Freitag morgen, 4.20Uhr, der Wecker klingellt. Ich bin ganz leise, um Christian D. aus Connecticut nicht zu wecken. Mein Rucksack ist gepackt, frühes, kurzes Frühstück, und dann ab, um den Bus zum Flughafen zu nehmen.
Um 7.35, sehr pünktlich, fährt der Airbus A320 von der Kompanie Jetstar auf die Startbahn, bereit zum Abheben. Die Sonne ist gerade überm Horizont aufgegangen. Die Wolken ringsherum leuchten in rötlich-orangem Ton.
Zweidreiviertel Stunden später landet die Maschine auf dem Flughafen von Sydney, Australien, Ostküste.
Nun bin ich wieder hier, in der Stadt, die sich in meiner Liste der Lieblingstädte sehr weit oben eingelistet hat. Die Sonne strahlt, 26°C, leicht bewölkt. Und ich mache hier Urlaub, also kein Druck! Ich befinde mich in der Arrival Hall meines Terminals und sitze auf einem der bequemen Stühle, das freie Flughafen Wi-Fi nutzend.
Die U-Bahn bringt mich gut ins Stadtzentrum. St. James ist meine Destination. Vom Hyde Park aus gehts acht Minuten bis zum Boomerang Backpackers Hostel. Ja, jetzt, bei meiner zweiten Visite hier, kenne ich mich schon aus, als wäre ich hier zu Hause. Ich kenne die Wege blind. Das macht Spaß! ... Da mir in der U-Bahn - wohl als besondere Aktion - wie auch Anderen, anstelle des normalen U-Bahn-Tickets für 16$ ein Tages-Ticket für Züge, Busse und Fähren (im Wert von 60$) in die Hand gedrückt wurde, änderte ich direkt meine Planungen. So nehme ich dirket, nach einer kurzen Rast im Zimmer, den Bus Richtung Bondi Beach. 25 Minuten geht es durch Sydneys schöne Straßen. Dann erreiche ich die Bucht. Hunderte von Menschen sonnen sich hier, die Handtücher auf dem federweichen, goldfarbenen Sand ausgebreitet, das grün-bläuliche Mehrwasser glasklar. Viele Surfer sind hier auch. Gute Wellen für Beginner gibts hier!
Ich schlendere an der Promenade entlang und genieße die Wärme und die frische Luft.
Am linken Ende der Bucht gibt es einen Aussichtspunkt. Hier stehe ich nun, auf eigenartig bunten Felsformationen, hinausblickend auf das weite Meer. Irgendwo dort hinten muss Neuseeland sein...
Auf einmal macht sich eine dunkle, schleierhafte Riesenwolke am Himmel breit. Der Wind wird frischer. Viele Sonnenbadende packen zusammen. Ich pflanze mich in den weichen Sand und lese ein wenig. Dann mache ich in der Ferne Regenschleier aus. So packe auch ich ein. Besorge mir in einem Café die heißeste heiße Schokolade, die ich je bekommen habe (habe mir Zunge und Hand leicht verbrüht) und fahre dann mit der 333 zurück, die Oxford Street entlang, bis zur Williams Street.
Zurück im Zimmer...
.. Laufen tut gut. Nach der Woche Training, welches mich ermüdet hatte, kommt so ein auflockernder Run ganz gelegen. Es geht hinab die Bourke Street, bis zur Wooloomooloo Bay, dann entlang der Waterfront bis zum schönen Opernhaus. Von da entlang des Circular Quays und dann steil hinauf bis zur Harbour Bridge. Dann überquere ich die Harbour Bridge und schließlich alles zurück. Die Sonne kam dann auch wieder und die Skyline, Harbour Bridge und Opernhaus wurden in das rote Licht der sich schlafen legenden Sonne getunkt. Fantastisch!
