar. So geht es eigentlich die ganze erste Hälfte der Wegstrecke. Ab Mittag, nachdem ich bereits zwei gute Pausen mit leckeren Snacks und Energieliferanten hinter mir habe, kommt sogar die Sonne ein wenig heraus und begleitet mich ein Stück (die Bewölkung ist im großen und ganzen überhaupt nicht schlecht, da es so nicht zu heiß oder zu stickig wird!). Erstens das, und zweitens wechselt die Umgebung zu mannshohem Buschland und steilen Berghängen. Später, auf den letzten 6 Kilometern (die Zeit vergeht im Schneckentempo!!) wandere ich dann durch lichten, hellen Laubwald. Sehr schön. Vieles wirkt unecht, oder wie etwas, was man nur aus Filmen kennt. So auch oft der Weg. Steinig und etwas moosig und manachmal gesäumt von niedrigen Nadel- oder Laubbäumen, die sich wie eine Allee um den Pfad schließen - das erinnert wiederum an Peter Jacksons Meisterwerk um die Hobbits.

Endlich, am Torea Saddle angekommen (mir kommt es wie eine halbe Ewigkeit vor), kommt ein Wegzeichen, dass das Portage Bay Hostel ausweist. ... Wenig später, nach gesamt fünfeinhalb Stunden Wanderung (8 bis 9 Stunden waren nach der Karte ausgeschrieben) erreiche ich meine wunderschöne Unterkunft. Sie liegt am Strand der Portage Bay und hier gibt es sowohl das Hostel, als auch ein Resort Hotel. So ist es gut elegant. ...
Jetzt sitze ich in der Lounge neben der Bar auf einem weichen roten Sofa und benutze das Internet. Leichte Jazzmusik läuft im Hintergrund. Und ich werde jetzt, nachdem ich einen sehr gesunden Burger und einen hausgemachten Kuchen als Abendessen hatte, sehr sehr bald ins Bett gehen, da sich meine Beine und Füße bleischwer anfühlen und ich hundemüde bin. Die 25 Kilometer zeigen ihre Wirkung (haben sie auch schon auf den letzten 8 Kilometern meiner Wanderung).
Morgen gehts auf den letzten Abschnitt, der mich nach Anakiwa führen wird, von wo aus ich wieder ein Wassertaxi zurück nach Picton nehme. Nocheinmal 20 Kilometer erwarten mich. Aber dieser letzte Teil des berühmten und schönen Queen Charlotte Tracks soll der schönste Abschnitt sein. Ich bin gespannt.

...

Am Morgen fühle ich mich wieder gut und das Frühstücksbuffet ist super lecker und ausreichend. Nur das Wetter schaut alles andere als gut aus. Für heute war schönes Wetter angesagt. Tja, genau das Gegenteil ist jetzt der Fall. Die Wolken hängen verdammt tief und die umliegenden Hügel sind alle von Weiß umhüllt. Die Luft ist extrem feucht. Das Wetter hat sich also nochmal verschlechtert, anstatt verbessert.
Nachdem ich nocheinmal in der Lounge im Internet gesurft habe, checke ich aus und mache mich um 9.30 auf die Socken.
Die erste dreiviertel Stunde geht es erstmal steil bergauf. Keine Pause angesagt. Nach 20 Minuten habe ich die Wolken erreicht und ich tauche ein in das feuchte Weiß. Es ist anstrengend, sehr anstrengend: Der Untergrund ist rutschig. Die Luftfeuchtigkeit beträgt 100%. Der Schweiß rinnt mir die Stirn und die Schläfen hinab und tropft von der Nasenspitze und vom Kinn hinab. Mein Herz pocht hart gegen die Innenseite meines Brustkorbs. Und es ist totenstill. Das einzige, was man hört, ist mein schwerer Atem, meine schweren Schritte und die schweren Tropfen, die im Blätterwerk ringsherum platschend hinabfallen. Ab und zu pfeift ein Vogel. Aber sonst umhüllt mich das weiße Nichts und schneidet mich von der Außenwelt ab. Ich habe kein Zeitgefühl. Ich setze Schritt vor Schritt, immer weiter. Man sieht keine 50 Meter weit. Und es geht immer noch bergauf. Dann hört man mal ein Motorboot irgendwo in der Tiefe in dem wabernden Wolkensee.
Endlich scheine ich den höchsten Punkt erreicht zu haben. Oh danke, dass dieser Anstieg endlich vorüber ist. Hier oben sind kaum Bäume und im ersten Moment denke ich, es läge Schnee. Doch die grau-grünen Gräser überall sind alle mit unzähligen Tropfen bedeckt, sodass alles weißlich schimmert. Wunderschön. Ich versuche etwas zu sehen. Aber da ist nur weiß. Man könnte meinen, man steht auf einem 7000 Meter hohen Gipfel und die Tiefe ringsherum ist ungemein...
Der Abstieg ist genauso lang wie der Aufstieg. Meine völlig durchweichten Sachen werden bei der Feuchtigkeit nur langsam wieder trocken. Schließlich erreiche ich flache Pfade. Hier lässt es sich besser marschieren. Ich weiß nicht genau, wie lange ich für den heutigen Marsch brauchen werde, aber ich muss in jedem Fall um 16.00 in Anakiwa sein, um mein Wassertaxi zu bekommen. Also trödel ich nicht zu sehr (obwohl ich weiß, dass ich die angegebene Wanderdauer immer leicht unterbiete [heute sind 6-8 Stunden für die 20 Kilometer angegeben]).
Ein wenig später mache ich endlich meine erste Pause. Ich muss neue Energie tanken. Ich sitze hier also auf einem Baumstumpf am Wegesrand und lausche der Stille. Auch stelle ich mir vor, was wäre, wenn um die Kurve da vorne aus dem Nebel plötzlich schwarze Reiter kommen würden (Anspielung auf 'Herr der Ringe') - aber es kamen keine. So setze ich nach zehnminütiger Rast meinen Weg fort.
Als ich schon optimistisch werden will, als es ein wenig heller zu werden scheint, wird mein aufkeimender Optimismus umgehend von einsetzendem Nieselregen getrübt.
Irgendwann, es scheint eine Ewigkeit gedauert zu haben, erreiche ich die Markierung, die mir sagt, dass ich noch 11 Kilometer vor mir habe. Der harte, anstrengende Teil der heutigen Zieletappe ist somit hinter mir gelassen und jetzt geht es leicht wellig über die Bergrücken, fast wie auf einem Drachenschwanz entlang, hinab nach Anakiwa. Hier lasse ich es sehr locker angehen und gehe in gemütlichem Tempo weiter, denn ich weiß, dass ich es jetzt locker bis Anakiwa weit vor 16.00 schaffe (Ich habe die erste Hälfte statt der angegebenen vier Stunden in zweieinhalb Stunden absolviert - Respekt!).
Kurz vor meinem Ziel komme ich noch an einer wunderschönen Bucht vorbei. Ein langer Strand breitet sich hier aus und die Wiese ist als Campinggrund ausgewiesen. Hier bleibe ich ein wenig und genieße das heute weniger schöne Wetter. Aber ich muss letztlich sagen, dass das überhaupt nichts gemacht hat. Denn so war es abenteuerlich und erlebnisreich. Ein Abenteuer ist es nämlich immer nur dann, wenn unübliche oder außergewöhnliche Bedingungen vorliegen. Das war definitiv der Fall! Mit schönem Wetter wäre es ja eher eine Art normaler Urlaubs-Wanderausflug geworden. So war es spektakulär. Es hat mir gefallen! Vier Tage Anstrengung, einzigartige Natur pur und ein völlig unbeschwertes Gefühl (aber nur das Gefühl, nicht das Gepäck...).

