Montag, 5. Dezember 2011

Anekdoten aus meinem neuseeländischen Alltag

Seit knapp drei Wochen ist mein Sprachkurs nun beendet, und seit knapp zwei Wochen arbeite und helfe ich in der Mt. Roskill Primary, Intermediate oder Grammar School. Hauptsächlich in der Intermediate, muss ich hinzufügen!
In der Primary war ich die wenigen Male bisher immer in der Musikklasse und habe die sechs bis zehn Jahre alte Kids beim Erlernen eines schwierigen Tango-Kanons auf Xylophonen, Metallophonen, Glockenspielen und einer Marimba auf der Gitarre begleitet. Mrs. Dawson, die Lehrerin, war sehr froh um meine Unterstützung.

Die Grammar School brauchte mich bisher noch nicht wirklich, da bisher Prüfungszeit war und jetzt nur noch ‘Zeit - totschlagen’ stattfindet, bis das Jahr in eineinhalb Wochen endet und alle in ihre Sommerferien entlassen werden.

In der Intermediate habe ich die ersten paar Tage ganz auf mich allein gestellt mit einem (kleinen) Haufen fremder Schüler alle möglichen Leichtathletikdisziplinen trainiert, um sie auf einen Schulwettkampf vorzubereiten. So zeigte ich den zehn bis vierzehn Jahre alten Teenagern wie man gescheit hochspringt, wie man die Kugel stößt, wie man den Diskus wirft etc. Auch ein wenig Sprinttraining habe ich gegeben. Erstaunlich, dass ich fähig war, dies alles vorzuführen und auch Tipps zu geben, da wo ich doch eigentlich ein Läufer bin. Ich war ein wenig erstaunt über mich selbst!
Schon nach kurzer Zeit kannte ich aber einige Schüler beim Namen und wir redeten viel über alle möglichen Dinge und verstanden uns sehr gut. Die meisten von ihnen sind Maori, auch einige afrikanische Kids.
Nach dem Schulwettkampf fünf Tage später (es lief einigermaßen erfolgreich für unsere Schule), sollte ich eigentlich hauptsächlich im Sportunterricht mithelfen. Da ich aber ein “Volunteer” bin, habe ich alle Freiheiten, zu entscheiden, wo zu helfen. So war ich fast ausschließlich im Science Room mit Sean Carroll und Jason Hornsby. Beide Lehrer sind unheimlich nett und auch lustig und ich verstand mich von Anfang an mit beiden sehr gut! Wir machten und machen mit den Schülern alle möglichen Experimente und Versuche aus der Chemie, Physik oder Biologie. Welche Unterrichtsmethode ich sehr gut finde, ist die Physik und Mechanik durch das Bauen von kleinen motorisierten LEGO-Maschinen zu erfassen und zu verstehen.
Im Allgemeinen kann man sagen, dass hier viel mehr Disziplin, aber gleichzeitig auch mehr Lockerheit und eine mehr relaxte Atmosphäre vorherrscht, als in Deutschland!

Mein Tag in der Schule fängt um 9.00 morgens an, um 10.15 ist 30 Minuten ‘Morning Tea Time’, um 12.45 bis 13.35 ist ‘Lunch-time’ und um 15.00 endet mein Tag.
Dann geht’s wieder mit dem Bus in die Stadt zu meinem ganz coolen Hostel. Am späten Nachmittag gehe ich trainieren oder fürs Abendessen einkaufen oder in die Bücherei, um ins Internet zu gehen etc. Jedenfalls sind meine Tage immer gut ausgefüllt!

Abends mache ich mir dann auch immer ein einfaches, aber verdammt gutes Abendessen.

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