Am Weihnachtstag (den 25.) war ich mittags zuerst bei meinem Trainer, dem Barry Magee, eingeladen. Wir hatten ein großartiges Weihnachtsmittagessen mit Schinken, Lamm, Gemüse etc. und zum Nachtisch guten Pavlova, alles liebevoll von seiner Frau zubereitet. Dann gab es für mich schon so eine Art Bescherung Teil 1. Ich durfte all seine (Barrys) Medaillen und Preise und sehr alte Bilder von Meisterschaften bewundern. Auch seine bronzene Olympiamedaille von 1960 zeigte er mir. Er scheint sehr stolz darauf zu sein.
Ich finde es sehr schön, wenn man Geschichten aus längst vergangenen Zeiten erzählt bekommt, vor allem, wenn es sich dabei um derartige Geschichten handelt. Auch hat es gut zu Weihnachten gepasst. So danke ich den Magees herzlich für die schönen und sehr interessanten Weihnachtsstunden.
Am späten Nachtmittag war ich dann wieder zurück in meiner Gastfamily, wo wir dann zu viert - meine Gastmum Sonya, ihre Mum und Lebenspartner und ich - ein großes Weihnachtsdinner hatten. (Wie man sich vorstellen kann, hatte mein Magen an diesem Tag ordentlich was zu tun bekommen!). Es gab Hähnchen, Wild, Kürbis, Kartoffeln mit Pesto, Salat und Gemüse und zum Nachtisch einen wunderbaren Weihnachtskuchen, der geschmacklich ähnlich unserem Stollen ist.
Wir hatten uns gegenseitig jeweils Kleinigkeiten, die entweder nützliche Eigenschaften aufwiesen oder einfach nur lustig waren, oder gar beides, geschenkt. Meine Tante hatte mir ein paar Geschenke von meiner Family in Deutschland mitgebracht, die ich auch noch auspacken konnte. Ein paar neue Sportklamotten, eine Sportzeitschrift und vor allem habe ich mich über das neue Album von Coldplay gefreut. Eine sehr gute CD!
Während also draußen langsam die Sonne über dem Horizont unterging, und die Schwüle des Tages ein wenig einer frischen, leichten Brise wich, saßen wir gemütlich im geschmückten Wohnzimmer, lasen, lauschten der Weihnachtsmusik und schauten später Weihnachgts-Live-Konzerte im TV an. Ein sehr schöner Tag!
...
Eine Woche später machte ich mich nachtmittags auf in die Stadt, um mich mit Motoki (aus Japan) und Jonas (aus der Schweiz) zu treffen. Wir schlenderten bei trübem, manchmal nieselndem Wetter die Queenstreet hinunter und spazierten erstmal an der Waterfront und am Hafen entlang, um zu besprechen, was wir nachher machen wollten und wo wir hingehen wollten, um zusammen ins Jahr 2012 zu rutschen.
Plötzlich verzogen sich die Wolken und wir hatten warmen Sonnenschein. Es war fast brütend. Wir machten hier und dort ein paar Fotos und kehrten dann zur Queenstreet zurück, um in einem kleinen Restaurant gut zu dinieren. Ich hatte gekochten Lachs mit geröstetem Weißbrot und dazu verschiedene, außergewöhnliche Saucen bzw. Aufstriche. Das war mal was anderes, aber verdammt gut!
In der Bar, die wir uns direkt am Hafen gesucht hatten, war die Hölle los. Ein Gitarrist machte Live-Musik. Drei Stunden am Stück, ohne wirkliche Pause. Und die Musik war nicht schlecht! Es war alles dabei: von alten Klassikern, bis zu neuen, guten Hits. Man konnte bei fast allen Sachen mitsingen, oder -gröhlen.. wie mans sieht..
Dann um kurz vor 24.00 verließ fast jeder den nach vorne hin offenen Pub, um hoch zum Skytower zu blicken. Er war ein wenig von Wolken umnebelt. Dann ertönte der Countdown aus der Bar. Noch 90 Sekunden. Dann noch 30. Dann 10, 9, 8... und BANG. Null Uhr, das Feuerwerk legte los. Wir befanden uns im Jahr 2012. Und die Geschichte wird weitergeschrieben. Die Welt dreht sich im weiten Universum um die Sonne, weiter und weiter. Und in einem kleinen Teil des Erdballs, dort, wo Nacht herrscht, nahe an der Datumsgrenze gehen in allen Städten, Gemeinden und an den Küsten und Stränden bunt explodierende Raketen in die Luft. Neuseeland, der koordinierten Weltzeit um 13 Stunden, der Mitteleuropäischen Zeit 12 Stunden voraus, ist eines der ersten Länder dieser Welt, die das Jahr 2012 einläuten...
Wir drei geben uns die Hand und wünschen und alles gute und ein frohes Neues.
Das Feuerwerk auf dem Tower hoch oben ist sehr gut organisiert und sieht sehr schön aus. Es dauert knappe 8 Minuten und dann ist das Spektakel vorbei. Die tief vorbeiziehenden Wolken am Nachthimmel und um die Spitze des Skytowers kreierten eine sonderbare Stimmung. Mal hatte man das Feuerwerk sehr klar sehen können, mal schien der Turm und die bunten Lichter nur eine Scheinvorstellung zu sein, wie zuckende Blitze im Dickicht des Wolkendunstes. Und kaum war alles vorüber, begrüßte uns warmer Regen im neuen Jahr.
Dir auch ein frohes neues Jahr, mein lieber Regen! Ein frohes neues Jahr der weiten Welt!
Auf dass die Welt nicht untergehen möge. Auf dass es erfolgreich wird, von Glück, Liebe, Freude, Friede und Hoffnung erfüllt; auf dass es ein erinnerungswürdiges Jahr wird.
Cheers,
Chris
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