... Dann erreiche ich die "1-Kilometer-Marke". Die letzten 1000 Meter von ganzen 71 zu Fuß zurückgelegten Kilometern über Stock und Stein und durch verschiedenste Umgebungen und Bedingungen. Das ist schon irgendwie besonders! ... So wird plötzlich auch das Gepäck unbeschwert. Ich laufe los im flotten Joggingtempo. Ja, das Ziel kommt näher. Und dann ist es erreicht! Yippie! Geschafft. (vierdreiviertel Stunden reine Gehzeit!)

Nun entspanne ich in meinem Hostel in Picton. Das Wassertaxi hatte mich gut wieder zurückgebracht. Auch ein gutes Omlette habe ich bereits als Abendessen verzehrt. Morgen verbringe ich den Tag noch hier und werde dann später wieder nach Wellington zurückkehren.

...Fortsetzung folgt...

Freitag, 3. Februar 2012

Wellington, Picton und Marlborough Sound TEIL 3

Um 9.00 legte das kleine Wassertaxi in Picton ab. Es war ein kleiner motorisierter Katamaran von dem Unternehmen "Endeavour Express". Der Kaptain war sehr nett. Sechs andere Leute waren mit mir an Bord, die aber alle nur eine Tagestour unternehmen wollten. Ich dagegen hatte meinen Rucksack, mein Trinkbeutel war gefüllt und meine Umhängetasche war auch dabei. Ich hatte vor, den malerischen Queen Charlotte Track zu wandern. 71 Kilometer in 4 Tagen.

