Am Freitag, den 09.12.11 gings gegen Mittag los. Die Sonne strahlte vom leicht bewölkten Himmel über Auckland und aus den Boxen unseres Vehikels dröhnten Sommersongs. Der Wind stricht durch die offenen Fenster durch unsere Haare und jeder trug eine coole Sonnenbrille. Wir waren zu acht. Robin aus Holland, Leah aus Australien, Wendy und Alyssa aus den USA, Adam und Jenny aus England, Greame aus Schottland und ich (aus Deutschland). Drei Stunden Fahrt standen uns bevor.
Schon kurz nach Auckland erstreckten sich wieder weite Wälder über eine hügelige Landschaft.
Ein wenig später kamen wir durch einen Ort, der mich an Fuerteventura erinnerte. Ein wunderschöner Strand, helle Straßen, viele Ferienhäuser und -anlagen und Palmen überall. Das einzige was aus dem Rahmen fiel, waren die roten Weihnachtsmänner, die an den Fassaden der Häuser hochkletterten…
Mit zunehmender Dauer unserer Reise nahm leider auch die Dichte an Wolken zu. Wir blieben optimistisch.
Gar nicht weit von unserem Ziel entfernt machten wir noch einmal einen Zwischenstopp, um ein paar Wasserfälle zu besichtigen. .. Sie seilten sich ungefähr 30 Meter in die Tiefe ab und das Wasser floss in einem wunderschönen Fluss aus dem kleinen Becken unterhalb der Fälle. Wir machten einige Fotos und setzten wenig später unsere Reise fort, hielten noch einmal in einem Ort, wo man ‘Hundertwasser-Toiletten’ nicht nur besichtigen, sondern auch frei benutzen konnte und erreichten schließlich am späten Nachtmittag Paihia. Der kleine Ort in einer der unzähligen Buchten der Bay of Islands gefiel mir recht gut. Unsere Unterkunft hieß Centabay-Lodge, war recht einfach gehalten, aber sehr ordentlich und sauber. Sogar ein kleiner Spa-Pool stand uns zur Verfügung und auch Fahrräder und Kajaks konnte man kostenlos ausleihen.
Am nächsten Morgen des Samstags, teilte sich unsere Gruppe ein wenig auf. Am Abend zuvor hatten wir zusammen die Unternehmungen geplant und auch gebucht. So wollte der Großteil eine Bootstour mitmachen, um Delphine zu beobachten und gegebenenfalls auch mit ihnen zu schwimmen. Leah und ich hatten uns für eine dreistündige geführte Kajaktour entschieden. Doch das Wetter war nicht hundertprozentig auf unserer Seite. Sehr windig war es und ziemlich bewölkt. Doch Abenteurern macht so etwas natürlich nichts aus!
Drei Zweier-Kajaks lagen am Ufer bereit und die nette Frau gab uns eine Einführung. Ich bin zwar schon oft Kanu gefahren, aber dies hier war doch ein wenig anders.
Nachdem wir eingesetzt hatten gings los. Ein wenig über die Wellen des unruhigen Meeres und dann einen breiten Fluss hinauf. Wir paddelten durch Mangrovenwälder an Nistplätzen hunderter einheimischer Vögel vorbei und stiegen bei einer ‘Kajakstation’ schließlich aus, um für eine Weile ‘Morningtea’ mit Keksen und Tee zu genießen. Es war nun schon später Vormittag und unser nächsten Ziel war ein Wasserfall. Wir fuhren ganz dicht heran, wurden schön nass und machten gute Fotos.
Auf unserem Rückweg hatten wir den Wind vom Meer her gegen uns. Das hieß: ordentlich paddeln! Und nicht aufhören, denn wenn man pausiert dreht der Wind das Kajak sehr leicht und es ist nicht einfach durch die Wellen hindurch wieder die richtige Richtung zu erlangen.
Gut gearbeitet hatten Leah und ich in unserem Boot und erreichten den Checkpoint als erstes. Die selbst gemachten Sandwiche warteten schon auf uns. Dieser Trip hat Spaß gemacht!!
Den Abend verbrachten wir im Spa-Pool, mit Gitarrespielen und danach in einer guten Pizzeria.
