Donnerstag, 22. Dezember 2011

Sydney

Nach genau drei Stunden Flug, steuerten wir Sydney Airport an. Die Abendsonne strahlte, etwas wolkig war es auch. Gold-gelb verbreitete sich das Licht über der Stadt. Ich war in großer Vorfreude! .. Zum ersten Mal nach Australien!.. Und Sydney.. Wahnsinn.
Nach der Landung und den ganzen Sicherheits- und Einreisekontrollen kaufte ich mir in der Arrival Hall erstmal drei Burger bei McD. Danach begab ich mich auf die Suche nach dem Shuttlebus, der mich zum Hostel bringen sollte. Aufgrund meines absolut genialen Killerinstinkts hatte ich schnell mein Zielobjekt gefunden.
Noch kurz auf weitere Mitfahrer gewartet, gings los. Wir cruisten kreuz und quer durch die Innenstadt, und es war absolut geil. Das hier ist ein Mega-City! In Auckland, drüben in NZ, gibts ein paar Haupteinkaufsstraßen wie Queensstreet, Parnellroad oder Broadway. Hier in Sydney gibt es solche Straßen in zehn-facher Ausführung. Hier findet man auch richtige Nobelgeschäfte. Und es war voll. Verdammt voll. Sowas habe ich selten zuvor gesehen. Okay, ich gebe ja zu, es war Freitag Abend - trotzdem, verdammt voll! Es erinnerte mich sofort ein wenig an Rom, was die Atmosphäre und das feeling hier betrifft. Auch immer wieder große, verglaste Hochhäuser; auch immer wieder alte, schöne, ehrwürdige Kirchen und sonstige Bauten. Und dann überall der Weihnachtsschmuck, der in der mittlerweile schon angebrochenen Nacht zusammen mit den vielen 1000 Lichtern der Stadt leuchtete. Und all die Menschen in Sommerbekleidung... leichte Brise und 22°C - das war der Stand der Dinge, was das Wetter an diesem Abend anging; um 21.00; am 16. Dezember!!...
Schnell hatte ich ins Wooduck Boomerang Hostel in der William Street eingecheckt und mein Zimmer bezogen. Es war im 3. Stock und beherbergte acht Betten. Vier davon waren zu Zeit besetzt. Drei Schweizer aus der Nähe von Bern und ein Deutscher. Mit den Schweizern verstand ich mich sofort sehr gut. Verstehen heißt in dem Fall nicht unbedingt auf Kommunikationsebene. Nicht, dass wir nicht viel miteinander gesprochen hätten, oder so, aber das Schweizer-Deutsch ist schon eine verdammt harte Nuss!
Das Hostel war sehr schlicht und einfach, aber gepflegt. Und für 90$ für drei Nächte (ungefähr 55€) absolut in Ordnung. Ich fühlte mich wohl.
Nachdem ich abends im Bett noch ein wenig meine Unternehmungen geplant hatte, gönnte ich mir einen neun Stunden andauernden, guten Schlaf.