Nach einer Stunde Fahrt legen wir am Steg in der Ship Cove an. Jener Ort, wo Captain James Cook vor drei Jahrhunderten vor Anker ging, um zum ersten Mal Fuß auf die Südinsel zu setzen. Hier findet man auch ein (eher hässliches) Denkmal mit der Geschichte.
Um Punkt 10.25 marschiere ich los. Die ersten paar Kilometer gehen steil bergauf. Der Urwald ist sehr dicht und wieder dieser teils ohrenbetäubende Lärm der Insekten. Es ist stark bewölkt und ein leichte erfrischende Brise weht. Das sind sehr gute Bedingungen fürs Wandern. Denn man kommt schnell ins Schwitzen. An der Spitze des Anstiegs angekommen treffe ich das ältere Ehepaar wieder, das auch in meinem Wassertaxi war. Sofort kommen wir ins Gespräch. Sie sind aus Queensland, Australien und sind mit dem Schiff von Sydney nach Neuseeland rüber gekommen. Anfang siebzig sind beide und äußerst gut in Form, wie ich herausfinde, denn wir machen uns zusammen auf den Weiterweg. Das ist ganz schön, denn so habe ich Gesprächspartner und die zwei gehen ein sehr moderates Tempo, das mit meiner Ladung hinten drauf nicht allzu sehr anstrengt. Wir sprechen über Neuseeland, die Natur, Universitäten, Sport und vieles mehr. Sehr nett!
Gegen Mittag machen wir an einer Bank Stop, um ein wenig was zu essen.
Der kleine Pfad schlängelt sich durch das Dickicht, hoch und runter (der Großteil der heutigen Strecke jedoch flach), an Bächen und einsamen Buchten entlang und ab und zu läuft einem ein "Wacker", ein Kiwi- oder Huhn-ähnlicher flugunfähiger Vogel, der gerne Sachen klaut, über den Weg. Faszinierend.
Gegen 14.00 erreichen wir schließlich das Endeavour Inlet, eine äußerst schöne Bucht mit mehreren Unterkünften. Die beiden Australier biegen dann zu einer der Unterkünfte am Anfang der Bucht ab, um dort ihr Wassertaxi zurück nach Picton zu nehmen. Ich wandere noch 20 Minuten weiter und erreiche nach einer kleinen Hängebrücke das "Woolshed". Adrienne, die Besitzeren, empfängt mich herzlich und schenkt mir erstmal zwei selbstgemachte Muffins. Dann beziehe ich das "Hut", meine kleine Hütte (in der drei Betten und eine Miniküche sind; bin aber alleine) und mache mir zu den Muffins einen Tee. Jetzt fühle ich mich ordentlich müde und lege mich erstmal hin, froh das Gewicht von Rucksack endlich von meinen Schultern herunter zu haben. 16 Kilometer sind geschafft; das war Etappe 1 (knappe 4,5h).
Meine Unterkunft liegt knappe 50 Meter vom Meer entfernt und ringsherum ist eine Art Kornfeld. In der Sonne, die mittlerweile rausgekommen ist, leuchtet das Feld golden und der warme Wind streicht durch die Ährenplanzen. Ein paar Hühner laufen auch herum. Ach, hier könnte man doch für immer bleiben.

Später erfahre ich von Adrienne, dass sie ein Kajak hat, welches ich am Strand finden und frei benutzen kann. Gute Idee! So mache ich dies. Eine kleine Rundfhart von 15 Minuten durch die Bucht und dann wieder zurück, weil sich das Wetter wieder ein wenig zuzieht. ..Ich liebe Kajaken!

Da ich mir Abendessen und Frühstück mitgebucht habe, hat mir Adrienne zwei Körbe gegeben. Der eine gefüllt mit Marmelade, frischem, selbstgebackenem Brot, Milch, Yoghurt, Müsli und Früchten für das Breakfast. Der andere gefüllt mit einer Zwiebel, zwei Kartoffeln, einer Dose baked beans, Salat und Eiern. So muss ich mir also jetzt was einfallen lassen, wie ich das ganze kochkünstlerisch verarbeite: Die Kartoffeln brate ich leicht an, so auch eine dreiviertel Zwiebel, dann eine halbe Dose Beans dazu und fertig ist der erste Teil. Dann mache ich mir Salat dazu und probiere das Brot. Ausgezeichnet! Zwei von den Eiern hebe ich mir für morgen früh auf, die anderen drei versuche ich zu kochen. ... Tja, da ich keine Ahnung habe, wie man Eier wirklich kocht, passiert folgendes: Ich hole die Eier viel zu früh aus dem Topf, schrecke sie ab und merke dann beim Öffnen des ersteren, dass die noch so gut wie flüssig sind... Verdammt! .. Da ich auch keine Ahnung habe, ob man Eier zwei mal halb kochen kann, anstelle sie einmal ganz zu kochen ( :D ), entschließe ich sie in der Bratpfanne weiterzuverarbeiten ( :D ). Naja, ein Ei bleibt ganz... So habe ich nun ein Spiegelei und zwei mal Rührei (und beides gleichzeitig in ein und der selben Pfanne gemacht - erstaunlich, nicht wahr?? Da wäre glaube ich sogar ein Starkoch mit seinem Latein am Ende...). Schmeckt auf jeden Fall gut. Und dann habe ich die ganze Zeit auch Musik nebenher laufen, was alles miteinander äußerst gemütlich macht. Und dann mit dem Blick auf das Endeavour Inlet aus dem Fenster... super! ... Abwasch und dann so langsam ins Bett; morgen steht eine neue Etappe an.

Nach zehneinhalb Stunden Schlaf fühle ich mich nun extrem gut. Das erste, was ich mache, ist die Musik und den Wasserkocher anzustellen. So fühlt es sich absolut wie zu Hause an. Nun mache ich mir mein Frühstück. Das Wetter schaut nicht so prickelnd aus, macht aber nichts. Es kann nur besser werden.
Mein Frühstück wird richtig üppig! Zwei Portionen Müsli (Nüsse, Rosinen, Körner etc.) mit Yoghurt und eingemachten Aprikosen zum Start. Dann 6 Scheiben von dem selbstgemachten Brot mit ausgezeichneter Marmelade. Und dann mache ich mir noch die zwei Eier ... Und, AHAA. Der Mensch ist also lehrnfähig! Ich lasse sie lange genug im Topf und diesmal sind die Eier gut hartgekocht. Ja, so gehört sich das. Ich esse aber schließlich nur das eine von zwein, weil ich schon ziemlich voll bin und werde mir das andere als Proviant mitnehmen. So auch der Rest vom Brot.
Nach einer angenehmen Dusche mache ich es mir ersteinmal gemütlich. Die heutige Etappe wird nur 12 Kilometer lang und so muss ich nicht zu früh los.
... Ich fühl mich ausgezeichnet und war selten derart glücklich in letzter Zeit. Das ist Urlaub...

