Montag, 7. November 2011

Surfing

Am Freitag Nachmittag, den vierten November, gings los. Der Nissan war gemietet und alles fertig gepackt. Zu fünft - Natalia aus Spanien, Anne aus Deutschland, Ursula aus Österreich, Alberto aus Spanien und ich - machten wir uns auf nach Raglan, in der Nähe von Hamilton, zwei Stunden Fahrt von Auckland aus.
             Schon nach wenigen Minuten mussten wir feststellen, dass die Neuseeländer nicht gerade wissen, wie man gute Straßen baut. Man darf eh nur 100 fahren und der Asphalt ist rau, löchrig und nicht für schnellere Geschwindigkeiten ausgelegt. Aber wen störts?? Man muss nicht schnell vorankommen. Um diese wunderschöne Landschaft zu beobachten fährt man gerne sogar langsamer. Sehr hügelig und grün, ein wenig diesig - es erinnert leicht an die Toscana. Atemberaubend. Ein Ort, an dem man bleiben möchte!
Schließlich, nach verdammt vielen und schönen Eindrücken erreichen wir eine kleine Straße. Extrem eng und kurvig. Direkt an Neuseelands Westküste entlang. Man blickt weit, verdammt weit übers Meer. Riesige, einsame Strände. Und gutes Wetter!
beautiful Jungle!!
Nach einigen Minuten leitet uns das GPS nach links. Wir zögern. Warum? Weil wir einen Schotterweg vor uns sehen, der mitten in den Wald führt. Doch das Schild mit dem Namen unserer Unterkunft ließ unsere Zweifel schwinden.
Wir bogen ein und der Nissan quälte sich einen schmalen, sehr steilen und steinigen Weg hinauf.
Nachdem wir auf dem ausgewiesenen Parkplatz gehalten hatten, machten wir uns zu Fuß auf zur Office unseres Hostels. '400m ahead' hieß es.

Der kleine Weg führte uns zu mehreren verstreuten Hüttenkomplexen, die mitten im Urwald standen. Um uns herum meterhohe Farne, Palmen und Jungle-typische Bäume, sowie Schlingpflanzen...
Der Bus der Organisation (dieser sehr modern!!)
Wir checkten ein und wurden Zimmern zugewiesen. Es waren immer Vier-Bett-Zimmer, in denen ein ständiges Kommen und Gehen war, sodass wir einige sehr nette Leute kennenlernten.
Nachdem wir Millionen von Glühwürmchen, die durch den Urwald schwirrten beobachtet hatten, gingen wir schließlich früh ins Bett, um am Morgen des nächsten Tages fit für unsere erste Surfinglesson zu sein.

Die außergewöhnlichsten Vogelrufe weckten uns. Der Morgen war frisch, die Luftfeuchtigkeit schien maximal zu sein, der Himmel war verhangen. Wir fanden uns alle vor der Office ein und um 9.00 lernten wir dann Lucy, unsere Surf-Lehrerin kennen. Sie gab uns eine Einführung und wir machten einige Trockenübungen, um die Technik zu verinnerlichen. Dann gings mit kleinen Bussen zum Strand.
Ich mit meinem Board
Die Busse waren ziemlich. Das Leder mit dem die Sitze bezogen waren schienen aus dem 1. Weltkrieg zu stammen. Doch sie fuhren und das war die Hauptsache. .. sehr lustig ;)

Der Strand hatte dunklen Sand und war riesig. Wir bekamen unsere Neoprenanzüge und Bretter, wiederholten noch einmal die Trockenübungen und dann gings los. Ich stürmte ins Wasser, verfolgt von unserer Gruppe. Die Wellen waren nicht die größten - also man darf sich das nicht vorstellen wie das Surfen, was man von Bildern kennt, wo die Sunnyboys durch Wellentunnel reiten.
Diese Wellen waren perfekt für Anfänger. Ein bis zwei Meter hoch. Doch sehr hart und rau.. Tasmanische See eben! Doch es machte Spaß. Die Sonne schien; Am nächsten Tag hatten wir starken Regen. Aber das war nicht schlimm. Wir wurden so oder so nass. Es machte verdammt viel Spaß. Man musste geduldig sein. Auf die richtige Welle warten. Das 'Aufstehen' musste klappen.. Und dann gings ab. Es gelang mir Samstags circa fünf mal in den zwei Stunden, Sonntags sehr viel öfter. Und länger. Es ist cool! Man versucht es, scheitert, kämpft sich wieder gegen die Wellen vor, versucht es wieder, dann klappt es, und wieder von vorne! ... Absolut nix für Weicheier. Absolut nix für Leute, die schnell aufgeben.
Ich in Action... Joke :D .. ein wenig entfernt waren die Profis am Werk

Ziemlich müde und mit ordentlichem Muskelkater beendeten wir dann zwei fantastische Surf-Tage am Sonntag Nachmittag... Dann gings wieder heim. Es war ein fantastisches Wochenende, super Erfahrungen und Eindrücke. Surfing ist eine Sache, die es sich zu wiederholen lohnt!! Und eine Sache, die man auf jeden Fall weiterempfehlen kann!

Viele Grüße und einen guten Ritt,

 
Chris

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