Der Morgen war leicht sonnig. Viele Wolken hingen am Himmel. Dennoch gut mit Sonnencreme gewappnet, kaufte ich mir erstmal ein kleines Frühstück (Ei-, Tomaten- und Schinken-Roll und ein Bananenbrot) und machte mich dann zusammen mit Freund Fotoapparat in Richtung Botanic Gardens auf.
Mich erwartete dort üppige Natur: Palmen, Büsche, Blumen, kleine Teiche und schöne Wiesen. Und überall auch alle Arten von Tieren. Bunte Vögel, Vögel mit Drachenaugen, komische Langschnabelvögel (Ibisse), Spinnen, Eulen, Kakadus, - und was mich am meisten faszinierte - süße Flughunde, die in ihre Lederflügel eingewickelt hoch oben in den Ästen hingen und ab und zu mit niedlichem Blick auf mich hinabguckten. Als ich durch den ganzen Park hindurch war, fand ich mich an der Uferpromenade der Farm Cove, einer wunderschönen Bucht rechts vom Opera House wieder. Und der Blick war fantastisch! Im Vodergrund das Opernhaus mit dem berühmten Muscheldach und dahinter die riesige und beeindruckende Harbour Bridge. Ein exzellentes Motiv. Und weiter links dann Sydney Skyline.
Langsam wurde es Mittag und die Wolken verzogen sich (offenbar eingeschnappt, da sich mich nicht von meiner guten Laune trennen konnten!), bis Sydney einen malerisch blauen Himmel über sich hatte. So ließen sich bessere Fotos schießen. Ich machte mich in Folge dessen auf den Weg, um das Opernhaus aus der Nähe zu inspizieren. Dort angekommen, erklomm ich die Treppenstufen (in Rocky Balboa - Manier) hinauf zum Wahrzeichen Sydneys und erkannte, dass das Muscheldach aus lauter kleinen Mosaikförmigen Teilen besteht.
Weiter ging es am Circular Quay entlang, einer sehr lebhaften Bucht links des Opernhauses. Hier war der Fährenhafen und eine Vielzahl an Restaurants und Cafés. So entschied ich mich, hier Mittagzuessen.
Nach einem guten Brunch erkundete ich 'the Rocks', den alten Teil des Hafens, der früher von Sträflingen und Arbeitern bewohnt wurde. Jetzt stehen dort sehr schöne kleine Häuser und beim Schlendern durch die Sträßchen, beim Bummeln durch den Wochenendmarkt, der Essen, Kleidung, Schmuck, Kunst, Souvenirs aller Art etc. anbot, fühlte ich mich ganz wie zu Hause. Vor allem wenn man in der Sonne bei 27°C sitzt, der Musik von Straßenmusikanten lauscht und all die Düfte und Gerüche aufnimmt. Nur schwer kann ich mich von diesem Ort trennen, doch mein nächstes Ziel ist es wert, sich hier loszureißen.
Auf auf, auf die Harbour Bridge. ... Die Aussicht ist genial und die Fotos werden super. Das weiße Muscheldach leuchtet in der Sonne. Viele kleine Segelyachten schippern vorm Opernhaus auf den Wellen. Dahinter das undurchdringliche Grün der 'Royal Botanic Gardens'.
Mittlerweile spüre ich auch schon die vielen zu Fuß zurückgelegten Tageskilometer. Ich bin müde mit anderen Worten. .. Wieder zurück durch die Gassen und den Markt in 'the Rocks' und am Circular Quay entlang treffe ich die Schweizer aus meinem Hostelzimmer. Sie erklären mir, dass sie in eine Jugendherberge umgezogen sind, da sie dort weniger bezahlen. So tauschen  wir Nummern aus, um uns vielleicht demnächst drüben in Neuseeland zu treffen. (Ich muss anmerken, dass ich es immer wieder erstaunlich finde, wen man so alles zufällig in Mitten einer Millionen-Einwohner-Stadt trifft!)

Zurück im Hostel lerne ich die neu angekommenen 'Roommates' kennen. Dreimal darf geraten werden, eine Deutsche; und auch ein Finne. später kommt dann noch ein Ami hinzu..
Gut entspannt und nach einem Viertelstunden-Nickerchen, gehe ich eine halbe Stunde laufen. Hinunter zur Woolloomooloo Bay und weiter, immer am Wasser entlang, bis ich schließlich wieder das Opera House erreiche. Der Sonnenuntergang kreiert ein warmes Licht, doch es ist gleichzeitig schon wieder kühl genug, um gut laufen gehen zu können und nicht wie ein Primelchen in der Wüste einzugehen.
Um 20.30 mache ich mich zusammen mit der Deutschen - Elisa aus Hamburg - und dem Finnen - Miko aus Helsinki - auf in Richtung Opernhaus/Harbour Bridge. Wir schießen einige fantastische Nacht-panorama-pics und gehen dann weiter um etwas zu essen. In den Straßen von Sydneys Stadtzentrum angekommen, ist es leider schon nach 22.00 und so realisierten wir, dass wir schrecklicherweise Probleme mit den Küchen-zeiten kriegen würden. Wie befürchtet, so geschehen. Nichts.. eine erfolglose Suche.. Mit verdammt müden und schmerzenden Füßen finden wir schließlich ein australisches Fastfoodrestaurant in einer Party- und Diksogegend. Um 23.15.. (Ja ich weiß, wir hätten längst einfach zu McD gehen können, aber uns war nach etwas 'gescheitem' zu Mute..  .. bis wir schließlich nachgaben und das erstbeste Fastfooddingens nahmen!). Hier war die Hölle los. Mit einem spät gefüllten Magen - aber wenigstens überhaupt gefüllt - beeilten wir uns, um uns in die Federn zu werfen und dann schnell einzuschlafen.

Fortsetzung folgt...

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