Die zweite Etappe geht leicht wellig immer schön an Buchten entlang. Sie ist von hellen, beige-farbigen, eher sandigen Wegen, von Sandstein-artigen Platten, Felsen und Steinen und von mehr Offenheit geprägt. Das heißt, dass um mich herum eher Gras- und Buschland zu finden sind, als dichter Urwald. Das ist eigentlich ganz schön, denn so werde ich heute kaum von den Mega-Zirpern belästigt.
Um 11.35 bin ich dann schließlich vom Woolshed aufgerbochen. Adrienne hat mich dann herzlich verabschiedet und viel Spaß gewünscht und ich bin bei frischem Wind und bewölktem Wetter losmarschiert.
Nun komme ich in gutem Tempo voran und die Ausblicke in die Sounds sind fantastisch. Die Abschnitte, wo ich heute durch dichteren Urwald komme, kommen mir sehr verwunschen vor: Viele kleine Brückchen über sprudelnde Bachläufe, schwarze, unheimliche Bäume, Baumhöhlen, hölzerne Ranken und Lianen, wunderschöne Riesenfarne und dann oft ein steinig, vermooster Weg. Das alles erinnert mich stark an so manche Herr der Ringe Szene. Echt schön!
Nach zwei Stunden und vierzig Minuten reiner Gehzeit und ein wenig mehr als einer halben Stunde Essens- und Photopausen, erreiche ich das Punga Cove Resort, meine nächste Unterkunft. Das hier ist schon etwas schicker. Hier gibts einen Pool, ein Restaurant, eine Bar, kleine Bungalows, in denen man wohnt, etc. Ich habe ein kleines einfaches Zimmer mit Stockbett für mich allein. Die Bucht, Punga Cove, ist äußerst malerisch: glasklares grün-blaues Wasser, ein paar Segelboote liegen hier vor Anker und man hat einen herrlichen Ausblick. Nicht schlecht!

Nach einem guten (und leicht teuren) Abendessen (Bruschetta, Marlborough Muscheln und Tiramisu), gehts heute wieder früh ins Bett. Auch die Buchten und Berge um uns herum legen sich langsam schlafen. Sie liegen jetzt äußerst still da, das Wasser ist komplett ruhig, eine kaum merkbare Brise streicht durch die Bäume und die Abendsonne, die sich am aufklarendem Abendhimmel blicken lässt, taucht die Bergspitzen in ein warmes Licht. Gute Nacht, Marlborough Sound!

Die nächsten und abschließenden zwei Etappen werden nicht einfach werden. Aber es wird schön werden und es wird ein Abenteuer werden.

...Fortsetzung folgt...

Wellington, Picton und Marlborough Sound TEIL 2

Wellington, 5.45am. Mein Uhrenwecker piepst. Ich bin sofort wach. Ganz leise mache ich mich fertig, um die anderen Zimmermitbewohner nicht zu wecken. Der nette Franzose wacht trotzdem auf. Aber er lächelt. Mit einem gegenseitigen "Daumen hoch" wünschen wir uns wortlos viel Spaß, schön den jeweils anderen kennengelernt zu haben und auf dass man sich vielleicht mal wieder sieht.
Dann bringe ich einen kurzen und schmerzlosen Check-out hinter mich und mache mich auf in Richtung Fährenhafen. Es ist jetzt 6.20 und die Straßen sind noch so gut wie leer. Nur langsam kriechen die Bewohner aus ihren Häusern und Löchern. Nachdem ich mir im Vorbeigehen flott eine heiße Schoki und ein Bananenbrot bei Starbucks besorgt habe, marschiere ich entlang der Waterfront. Die Sonne geht gerade über den Hügeln Wellingtons auf. Der Tag verspricht gut zu werden.
Bin gerade beim Einchecken für die "Bluebridge"-Fähre nach Picton, Südinsel, Queen Charlotte Sound, Marlborough Sound.
Um 8.00 legen wir ab und der Hafen von Neuseelands Hauptstadt wird schnell kleiner und kleiner. Drei Stunden Seefahrt stehen uns bevor. Nun heißt es erstmal in den Ledersitzen der Schiffsbar entspannen...
Um 11.30 erreichen wir den nördlichsten Zipfel des wunderschönen Queen Charlotte Sound. Es ist eine Art Fjorland und die riesige Fähre schlängelt sich durch die "Seegassen". Mit herrlichen Ausblicken genieße ich die warme Sonne auf dem Deck und schieße ein paar Fotos. ... Um 12.20 laufen wir in den Hafen von Picton ein, ein kleines Segel- und Fischerdorf.

Nun sitze ich in meiner Unterkunft, die ich ohne Probleme gefunden habe und werde nun gleich erstmal mein Mittagessen kaufen, bevor ich ein wenig den Ort erkunde und nachher ein paar Buchten und das 'Bush-land' laufend entdecken gehen will.

