Nun bin ich in Wellington zurück und dem Wetter fällt auf einmal ein, mal wieder endlich schön zu werden.
Die Fähre hatte gut über die Cook Strait übergesetzt, wobei diesmal der Wellengang das enorme Schiff ein wenig hoch und runter geschaukelt hat.
Ich habe also wieder in mein Hostel eingecheckt und die erste Nacht (bin gestern abend erst spät angekommen) gut verbracht.
Heute ist ein guter Tag (Montag) und ich schlendere durch die Stadt, nutze mal wieder das kostenlose Stadt-Wi-Fi, um nach Hause zu skypen (ja, heutzutage skypt man nach Hause und telefoniert nicht nach Hause, wie es einst ET tat) und verbringe einen angenehmen Vormittag.
Am Nachmittag nehme ich den Bus Nummer 2 Richtung Stadtteil Miramar. Dort, wo die berühmten WETA-Caves, die Filmstudios Neuseelands sitzen. Es gibt dort eigentlich nichts spektakuläres: es ist ein kleines Haus mit Museum und Souvenir-shop (die "Hallen" sind natürlich nicht öffentlich). Aber es ist schon interessant, weil man hier alles mögliche über die Verfilmung nicht nur von der Herr der Ringe erfährt. Auch Avatar, auch Tintin (alias Tim und Struppi), auch Final Destination, auch KingKong wurden hier verfilmt. In und in Zusammenarbeit mit diesen Filmstudios. Alles Filme, die von Hollywood als zu teuer, zu unattraktiv oder zu vage abgehandelt wurden und hier gelandet sind.
Nein, und ich kann in diesen Tagen nicht genug von Herr der Ringe haben (Entschuldigung!). Für Dienstag hatte ich eine geführte Herr der Ringe Tour gebucht.
So werde ich von dem kleinen Van, mit einem sehr netten und coolen Guide abgeholt (wir sind insgesamt 5 Passagiere) und besuchen nun sieben verschiedene Original-Filmsets um Wellington herum, und stehen an den selben Flecken, wie es einst die Schauspieler taten. An Stellen, die wunderschön in der Natur gelegen sind. Entweder an Flussufern oder im Dickicht des schönen Waldes. Und es gibt immer Erklärungen zu den Drehtechniken (es wurde viel mit Miniaturen gearbeitet, weil die enormen Bauten, die im Film vorkommen, niemals hätten in Wirklichkeit erstellt werden können), und wir bekommen vor Ort die Filmszenen zum Verlgeich auf dem Laptop vorgeführt. Schließlich kriegen wir das verdiente Lunch, was in der Tour mit beinhaltet ist und erkunden noch ein wenig den Wald, bevor wir wieder nach Wellington City zurückcruisen.
Diese Tour war wirklich absolut interessant und hat sich gelohnt. Man muss sich allerdings mit den Filmszenen gut auskennen und alles gut im Gedächtnis haben, denn von den originalen Filmsets (wie Helmsklamm) steht natürlich nichts mehr. Das wurde alles wieder abgebaut. Nur noch "Hobbingen" (nördlich von Rotorua) steht noch, da die Filmcrew um Peter Jackson dieses Set gerade für den Dreh von dem "Hobbit" brauchen.
(In der Zwischenzeit sind neue Hostel-Zimmer-Mitbewohner angekommen: ein Holländer, zwei dänische Mädchen, die ein wenig deutsch sprechen und zwei schwedische Mädchen, die auch ein wenig deutsch sprechen. ... So gab es dann des öfteren sehr lustige Unterhaltungen)
Mittwoch Morgen: Früh bin ich aufgestanden und stehe nun vor dem Bus, der mich wieder nach Auckland zurückbringen soll. Um 8.45 gehts los. Es ist ein sonnig warmer Tag und die Aussichten und Landschaften, die ich vom Bus aus bestaunen kann, sind fabelhaft. Vor allem beeindruckend ist der zum Weltnaturerbe gehörende Tongariro National Park, eine Gesteinswüste, mit drei halb aktiven Vulkanen und einem normalen Berg, allesamt so hoch, dass auch im Hochsommer noch Schnee liegt. Unglaublich schön!
Nachdem wir die Reifenpanne auf der Hälfte der Heimfahrt behoben hatten und die Gepäckverwechslung kurz vor Auckland geklärt war, stehe ich nun müde am Busbahnhof in Auckland, aber froh wieder "daheim" zu sein. Das waren mal verdammt lange 12 Stunden Busfahrt. Nun schnell nach Haus und ab ins Bett! Gute Nacht.
Das war meine Reise. Ganz alleine habe ich sie unternommen und hatte viel Spaß dabei und habe sehr viel erlebt.
Nun sind es nur noch knapp 11 Wochen, bevor es wieder nach Hause, ins (bis dahin hoffentlich wärmere) Heimatland Deutschland geht. Time flies!
cheers,
Christian
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