Freitag, 3. Februar 2012

Wellington, Picton und Marlborough Sound TEIL 2

Wellington, 5.45am. Mein Uhrenwecker piepst. Ich bin sofort wach. Ganz leise mache ich mich fertig, um die anderen Zimmermitbewohner nicht zu wecken. Der nette Franzose wacht trotzdem auf. Aber er lächelt. Mit einem gegenseitigen "Daumen hoch" wünschen wir uns wortlos viel Spaß, schön den jeweils anderen kennengelernt zu haben und auf dass man sich vielleicht mal wieder sieht.
Dann bringe ich einen kurzen und schmerzlosen Check-out hinter mich und mache mich auf in Richtung Fährenhafen. Es ist jetzt 6.20 und die Straßen sind noch so gut wie leer. Nur langsam kriechen die Bewohner aus ihren Häusern und Löchern. Nachdem ich mir im Vorbeigehen flott eine heiße Schoki und ein Bananenbrot bei Starbucks besorgt habe, marschiere ich entlang der Waterfront. Die Sonne geht gerade über den Hügeln Wellingtons auf. Der Tag verspricht gut zu werden.
Bin gerade beim Einchecken für die "Bluebridge"-Fähre nach Picton, Südinsel, Queen Charlotte Sound, Marlborough Sound.
Um 8.00 legen wir ab und der Hafen von Neuseelands Hauptstadt wird schnell kleiner und kleiner. Drei Stunden Seefahrt stehen uns bevor. Nun heißt es erstmal in den Ledersitzen der Schiffsbar entspannen...
Um 11.30 erreichen wir den nördlichsten Zipfel des wunderschönen Queen Charlotte Sound. Es ist eine Art Fjorland und die riesige Fähre schlängelt sich durch die "Seegassen". Mit herrlichen Ausblicken genieße ich die warme Sonne auf dem Deck und schieße ein paar Fotos. ... Um 12.20 laufen wir in den Hafen von Picton ein, ein kleines Segel- und Fischerdorf.

Nun sitze ich in meiner Unterkunft, die ich ohne Probleme gefunden habe und werde nun gleich erstmal mein Mittagessen kaufen, bevor ich ein wenig den Ort erkunde und nachher ein paar Buchten und das 'Bush-land' laufend entdecken gehen will.

Nach einem guten Restvormittag und einem relaxten Nachmittag mit kurzer Erkundungstour durch den Ort (also der Segelyacht-hafen ist echt cool und eine Straße hat schöne Geschäfte und Restaurants; aber der Ort ist sonst wirklich ein Kaff! .. muss aber auch sagen, dass ich mir beim Erkunden auch nicht besonders viel Mühe gegeben habe - zu schwül...), schnüre ich mir meine roten Laufschuhe und los gehts. Ich habe mir auf der Karte vorher eine Strecke ausgesucht (zu viel Auswahl hat man hier nicht..) und ich will einen Aussichts-Wander-pfad an einsamen Buchten und durch das Buschland entlang laufen. Nach ein paar Minuten erreiche ich den Beginn des Tracks. Er fängt super schön an... doch (also nicht, dass es nicht super schön weitergegangen wäre, aber) dann fängt es an, teils richtig steil bergauf und bergab zu gehen. Meistens ist da an Laufen nicht zu denken. So baue ich immer und immer wieder Gehpausen ein (gezwungenermaßen!!!), was aber schließlich auch nicht schlecht ist, weil ich mega schöne Ausblicke genießen kann. Und dann passiert was ganz eigenartiges: Der Pfad führt an einer Stelle etwas weiter in den Urwald rein und alle paar Meter stehen komisch aussehende Bäume beziehungsweise Büsche. Doch diese Büsche an sich sind nicht das eigenartige. Sondern der ohrenbetäubende Lärm. Es müssen Millionen von Grillen in diesen Pflanzen sitzen! Und jede einzelne Grille scheint in ein Megaphon zu zirpen. Ich muss mir teilsweise Meterlang die Ohren zu halten. So etwas habe ich noch absolut nie erlebt. Unglaublich! :D

Nach einem guten (und energiereichen) Abendessen (Fettuccine) bin ich jetzt müde und werde bald ins Bett gehen. Ich muss sagen, der Ort Picton war definitiv noch nicht teil meines Abenteuers, doch das Training war es auf alle Fälle. Doch morgen geht das Abenteuer so richtig los! Um 8.30am muss ich am Yachthafen sein, um mein Wassertaxi zu nehmen... ich freue mich schon! ... (Dann werde ich auch endlich auflösen, um was es sich bei meinem Abenteuer handelt...)

...Forsetung folgt...

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