Nach einem guten Restvormittag und einem relaxten Nachmittag mit kurzer Erkundungstour durch den Ort (also der Segelyacht-hafen ist echt cool und eine Straße hat schöne Geschäfte und Restaurants; aber der Ort ist sonst wirklich ein Kaff! .. muss aber auch sagen, dass ich mir beim Erkunden auch nicht besonders viel Mühe gegeben habe - zu schwül...), schnüre ich mir meine roten Laufschuhe und los gehts. Ich habe mir auf der Karte vorher eine Strecke ausgesucht (zu viel Auswahl hat man hier nicht..) und ich will einen Aussichts-Wander-pfad an einsamen Buchten und durch das Buschland entlang laufen. Nach ein paar Minuten erreiche ich den Beginn des Tracks. Er fängt super schön an... doch (also nicht, dass es nicht super schön weitergegangen wäre, aber) dann fängt es an, teils richtig steil bergauf und bergab zu gehen. Meistens ist da an Laufen nicht zu denken. So baue ich immer und immer wieder Gehpausen ein (gezwungenermaßen!!!), was aber schließlich auch nicht schlecht ist, weil ich mega schöne Ausblicke genießen kann. Und dann passiert was ganz eigenartiges: Der Pfad führt an einer Stelle etwas weiter in den Urwald rein und alle paar Meter stehen komisch aussehende Bäume beziehungsweise Büsche. Doch diese Büsche an sich sind nicht das eigenartige. Sondern der ohrenbetäubende Lärm. Es müssen Millionen von Grillen in diesen Pflanzen sitzen! Und jede einzelne Grille scheint in ein Megaphon zu zirpen. Ich muss mir teilsweise Meterlang die Ohren zu halten. So etwas habe ich noch absolut nie erlebt. Unglaublich! :D

Nach einem guten (und energiereichen) Abendessen (Fettuccine) bin ich jetzt müde und werde bald ins Bett gehen. Ich muss sagen, der Ort Picton war definitiv noch nicht teil meines Abenteuers, doch das Training war es auf alle Fälle. Doch morgen geht das Abenteuer so richtig los! Um 8.30am muss ich am Yachthafen sein, um mein Wassertaxi zu nehmen... ich freue mich schon! ... (Dann werde ich auch endlich auflösen, um was es sich bei meinem Abenteuer handelt...)

...Forsetung folgt...

Montag, 30. Januar 2012

Wellington, Picton und Marlborough Sound

Mein Sprachkurs ist nun vollständig beendet.
Ich sitze gerade im Fastfood-, Restaurant- und Kino-Komplex von Auckland und mampfe ein kleines asiatisches Abendessen. Währenddessen beantworte ich noch ein paar Mails per free Wi-Fi und dann mache ich mich auf Richtung Waterfront. Mein 35 Liter fassender Rucksack ist voll bepackt, der Mini-Trinkrucksack draufgeschnallt und eine kleine Umhängetasche habe ich auch dabei. Ich habe alles essentielle für 11 Tage Erkundungstrip mit mir (hoffe ich)...
Um 20.45 geht dann mein Bus. "The Nakedbus", das absolut billigste Reisemittel in Neuseeland! Ich habe mir den Nachtbus ins 900 Kilometer entfernte Wellington gebucht. Es sind nicht sehr viel Leute mit an Bord. So habe ich zwei Sitze für mich. Praktisch? -- Nein! Ich bin immer noch zu groß. Egal wie ich mich versuche zu positionieren, als ich um 23.00 endlich entscheide, ein wenig zu schlafen, (ob quer, ob längs, ob Kopf im Fußraum und Füße an der Deckenbelüftung, ob gerade sitzend, ob nach vorne gelehnt), bin ich einfach immer zu groß. Oder wenn der "Schlafversuch" einmal geglückt ist und ein bis zwei Minuten alt ist, sackt dann mein Kopf unangenehm zu Seite - Verdammt. So entscheide ich mich schließlich ein wenig in die Nacht hinaus zu blicken und den klaren Sternenhimmel zu beobachten. Das erinnert mich wieder an meinen Südinsel-Trip und die Übernachtung in Te Anau. Die Sterne waren so klar und es waren so unzählige. Die Lichtverschmutzung ist hier extrem gering. Es ist wunderschön. Man sieht die Sterne nicht einfach als leuchtende Punkte dort oben, sondern man nimmt sie als andere Orte wahr. Man fühlt sich wirklich als winziger Teil in diesem riesigen Weltraum. So etwas kann man in Deutschland nirgendwo spüren.
Wir machen immer wieder Zwischenstopps auf unserer Reise. Zwischendrin schlafe ich immer. So komme ich letztendlich auf 4 Stunden keine Ahnung wie tiefen (geschätzt eher wenig tiefen) Schlaf. Muss reichen. Hab keinen Bock mehr. :-D
Dann im Morgengrauen sind wir nicht mehr weit entfernt von der Hauptstadt Neuseelands.
Gegen 7.30 erreichen wir unser Ziel und ich mache mich mit allen Sachen beladen erstmal auf die Suche nach meiner Unterkunft, das Base Hostel Wellington. Doch ich finde die Straße nicht und begebe mich so auf unbeabsichtigte Stadttour. Ich wandle durch die menschenleeren Straßen und als sich der Hunger bemerkbar macht, suche ich mir das erstbeste Starbucks Coffee und frühstücke erstmal. ... Nach einer Stunde herumirren finde ich meine Unterkunft, muss jedoch noch bis zum Mittag warten, um einchecken zu können. Also...
sitze ich gerade auf einem öffentlichen, sehr schönen Platz, nutze das freie Internet, skype mit meiner Family ins 20.000 Kilometer entfernte zu Hause und schreibe an diesem Bericht. Genießen und relaxen ist schön.. das gefällt mir... wenn da nur nicht das langsam herankriechende Verlangen nach einem Bett wäre...
Naja. Ich muss mich ablenken! Aber wie?... Ich stehe auf. Der Himmel ein wenig trüb, der Wind ein wenig frisch. Zufällig entdecke ich auf einem anderen Platz einen Sonntags-Markt. Früchte, Gemüse, sonstiges... Ahaa: die heiße Schokolade wird sofort gekauft. Denn Müdigkeit + Anstrengung + frischer Wind = schit, ich friere. .. Die Wärme tut gut! So, noch 2 Stunden bis zum Check-in. ...Genau. Reiseführer auspacken und Unternehmungen für meinen (kurzen) Wellingtonaufenthalt planen (bevor es auf ins Abenteuer geht... ;) ).