Komplett müde und nach einem großen Ceasar Salad in einem der Restaurants am Darling Harbour (hier in Sydney gibts meiner Meinung nach die besten Ceasar Salads überhaupt - unglaublich lecker hmmm.) setze ich einen müden Fuß vor den anderen, die Freitag-abendlich vollen Straßen entlang schlurfend, die Flughunde mit ihren ledernen Flügeln wie Vampire am Nachthimmel kreisend...
und falle nicht lange später ins Bett...
Samstag, 18.02.2012. Das freie Frühstück im Hostel war gut und habe mich bei Wahnsinns-Wärme (Sonnenschein, 27°C) erstmal zur Staatlichen Bücherei von New South Wales aufgemacht (W-Lan... :D). Ein sehr schönes, altes Gebäude und teils mit Glasfassaden modernisiert. Gefällt mir.
Nun kaufe ich mir gerade ein Ticket an Werft Nummer zwei. Von hier geht drei Minuten später die Fähre an die Northshore zum Toranga Zoo. Einem sehr sehr tollen Zoo! ...
Die Sonne bruzzelt vom Himmel. Wir haben 28°C.
Vor allem die Vogel-Flug-Show und die Seehund-Show faszinieren mich. Super eintrainierte Vorstellungen und Wahnsinnserklärungen. Seehunde, die winken, den Kopf schütteln, mit dem Publikum "sprechen", alles auf Kommando. Eulen, die zentimeterknapp über die Köpfe der Zuschauer hinweg rauschen. Höchst intelligente Tiere. Papagaien, die Geldstücke von Zuschauern klauen und wieder zurückbringen... Wow. Und dann habe ich alle möglichen anderen Arten wie Spinnen, Quastenflosser, Giraffen, nepalesische Gämse, Tapire und viele mehr auf meinem viereinhalbstündigen Rundgang (ja, der Zoo ist groß!!) bestaunen dürfen. Man konnte sogar in ein paar Gehege hineingehen und nur Zentimeter von sich sonnenden Kängurus entfernt stehen und Fotos schießen. Schönes Erlebnis.
Wieder sehr müde und geschafft für den Tag.
...
Sonntag Morgen: Es geht auf einen Morgenlauf an der Waterfront entlang, bis zum Opernhaus, hoch zur Harbour Bridge, an der Northshor bis zu einem kleinen Park und einer Segelyachtenbucht und dann zurück. Der Sonnenaufgang ist noch jung. Doch die Kraft des Feuerballs ist schon enorm. Die Straßen sind noch spärlich belebt...
Nun sitze ich in der State Library, mich vor der Hitze draußen versteckend (es hat um die 30°C). Gut hatte ich gefrühstückt und dann ausgecheckt und nun verbringe ich den Tag noch in der Stadt bis ich nachher zum Flughafen muss, um dann schon wieder meinen Rückflug nach Neuseeland anzutreten.
Zuerst bin ich noch durch die mehr als belebten Straßen und Einkaufsgassen der Stadt geschlendert, habe hier und da in die Geschäfte hinheingeschaut und habe sensationellerweise auch eine "Lünerburger German Bakery" gefunden. Mit original deutschem Brot. Leider habe ich mir dann keins gekauft (Es werden dann also 6 Monate sein, die ich ohne normales Brot verbracht habe.. immer nur dieses Weißbrot und Toast... tststs).
Danach habe ich mich im Hyde Park in die Wiese gepflanzt und mein Buch gelesen bis ich 2 Stunden später aufgebrochen bin, um die (zunächst falsche, dann aber doch noch die richtige) U-Bahn zum International Airport zu nehmen.
Am Flughafen passierte es mir zum aller ersten Mal, dass die meine Tasche aufmachen wollten... Beim Röntgen waren sie irritiert von meinem Kamerastativ..
Mit Sonnenuntergang startete die Maschine und um 1.00 nachts war ich endlich im Bett.
Das war ein kurzer, aber guter Urlaub!
Christian
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