Am Sonntag Morgen stand unser nächstes Abenteuer an. Zuerst mussten wir die Fähre nach Russell nehmen, einem anderen kleinen Buchtort. Dort stiegen wir aus und warteten am Pier. Und da kam sie an. Die “Lion New Zealand”. 80 Fuß lang, der Mast über 100 Fuß hoch. Eine wunderschöne Segelyacht! Sie hat bereits eine Weltumsegelung hinter sich und hat bei einigen Rennen sehr gut abgeschnitten! Und wir acht würden für heute die Crew sein. Die zwei Skipper Paul und Tom und Seemann Tom Nummer zwei erwarteten uns an Deck. Drei sehr freundliche und lustige Männer. Allesamt sehr jung. Sie machten uns gleich klar, dass das Wetter am heutigen Tag äußerst gut einzuschätzen ist. Stark bewölkt, viel Wind und ab und zu leichte Regenfälle. Die Wolken waren gut, um keinen Sonnenbrand zu bekommen (was die drei Segler satt hatten), der Wind war gut für eine gute Fahrt und der Regen war eigentlich nicht so gut. Aber was solls.
Gut gewappnet mit Regenjacke und Kappe saßen wir an Bord und liefen aus dem Hafen aus. Nach einer Weile, als wir weit genug draußen waren und den Wind einfingen, war es an uns die Segel zu hissen. Ein Hauptsegel und ein kleineres am Bug. Die drei Segler gaben uns Anweisungen und wir mussten ordentlich “grinden” (das ist das Kurbeln) um die Vielfalt an Seilen um die modernen Hydraulikwinden herum in Bewegung zu setzen und die Segel aufzuziehen. Schließlich waren sie oben.
Es war aber immer noch fantastisch. Und ich meine, bei gutem Wetter kann ja jeder segeln. Aber bei Regen segelt man nicht alle Tage…
Mittags gingen wir vor einer kleinen Insel vor Anker und sahen eine Gruppe Delphine durch die kleine Bucht schwimmen. Ganz nah kamen sie heran. Direkt unter dem Boot schwammen sie hindurch. Wunderschöne Tiere. Bis zu drei Meter lang. Und sie hatten gerade Junge bei sich, sodass das Schwimmen mit den Säugern zur Zeit nicht möglich war. Aber es war absolut faszinierend diese freundlichen, schönen Tiere in freier Wildbahn zu sehen.
Als die Gruppe vorübergezogen war, gingen wir an Land und erkundeten die Insel.
Wer wollte konnte auch eines der zwei mitgebrachten Kajaks benutzen und ein wenig durch die Bucht ‘cruisen’. Eine Stunde später gab es BBQ mit Chicken, Baguette und allerlei guten Salaten an Deck. .. Dann, als alle gut gesättigt waren, lichteten wir den Anker und machten uns auf den Heimweg. Diesmal ein wenig den Windschatten der Inseln nutzend, kamen wir nicht so schnell voran und konnten so mehr den (heute sehr diesigen und leicht regnerischen) Ausblick genießen und uns wurde auch nicht so mulmig, da die ‘Schwellwellen’ im Gegensatz zum Hinweg kaum vorhanden waren.
Auch nutzten wir das nun ‘entspanntere’ Segeln, um mit den Skippern zu schwätzen, mal selbst das Steuer zu übernehmen oder gute Musik an Deck anzuschmeißen.
Nach sechseinhalb Stunden kamen wir wieder in Russell an, glücklich, dieses Abenteuer erlebt zu haben. Die drei Segler sagten uns, wir wären die beste und lustigste Gruppe in dieser Saison gewesen (was wohl am meisten an Wendy gelegen hat: Sie ist eine schwarze Amerikanerin mit viel viel Humor und einer Menge 'Gospel' und 'Soul' im Blut).. Und so verabschiedeten wir uns von Paul, Tom und Tom und kehrten zum Hostel zurück.
Montags gings bei miserablem Wetter wieder heim. Es war ein mega cooles Wochenende!
Grüße,
Chris aus NZ
.. Bilder folgen ;)
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