Ich sagte weiter oben "4 Stunden Schlaf, muss reichen". Tja. Es reicht wohl nicht. Nach dem Mittagessen checke ich ein und schmeiße mich auf mein Bett. Der Raum ist sonst leer (später kommt dann noch ein Franzose). Jedenfalls wollte ich für eine halbe Stunde die Augen zu machen. Irgendwie musste ich meinen Wecker überhört haben, denn als ich schließlich aufwache, ist es eine Stunde und 20 Minuten später. Jetzt bin ich natürlich vollkommen fertig. Der Kreislauf am Boden, alle Gliedmaßen (nicht am Boden, sondern) im Bett, die Augenlider schwer. Puh. Ich brauche etwas das mich wieder "aufweckt". Wie wärs mit Metallica. Kopfhörer auf und tatsächlich.. James Hetfield und Co befördern mich wieder unter die 'Lebendigen'. Das Wetter war in der Zwischenzeit auch besser geworden (Jaa, die Sonne scheint!) und so mache ich mich mit Kamera, Hut, Netbook und Sonnenbrille gewappnet wieder auf, um die Stadt diesmal intensiver zu erkunden. ... Doch irgendwie will es das Schicksal nicht so recht mit mir...

Ein halbe Stunde später gehe ich am Hafen entlang und merke, wie der Tragegurt meiner (für 5 Dollar erstandenen) Umhängetasche (..was will man erwarten..!) an einer Seite langsam reißt. ... bis er schließlich ganz reißt. ..Okay, Planänderung. Heißt: Sofortiger Abbruch meiner Stadterkundungstour und Rückkehr zum Hostel.
Dort angekommen untersuche ich die Ausmaßen des Geschehenen genauer. Dann wühle ich ein wenig in meinem Rucksack und voilà, die Minischere samt Notfall-Nähzeug! Wow, ich bin ein Champ ;D
Nun ist der Gurt provisorisch wieder drangenäht (amateurmäßig, versteht sich). Morgen werde ich mich dann wohl nach einer neuen Tasche umschauen müssen. Es gibt schlimmeres!
Das Abendessen (überbackene Schrimps) war sehr gut und nun sitze ich auf meinem Bett, schreibe gerade diese Zeilen und werde bald schlafen gehen.

Morgen ist ein neuer Tag...

Ah, die Morgendusche tat gut. Auch der Schlaf tat gut. Knappe zehn Stunden waren perfekt. Das Wetter sieht schonmal besser aus als gestern.
Schnell habe ich meine Umhängetasche zusammengepackt und mache mich auf zum Frühstücken ins Starbucks Coffee.
Nach dem Frühstück hocke ich mich wieder auf den großen, schönen Platz (Civic Centre) und skype mal wieder nach Hause. Mittlerweile ist auch die Sonne schon sehr warm. Ja, ich muss sogar einen Schattenplatz aufsuchen.
Ein wenig später bin ich auf der Suche nach einem guten Shop, wo ich mir eine (diesmal geeignetere) Umhängetasche kaufen kann. Und im "Mountain Design"-Shop werde ich fündig. Perfekt. So fängt der Tag schonmal spitze an.

Es ist halb 12 Uhr mittags und ich schlendere durch die Gassen der Fußgängerzone Wellingtons. Helles sauberes Pflaster, Cafés und Restaurants, gut gelaunte Menschen, geniales Wetter - ich fühle mich sehr sehr wohl! Um in eines der Museen zu gehen ist das Wetter zu gut. So kaufe ich mir ein Ticket für die berühmte, uralte "Cable Car", die Standseilbahn zu den botanischen Gärten hinauf. Als sich die Bahn in Bewegung setzt und wir aus dem Tunnel herauskommen, bietet sich mir ein wunderschöner Blick runter auf die Stadt und die Bucht. Das Meer glitzert in der Tiefe in der Sonne. Winzige Bootchen schippern auf den ruhigen Wellen.
Oben angekommen mache ich mich an die Erkundung der botanischen Gärten. Ein sehr schöner, wurzliger Wanderweg führt zu einer ruhig, und im Schatten gelegenen Bank. Um mich herum das Grün der Natur. Und es duftet absolut herrlich: nach frischem Nadelbaum. Und so sitze ich hier und schreibe an diesem Bericht und genieße in kurze Hose, T-shirt und Hut gekleidet die Wärme des Sommers. Fantastisch!

Nachdem ich verwunschene Pfade druch die Urwaldwelt der botanischen Gärten Wellingtons entlang gewandert bin, erreiche ich die Blumen- und Gewächshäuser. Und ein schönes, belebtes Café am Rande eines Rosengartens steht hier auch. Na dann werde ich hier wohl auch mein Mittagsmahl zu mir nehmen.
... Wow. Das war richtig verdammt lecker. Crêpes mit Räucherschinken und Bananen und eine Art Honig-Sirup-Sauce. Wo findet man sowas schon. Das war also ein äußerst guter Vormittag. Jetzt werde ich wieder hinunter in die Stadt gehen und überlegen was ich weiter unternehme.
Die Straßen von Wellington sind echt sehr schön. Es hat ein ganz anderes Flair als Auckland, auch anders als Sydney. Es ist gemütlicher. An manchen Ecken erinnert mich die Stadt an Orte wie Freiburg. Was mir auch besonders gefällt sind die Bücherläden. Davon gibt es hier en masse. Und es sind nicht einfach nur Bücherläden. Die meisten sind so richtig, wie ich mir einen Buchladen vorstelle, in dem man Stunden nach dem Buch sucht, das einen selbst sucht (Bücher suchen sich ihre Leser!): Hohe, enge Regale, vollgestopft mit Büchern. Vom Boden bis zur Decke. Hier kann man sich schnell in viele andere Welten verlieren.

Am späten Nachmittag heute war ich dann noch im berühmten Te Papa Museum. Interessante und beeindruckende Fakten zu Neuseeland und seiner Geschichte kann man dort erfahren. Vor allem interessant für angehende Geowissenschaftler wie mich!

...Fortsetzung folgt  ...  Morgen beginnt der Trip ins Abenteuer!

Samstag, 14. Januar 2012

Fühaufsteher-Jog

Um 6.10 klingelt der Wecker. Die Motivation ist schon da, aber der Körper will noch nicht so recht. So quäle ich mich aus dem Bett. Ein Blick durch das Fenster macht mich schon ein wenig wacher. Sonnenaufgang.
Ich ziehe mir die Sportklamotten an und tapse auf Zehenspitzen zur Haustür, und dann gehts los mit dem frühen Short-jog. Einfach nur 20 Minuten in gutem Tempo den Tag einleiten. Es geht hoch und runter, durch einen nahe gelegenen Park und zurück. Die Sonne scheint, und doch fängt es nach 17 Minuten an zu regnen. Es ist ein warmer Regen. Auch die Luft ist warm.. und die Sonne scheint immernoch. Unglaublich! Dann noch ein paar Strides auf der Straße drangehängt und finito.
Jetzt fühle ich mich gut. Frisch und fit, und freue mich erstmal auf mein Frühstück bevor es ab in die Stadt zur Sprachschule geht. ...

Mittwoch, 4. Januar 2012

Gerüche

So oft war ich jetzt schon laufend durch die Straßen und Parks dieser Stadt unterwegs. Und es herrscht Sommer! Und man nimmt die verschiedensten Gerüche war.
Es riecht nach frisch gemähtem Rasen,
es riecht nach Rosmarin, Thymian, manchmal Lavendel,
es riecht nach Baum, nach Park,
es riecht nach Autoabgasen,
eher selten riecht es nach Hundeexkrementen,
manchmal riecht es leicht beißend nach Schaf,
manchmal nach Kuh,
oft riecht es nach frischem, klaren, mit viel Sauerstoff angereichertem Wind,
der Wind riecht oft nach Sommer, riecht auch oft nach Kälte,
die er vielleicht von der gar nicht so fernen Antarktis mitbringt,
manchmal riecht es nach fischig, modrig, salzigem Algengeruch,
wenn ich an den Buchten und am Wasser entlang laufe,
manchmal riecht es nach Pizza, manchmal nach Knoblauch,
welches der Wind aus den Küchenfenstern hinaus trägt,
ab und zu riecht es nach frischer Wäsche, die in den Gärten aufeghangen ist,
und des öfteren riecht es nach Regen,
und auch nach regennassem Teer,
manchmal nehme ich gar Gerüche war,
die ich nicht einordnen kann, die
mich aber an etwas erinnern,
die Erinnerungen wachrufen,
die mich an lang vergangene Momente erinnern.

Man merkt sich Orte, Momente, Gefühle und Situationen nicht für immer, was den visuellen Eindruck angeht, was die Bilder in deinem Kopf angehen. Man merkt sich so etwas am intensivsten durch Gerüche und Düfte. Gerüche und Düfte drücken Gefühle aus.
Schnupper, schnupper, schließe die Augen und du bist in einer anderen Welt. ;)

Ch

Weihnachten und Silvester

Am Weihnachtstag (den 25.) war ich mittags zuerst bei meinem Trainer, dem Barry Magee, eingeladen. Wir hatten ein großartiges Weihnachtsmittagessen mit Schinken, Lamm, Gemüse etc. und zum Nachtisch guten Pavlova, alles liebevoll von seiner Frau zubereitet. Dann gab es für mich schon so eine Art Bescherung Teil 1. Ich durfte all seine (Barrys) Medaillen und Preise und sehr alte Bilder von Meisterschaften bewundern. Auch seine bronzene Olympiamedaille von 1960 zeigte er mir. Er scheint sehr stolz darauf zu sein.
Ich finde es sehr schön, wenn man Geschichten aus längst vergangenen Zeiten erzählt bekommt, vor allem, wenn es sich dabei um derartige Geschichten handelt. Auch hat es gut zu Weihnachten gepasst. So danke ich den Magees herzlich für die schönen und sehr interessanten Weihnachtsstunden.
Am späten Nachtmittag war ich dann wieder zurück in meiner Gastfamily, wo wir dann zu viert - meine Gastmum Sonya, ihre Mum und Lebenspartner und ich - ein großes Weihnachtsdinner hatten. (Wie man sich vorstellen kann, hatte mein Magen an diesem Tag ordentlich was zu tun bekommen!). Es gab Hähnchen, Wild, Kürbis, Kartoffeln mit Pesto, Salat und Gemüse und zum Nachtisch einen wunderbaren Weihnachtskuchen, der geschmacklich ähnlich unserem Stollen ist.
Wir hatten uns gegenseitig jeweils Kleinigkeiten, die entweder nützliche Eigenschaften aufwiesen oder einfach nur lustig waren, oder gar beides, geschenkt. Meine Tante hatte mir ein paar Geschenke von meiner Family in Deutschland mitgebracht, die ich auch noch auspacken konnte. Ein paar neue Sportklamotten, eine Sportzeitschrift und vor allem habe ich mich über das neue Album von Coldplay gefreut. Eine sehr gute CD!
Während also draußen langsam die Sonne über dem Horizont unterging, und die Schwüle des Tages ein wenig einer frischen, leichten Brise wich, saßen wir gemütlich im geschmückten Wohnzimmer, lasen, lauschten der Weihnachtsmusik und schauten später Weihnachgts-Live-Konzerte im TV an. Ein sehr schöner Tag!

...

Eine Woche später machte ich mich nachtmittags auf in die Stadt, um mich mit Motoki (aus Japan) und Jonas (aus der Schweiz) zu treffen. Wir schlenderten bei trübem, manchmal nieselndem Wetter die Queenstreet hinunter und spazierten erstmal an der Waterfront und am Hafen entlang, um zu besprechen, was wir nachher machen wollten und wo wir hingehen wollten, um zusammen ins Jahr 2012 zu rutschen.
Plötzlich verzogen sich die Wolken und wir hatten warmen Sonnenschein. Es war fast brütend. Wir machten hier und dort ein paar Fotos und kehrten dann zur Queenstreet zurück, um in einem kleinen Restaurant gut zu dinieren. Ich hatte gekochten Lachs mit geröstetem Weißbrot und dazu verschiedene, außergewöhnliche Saucen bzw. Aufstriche. Das war mal was anderes, aber verdammt gut!

In der Bar, die wir uns direkt am Hafen gesucht hatten, war die Hölle los. Ein Gitarrist machte Live-Musik. Drei Stunden am Stück, ohne wirkliche Pause. Und die Musik war nicht schlecht! Es war alles dabei: von alten Klassikern, bis zu neuen, guten Hits. Man konnte bei fast allen Sachen mitsingen, oder -gröhlen.. wie mans sieht..
Dann um kurz vor 24.00 verließ fast jeder den nach vorne hin offenen Pub, um hoch zum Skytower zu blicken. Er war ein wenig von Wolken umnebelt. Dann ertönte der Countdown aus der Bar. Noch 90 Sekunden. Dann noch 30. Dann 10, 9, 8... und BANG. Null Uhr, das Feuerwerk legte los. Wir befanden uns im Jahr 2012. Und die Geschichte wird weitergeschrieben. Die Welt dreht sich im weiten Universum um die Sonne, weiter und weiter. Und in einem kleinen Teil des Erdballs, dort, wo Nacht herrscht, nahe an der Datumsgrenze gehen in allen Städten, Gemeinden und an den Küsten und Stränden bunt explodierende Raketen in die Luft. Neuseeland, der koordinierten Weltzeit um 13 Stunden, der Mitteleuropäischen Zeit 12 Stunden voraus, ist eines der ersten Länder dieser Welt, die das Jahr 2012 einläuten...
Wir drei geben uns die Hand und wünschen und alles gute und ein frohes Neues.
Das Feuerwerk auf dem Tower hoch oben ist sehr gut organisiert und sieht sehr schön aus. Es dauert knappe 8 Minuten und dann ist das Spektakel vorbei. Die tief vorbeiziehenden Wolken am Nachthimmel und um die Spitze des Skytowers kreierten eine sonderbare Stimmung. Mal hatte man das Feuerwerk sehr klar sehen können, mal schien der Turm und die bunten Lichter nur eine Scheinvorstellung zu sein, wie zuckende Blitze im Dickicht des Wolkendunstes. Und kaum war alles vorüber, begrüßte uns warmer Regen im neuen Jahr.
Dir auch ein frohes neues Jahr, mein lieber Regen! Ein frohes neues Jahr der weiten Welt!
Auf dass die Welt nicht untergehen möge. Auf dass es erfolgreich wird, von Glück, Liebe, Freude, Friede und Hoffnung erfüllt; auf dass es ein erinnerungswürdiges Jahr wird.

Cheers,

Chris